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Nostalgie und Spiele - Stillstand durch Erinnerung

»Wie oft habe ich unterm Regen auf einem fremden Dach gelegen und an zu Hause gedacht«, brachte der US-amerikanische Schriftsteller William Faulkner mal zu Papier. Das Zuhause, nach dem wir alle uns oft sehnen, ist nicht selten ein Ort unserer Erinnerung. Es ist die Nostalgie, die Sehnsucht nach der guten, alten Zeit – und für uns auch die Sehnsucht nach den guten, alten Spielen unserer Kindheit. Wir haben nachgeforscht, wie Nostalgie funktioniert und was sie für unser täglich Spiel bedeutet.

von Nils Osowski,
26.04.2017 08:00 Uhr

Half-Life, das waren noch Zeiten! Aber ... waren sie das wirklich? Oder sehnen wir uns nur nach unserem damaligen Leben zurück?Half-Life, das waren noch Zeiten! Aber ... waren sie das wirklich? Oder sehnen wir uns nur nach unserem damaligen Leben zurück?

»Nostos« ist Griechisch für Rückkehr, »algos« bedeutet Leiden. Nostalgie ist folglich das vom unerfüllten Wunsch, irgendwohin zurückzukehren, verursachte Leiden. Der Schweizer Arzt Johannes Hoffer gilt als wissenschaftlicher Vater des Begriffs und brachte die physischen und psychischen Leiden von Soldaten im Jahr 1688 mit ihrer Sehnsucht nach der Heimat in Verbindung.

Seine ursprüngliche Beschreibung von Nostalgie als »Nervenkrankheit dämonischen Ursprungs« wirkt aus heutiger Sicht allerdings ähnlich wissenschaftlich fundiert wie die Hexenprozesse des Mittelalters, doch noch bis ins 20. Jahrhundert wurde Nostalgie den geistigen Krankheiten im Dunstkreis von Depressionen und Zwangsstörungen zugeordnet.

Das würde in der Folge bedeuten, dass jeder, der häufiger mal seufzend an die guten, alten Zeiten mit den guten, alten Spielen auf C64, Sega Saturn oder NES zurückdenkt, an einer mehr oder weniger starken psychischen Störung leidet - aus heutiger Sicht selbstredend Mumpitz.

Die Psychologen Tim Wildschut, Constantine Sedikides und Clay Routledge führten 2011 eine Befragung unter amerkanischen Universitätsstudenten zum Thema Nostalgie durch. Am Ende stand die Erkenntnis (veröffentlicht im Journal of Personality and Social Psychology), dass es sich bei Nostalgie tendenziell um ein Gefühl der Traurigen und Einsamen handelt. Diese Menschen, so die Studie, blickten stärker gefühlsbetont und idealisierend in die Vergangenheit, weniger nostalgische Befragte schienen eher im Hier und Jetzt verankert.

Okay, das überrascht ungefähr so sehr wie Schneefall in der Arktis. Allerdings folgern die Wissenschaftler auch, dass Nostalgie keine sinnfreie Träumerei ist, sondern grundsätzlich etwas Gutes. Sie wirkt nämlich keineswegs deprimierend, sondern positiv und lebensbejahend.

Der legendäre Scharfschützeneinsatz aus Call of Duty: Modern Warfare in der Remastered-Optik.Der legendäre Scharfschützeneinsatz aus Call of Duty: Modern Warfare in der Remastered-Optik.