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Max Payne 2 im Test - Grandiose Film-Noir-Ballerei von Remedy

Intensiv wie eine Achterbahnfahrt und genauso schnell vorbei: Der Cop mit der Bullet-Time ballert sich in Max Payne 2 der Liebe wegen erneut durch einen düsteren Krimi.

von Georg Valtin,
29.10.2003 14:07 Uhr

Wenn sich Redakteure über Actionspiele unterhalten, diskutieren sie normalerweise über Waffen, KI und Leveldesign. Bei Max Payne 2 ist das anders: Hier redet man über Szenen, Storywendungen, Charaktere, Dialoge - als wäre man gerade aus dem Kino gekommen. Max Payne 2 ist mehr als ein 3D-Shooter: Sie erleben gleichzeitig eine Film-Noir-Liebesgeschichte und Hochglanz-Action im Stil von John Woo. Doch das Spiel hat den gleichen Nachteil wie ein guter Film: Es ist viel zu schnell vorbei. Nach nicht mal zehn Stunden flimmert bereits der Abspann über den Monitor. Nur wer das alternative Ende sehen will, ackert das Abenteuer zwei weitere Male in höheren Schwierigkeitsstufen durch.

Gefühls-Chaos

Max Payne 2 lebt vor allem von Story und Atmosphäre. Hervorragend gezeichnete Comics und filmreif inszenierte Zwischensequenzen in Spielgrafik treiben dabei die Handlung voran.

Ein typischer Payne: Im Seitwärts-Sprung erledigt der Titelheld dank zweier Ingrams und Bullet-Time ganze Gegnergruppen.Ein typischer Payne: Im Seitwärts-Sprung erledigt der Titelheld dank zweier Ingrams und Bullet-Time ganze Gegnergruppen.

In drei Kapiteln mit 24 Missionen bekommt es Max mit Verrat, Korruption, Zerstörung und Tod zu tun. Er (und der Spieler) erleben die gleiche emotionale Achterbahnfahrt wie im Vorgänger, wobei Max den Mord an Frau und Tochter wiederum in bizarren, spielbaren Traumsequenzen zu verarbeiten sucht.
Die wenigen Überlebenden aus dem ersten Teil haben allesamt mit einer neuerlichen Verschwörung zu tun, angefangen von Vladimir Lem über Senator Alfred Woden bis hin zu Mona Sax. Zwischen der Schmollmund-Gangsterbraut und dem Titelhelden funkt es gewaltig, und das Spiel erzählt ihre Liebesgeschichte - ganz ohne Blumensträuße und romantische Candle-Light-Dinner.

Zielen in Zeitlupe

Trotz der anspruchsvollen Story ist Max Payne 2 ein actiongeladener 3D-Shooter. Sie steuern den Titelhelden aus der Verfolgerperspektive und erledigen im Lauf des Spiels ganze Heerscharen von Gegnern. Was den Titel von der Konkurrenz abhebt, ist die Bullet-Time (eine Art Zeitlupe), die Sie auf zwei Arten nutzen können. Die einfache Variante ist der Shoot-Dogde: Dabei springt der Held zur Seite, nach vorn oder nach hinten. Solange Max in der Luft ist, vergeht die Zeit langsamer - nur der Spieler kann in Echtzeit zielen. Nach der Landung ballert Max bei gedrücktem Feuerknopf automatisch so lange weiter, bis das Magazin leer ist.

Max Payne 2 - Screenshots ansehen

Während das oben genannte Manöver reicht, um zwei bis drei Feinde auf einmal zu erledigen, brauchen Sie bei größeren Gegnergruppen die »echte« Bullet-Time: Per Tastendruck lassen Sie das Geschehen in Zeitlupe ablaufen. Je mehr Gegner Max in dieser Phase trifft, desto langsamer vergeht die Zeit für die Feinde; Paynes Bewegungs- und Schussgeschwindigkeit bleiben dagegen konstant. Um das zu verdeutlichen, färbt sich das sanduhrförmige Bullet-Time-Symbol mit jedem ausgeschalteten Feind immer gelber. Ballert Max während der Bullet-Time ein Magazin leer, friert die Zeit ein. Mit einer stilvollen Drehbewegung lädt der agile Cop währenddessen auch noch die Waffe nach.

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Sprache: Deutsch


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