Die beschämende Debatte - Sündenböcke schnell gefunden

Die Tragödie von Emsdetten zeigt, dass mögliche Sündenböcke schnell in den Fokus rücken.

von Gunnar Lott,
05.01.2007 14:15 Uhr

Emsdetten war eine Tragödie. Was geschehen ist, werden die Menschen vor Ort, Lehrer, Schüler, Eltern ihr Leben lang nicht vergessen. Es ist der Tragweite dessen nicht angemessen, wenn sich jetzt Politiker und Medien geifernd auf mögliche Sündenböcke stürzen, um schnell und billig Schlagzeilen zu erzeugen. Es ist nachgerade beschämend, wenn sich Wissenschaftler in der erhitzten Debatte mit mediengerechten Kurzstatements zu Wort melden, hinter denen keine gesicherte Forschung steht.

Es wäre, das ist man den Menschen schuldig, an der Zeit, mit klarem Verstand und vorurteilsfrei Ursachenforschung zu betreiben, anstatt auf Symptome loszugehen. Es wäre an der Zeit, einmal wirklich zu schauen, was in Teilen der Gesellschaft schief geht. Es wäre an der Zeit, endlich vernünftige Programme aufzulegen, um überforderte Lehrer und Eltern bei der schwierigen Aufgabe zu unterstützen, unseren Nachwuchs auf eine komplexe Welt vorzubereiten.

Schnelle, bequeme Lösungen wird es dabei nicht geben. Ich wünsche mir von unseren Politikern dafür Mut, Engagement und einen langen Atem.


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