Männer und Frauen - Spielen laut aktueller Studie gleich gut

Die University of California hat eine neue Studie veröffentlicht die beweisen will, dass es keinen messbaren Unterschied im »Aufleveln« gibt zwischen spielenden Männern und Frauen in Online-Rollenspielen wie Everquest 2.

von Manuel Fritsch,
01.07.2016 19:49 Uhr

9000 Everquest2-Spieler haben an einer Studie zu Unterschieden von weiblichen und männlichen Spielern teilgenommen.9000 Everquest2-Spieler haben an einer Studie zu Unterschieden von weiblichen und männlichen Spielern teilgenommen.

Geben sich weibliche Spielerinnen in Multiplayermatches und Online-Rollenspielen zu »erkennen«, werden diese oft mit sexistischen Kommentaren konfrontiert. Der Mythos, dass weibliche Spielerinnen »schlechter« spielen als ihre männlichen Kollegen, hat sich trotz unzähliger Debatten und Diskussionen bis heute hartnäckig als Vorurteil erhalten. Eine neue Studie der University of California in Davis entkräftigt diesen Mythos nun wissenschaftlich.

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Die Assistenzprofessorin Culhua »Cindy« Shen, die an der Universität im Fach Kommunikationswissenschaft lehrt, hat in Zusammenarbeit mit anderen Universitäten Daten von tausenden Spielenden der zwei MMOs Everquest 2 (9000 Accounts) und Romance 3 (2000 Accounts) analysiert und auf geschlechtsspezifische Unterschiede beim Levelaufstieg hin geprüft.

Nach der Auswertung der Daten sind die Forscher zu dem Ergebnis gekommen, dass Frauen genauso schnell oder langsam aufleveln wie ihre männlichen Mitspieler.

Die Studie, die im Journal of Computer-Mediated Communication erstmals veröffentlicht wurde, is die erste ihrer Art, die die Spielweise von männlichen und weiblichen Spielenden in einem Multiplayer-Szenarien über einen längeren Zeitraum analysiert. Bis dahin waren angeblich nur einige Forschungen und Daten veröffentlicht worden, die das Geschick beim Spielen von Männern und Frauen in Arcade- und Reaktionsspielen untersuchten. Laut Shen waren diese Studien »ungenau« und nicht sehr aussagekräftig, weil die unterschiedlichen Erfahrungswerte und Präferenzen der Geschlechter außer Acht gelassen wurden. Außerdem sei ihre Studie die erste, bei der auch Daten unterschiedlicher Kulturen miteinander verglichen werden.

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Shen betont, dass derzeit nur ca. 20 Prozent der Spielerschaft von Online-Rollenspielen weiblich sind. Sie befürchtet, dass ein Anhalten des Vorurteils, dass Frauen schlechter spielen würden, so schnell zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden könnte:

"Obwohl mehr und mehr Frauen zu Gamern geworden sind, und immer mehr Frauen Spiele auch entwickeln, sind die Spieler-Communities als Ganzes Frauen gegenüber immer noch sehr feindlich eingestellt. Das vorherrschende Vorurteil ist, dass Frauen nicht so gute Spieler seien wie Männer. Das Vorurteil, dass Frauen die schlechteren Spieler sind, könnte unserer Meinung nach zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung werden."

Quelle: https://www.ucdavis.edu/news/study-debunks-gender-performance-gap-online-video-games

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