Nachts im Museum 3 - Neuer Schwung dank alter Helden

Robin Williams in seiner letzten Rolle und eine Marke, die endlich wieder zu sich findet. Gleich zwei Gründe, weshalb Fans - und nur die - Nachts im Museum 3 sehen sollten.

von David Hain,
16.12.2014 14:40 Uhr

Nachts im Museum 3 - Deutscher Kinotrailer zum Historienspaß 2:29 Nachts im Museum 3 - Deutscher Kinotrailer zum Historienspaß

Schauen wir doch einmal auf das Kinoprogramm rund um Weihnachten 2014. Da haben wir einen Fantasy-Koloss rund um kleine Zwerge und große Helden, der sich mit einer gigantischen Schlacht in den Ruhestand verabschiedet. Da wäre ein Monumentalepos, das eine der größten Geschichten der Zeit um Götter und Könige und biblische Plagen erzählen will. Alles ist irgendwie »mega« und »giga« und furchtbar opulent.

Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal wirkt gegen derart geballtes Schlachtengetöse beinahe mickrig. Und das, obwohl auch dieses Franchise im Grunde kein kleines ist. 2006 spielte der drollige Familienfilm Nachts im Museum dank seiner cleveren Grundidee mehr als respektable 600 Millionen US-Dollar ein - mehr als das Fünffache seiner Produktionskosten. Teil zwei folgte natürlich auf dem Fuß, lockte 2009 aber deutlich weniger Zuschauer in die Kinos.

Nachts im Museum 2 war ein Produkt der Marketingabteilungen. Der künstlerische Anspruch musste angesichts zu erwartender Einspielergebnisse hinten anstehen. Zum Glück zahlte sich diese Strategie nicht aus, weshalb Nachts im Museum 3 - obgleich natürlich auch nicht nur aus reiner Liebe zu den Fans produziert - wieder deutlich besser ist.

Es ist Nacht. Im Museum.

Natürlich ist von einem Film namens Nachts im Museum kein inhaltliches Meisterwerk zu erwarten. Es ist Nacht. Und ein Museum gibt es auch. Viel Freiraum bleibt da nicht, immerhin spielt sich die Handlung dieses Mal aber in einem neuen Umfeld ab. Da die magische Tafel von Akmenrah, dank derer Kräfte die Figuren des Museums zum Leben erwachen, ihre Macht zu verlieren droht, reisen Larry Daley (Ben Stiller) und Co. nun nach London.

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In erster Linie sorgt das natürlich für einen dringend benötigten Tapetenwechsel, setzt dadurch aber auch ein paar neue Figuren aufs Spielfeld. Sir Lancelot bekommt noch am meisten Screentime, Ben Kingsley spielt als ägyptischer Pharao sein Können aus und ein guter alter Freund von Ben Stiller (den Namen behalten wir an dieser Stelle lieber für uns) zeigt in einem tollen Cameo-Auftritt viel Sinn für Ironie.

Humor mit Sicherheitsseil

Das alles paart Nachts im Museum 3 mit dem gewohnten Spektakel inklusive glühender Vulkane, umherlaufender Dinos sowie mehrköpfiger Hydras und würzt das Ganze mit Gags nach, die man als erwachsener Kinogänger peinlich finden kann, als kleiner Steppke aber sicher lauthals bekichert. Späße um pinkelnde Affen und Katzenvideos… nunja, das las sich im Drehbuch sicher auch noch deutlich komischer.

Von der Verlegung des Handlungsortes abgesehen, darf man die Unterschiede zu den Vorgängern mit der Lupe suchen. Auch wenn mit dem Schwinden der Kräfte der magischen Tafel eine gewisse Dringlichkeit ins Museum Einzug hält, ist das hier immer noch Comedy mit Sicherheitsnetz und doppeltem Boden. Freche Gags oder Spitzfindigkeiten der Marke Guardians of the Galaxy traut sich aktuell offenbar wirklich nur Marvel.

Rebel Wilson ist als britische Museumswächterin ein kleines Highlight. Ricky Gervais (rechts) auch.Rebel Wilson ist als britische Museumswächterin ein kleines Highlight. Ricky Gervais (rechts) auch.

Für die Kleinen ist und bleibt Nachts im Museum aber dennoch großes Entertainment. Erwachsene Begleiter können sich immerhin an gelungenen Effekten und dem letzten Auftritt einer Schauspielerlegende erfreuen. Robin Williams tritt abermals in die Fußstapfen von Teddy Roosevelt. Viel zu tun bekommt er hier als Teil eines mittlerweile kaum überschaubaren Ensembles nicht, aber den Meister ein letztes Mal bei seinem begnadeten Mimikspiel zu beobachten, lässt viele Schwächen des Films vergessen.

Fazit

David Hain: Die Frage »Kinoticket oder nicht?« lässt sich bei Nachts im Museum 3 so einfach beantworten wie selten: Wer bereits einen der Vorgänger kennt und diese mochte, wird wieder seine helle Freude haben. Teil drei wirkt auch deutlich runder als der profitorientierte zweite Teil. Die neuen Figuren bringen den nötigen Pfeffer in die Handlung, auch wenn im Grunde alles nach bekannten Mustern abläuft.

Demnach sollten all jene, die mit dem schmalbrüstigen Humor der Reihe, den klamaukigen Situationen und stereotypen Charakteren bisher nichts viel anfangen konnten, den Kinosaal meiden. Aber das versteht sich ebenso von selbst, wie die nächste Fortsetzung - die im Erfolgsfall eine ausgemachte Sache sein dürfte.

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