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Auf geht's

E3 2014: Nintendo-Analyse - Glücklich im eigenen Saft

Nintendo verzichtet erneut auf eine große E3-Pressekonferenz, sondern zeigt lieber ein vorbereitetes Video. Und positioniert sich damit weit weg von Sony und Microsoft, aber ganz vorn bei der Spielerschaft.

von Markus Schwerdtel,
11.06.2014 19:00 Uhr

E3 2014 - Nintendo-Pressekonferenz - Fazit-Video zur WiiU- & 3DS-Show 13:10 E3 2014 - Nintendo-Pressekonferenz - Fazit-Video zur WiiU- & 3DS-Show

Nintendo weiß: Wer sich während der E3 auf eine Bühne stellt, tritt damit vor das vielleicht kritischste Publikum der Welt - uns Spieler! Jeder kleinste Fehler wird danach im Internet breitgetreten, jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Obendrein ist der Grat zwischen Coolness und Blamage schmal - wir alle erinnern uns an den fremdschämigen Wii Music-Schlagzeuger von der E3 2008 . All das umgeht Nintendo seit einigen Jahren, indem die Firma zur E3 einfach ein vorbereites Video zeigt, ähnlich wie die Nintendo Direct-Clips während des Jahres. Der Clou diesmal: Nintendos so genannter Digital Event beginnt wie eine richtige E3-Pressekonferenz.

Plaste-Reggie

Die Klammer für Nintendos Präsentation sind knuddelige Figuren aus Knetmasse. Gleich zu Beginn tritt der Chef von Nintendo Amerika, Reggie Fils-Aime als Knetmännchen auf eine Modell- Bühne und muss sich - fast wie bei einer echten Pressekonferenz - über die falsche Aussprache seines Namens und einen nörgeligen Journalisten ärgern. Letzteren setzt Reggie mit einer Mario-typischen Feuerblume in Flammen. Dieser Einstieg setzt den Ton für die Nintendo-Präsentation: lustig, selbstironisch, und weit, weit weg vom Alphamännchen-Gehabe der Mitbewerber Sony und Microsoft.

Figuren für die Familie

Nach der Veröffentlichung von Mario Kart 8 Ende Mai ist für Nintendo (und für viele Fans) der wichtigste Titel nun Super Smash Bros., der in aller Ausführlichkeit gezeigt wird. Während Mii-Kämpfer und eine aufwändige 3DS-Version zwar spannend, aber nicht bahnbrechend sind, lässt die so genannte Amiibo-Technologie jedoch aufhorchen.

Hinter Amiibo verbirgt sich nicht anderes, als das von Skylanders oder Disney Infinity bekannte »wir beamen Plastikfiguren via NFC ins Spiel«-Prinzip, nur dass es eben diesmal um Nintendo-Charaktere geht, die man sich mit dem NFC-Sensor unten links am Wii U-Gamepad als Helfer ins Spiel holt. Nach Super Smash Brothers sollen in Zukunft auch Mario Kart 8 und weitere Titel Amiibo nutzen, darunter interessanterweise auch die Wii-U-Versionen von Skylanders und Disney Infinity. Mario Party 10 oder künftige Pokemon-Titel wären ebenfalls logische Kandidaten - Nintendo wird garantiert versuchen, Amiibo in so vielen Spielen wie möglich zu integrieren.

Auch wenn jetzt weltweit Familienväter ihre Kreditkarten verstecken und auch wir das Abzocken mit Plastikfiguren eher kritisch sehen - für Nintendo ist die Amiibo-Einführung ein logischer Schritt. Schließlich lässt sich so auch noch mal Geld verdienen, wenn das Spiel bereits verkauft ist. Zudem bedeutet das Geschäft mit den Figürchen für Nintendo quasi eine Rückkehr zu den Wurzeln als Spielzeughersteller. Ob Amiibo eine gemeine Geldmacherei oder ein sinnvolles Feature ist, hängt am Ende aber sicher auch davon ab, zu welchem Preis die Männchen verkauft werden und welchen Einfluss sie auf Spielbarkeit und Balance nehmen. Ein übermächtiger, nur als Amiibo verfügbarer Feuerball-Mario für Super Smash Bros. wäre letzten Endes nur die Nintendo-Variante von Pay2Win, und das braucht kein Mensch.

Eigene Marken, nette Männer

Oft wird Nintendo vorgeworfen, sich immer nur bei den eigenen Marken zu bedienen und Mario und Co auszulutschen. Das stimmt sicher zum Teil, nach Totmelken sieht das zur E3 2014 gezeigte Material aber nicht aus. Denn dazu steckt viel zu viel Liebe in den Details. Egal ob beim Erkundungs-Hüpfspiel Yoshi's Wooly World, Captain Toad's Treasure Tracker (quasi eine Rätsel-Auskopplung aus Super Mario 3D World) oder Kirby and the Rainbow Curse, bei jedem Titel gibt es schon im Videomaterial zur Ankündigung unzählige Feinheiten zu entdecken.

Außerdem beherrscht Nintendo die Kunst, Spiele richtig zu präsentieren. Statt schnell geschnittener, aber nichtssagender Rendertrailer zu lauter Musik gibt es hier echte Spielszenen, (oft etwas zu) ausführlich erklärt durch die Entwickler. Dadurch sind zwar in der Summe während der knapp einstündigen Präsentation gefühlt etwas zu lange nette japanische Herren auf dem Bildschirm, aber dafür bekommen die Spiele quasi ein Gesicht und man erfährt etwas über die Gedanken, die sich die Leute im Hintergrund gemacht haben.

Obwohl schon vorab durchgesickert, ist Mario Maker eine kleine Überraschung. Damit lassen sich 2D-Super-Mario-Levels in unterschiedlichsten Grafikstilen bauen und mit Freunden spielen. Ja klar, entsprechende Tools gibt es auf dem PC schon lange, aber die bewegen sich rechtlich mindestens in einer Grauzone und haben auch nicht den Nintendo-typischen Feinschliff, den Mario Maker ziemlich sicher mitbringen wird. Interessanter als das eigentliche Spiel ist ohnehin der Gedanke dahinter: Diese Offenheit und Freiheit im Umgang mit den eigenen, heiligen Marken ist man von Nintendo normalerweise nicht gewohnt.


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