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James Bond 007: Ein Quantum Trost im Test - Zweimal Bond im Schnelldurchlauf

Daniel Craig hat’s eilig: Auf dem PC heizt Mr. MI6 in James Bond 007: Ein Quantum Trost in nicht mal fünf Stunden durch die letzten beiden Bond-Filme und lässt die Story dabei ins Abseits eiern.

von Christian Fritz Schneider,
05.11.2008 17:15 Uhr

Ein Blick auf den Klappentext des Spiels verrät: In der unbarmherzigen Welt der internationalen Spionage ist der eigene Verstand die gefährlichste Waffe. Ein Blick in diesen Artikel offenbart: alles Quatsch. Ihren Verstand können Sie bei der Spieleumsetzung zum aktuellen James-Bond-Film Ein Quantum Trost bedenkenlos ausschalten. Deckung suchen, zielen, schießen und dabei wie der Bond-Darsteller Daniel Craig aussehen -- der Ego-Shooter vom World at War-Entwickler Treyarch ist schnell zusammengefasst und noch schneller durchgespielt. Obwohl Sie nicht nur die Geschehnisse aus dem jüngsten Leinwandauftritt des britischen Geheimagenten erleben, sondern auch Szenen aus dem zwei Jahre alten Vorgänger Casino Royale, rollt bereits nach nur fünf Spielstunden der ewig lange Abspann über den Bildschirm.

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Man lebt nur zweimal

Der erste Level von Ein Quantum Trost setzt am Ende von Casino Royal und damit mitten in der zwei Filme umspannenden Handlung ein. Sie sollen in das Anwesen eines gewissen Mr. White eindringen, seinen Safe knacken und Finanzunterlagen klauen. Wer die Kinovorlagen in dieser Situation nicht kennt, ist in Sachen Story zunächst völlig orientierungslos. Daran wird sich im Verlauf der Solo-Kampagne auch nicht viel ändern. Bond-Girls und Bösewichte stellt das Spiel beispielsweise nur beiläufig vor, erstere sind dann einfach da, letztere sollen eben getötet werden.

Die Missionen, die Sie unter anderem in den Saunabereich des Casino Royale, auf das Dach eines Hochgeschwindigkeitszuges, über eine Hochhausbaustelle und in die verwinkelten Gassen von Venedig führen, sind nur Versatzstücke der Filmhandlung. Die Geschehnisse innerhalb der Einsätze bleiben zwar meist nachvollziehbar, einen roten Faden, der die übergeordnete Handlung zusammen hält, suchen Sie hingegen oft vergebens. Absolute Tiefpunkte der Dramaturgie bilden die von gelangweilten Originalsprechern vertonten und unspektakulären inszenierten Besprechungen mit dem Kommandostab um Bond-Chefin M. Den Sturz Ihres Helden aus einem abgeschossenen Flugzeug sehen Sie so nicht etwa in einer grafischen Sequenz oder per Original-Filmausschnitt, sondern als blinkenden Punkt auf einer digitalen Karte. Von einer hochkarätigen Lizenzumsetzung darf man mehr erwarten.


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