PewDiePie - Nach rassistischer Äußerung & Copyright-Strike: Youtuber entschuldigt sich

PewDiePie hat in einem Stream das N-Wort gesagt. Für die Firewatch-Entwickler ist das Maß voll: Sie wollen ihm verbieten, ihr Spiel zu streamen. Mittlerweile hat der Youtuber reagiert und sich entschuldigt.

von Elena Schulz,
12.09.2017 17:13 Uhr

Update vom 12. September 2017: PewDiePie hat ein Statement zur Kontroverse veröffentlicht und zeigt sich einsichtig: Er bezeichnet sich selbst als »Idiot« und erklärt, dass er so ein Verhalten bei anderen Streamern selbst immer sehr dumm und kindisch fände uns das nun so wirke, als hätte er nichts aus den vorangegangenen Vorfällen gelernt. Er wisse, dass er nicht so weitermachen könne und entschuldigt sich dafür, wenn er jemanden verletzt oder enttäuscht habe.

Auf die Aktion vom Indie-Entwickler Campo Santo, die ihm mit einem Copyright-Strike gedroht oder ihn sogar bereits umgesetzt haben, geht er aber nicht direkt ein.

Ursprüngliche Meldung: Indie-Entwickler Campo Santo (Firewatch) hat mit einem Copyright-Strike gegen den bekannten Youtuber PewDiePie gedroht und ihn offenbar auch bereits umgesetzt: Aktuell ist sein Let's Play zu Firewatch, das immerhin 5,7 Millionen Aufrufe generieren konnte, nicht mehr verfügbar.

Womöglich hat er es aber auch selbst entfernt. Grund für den Streit ist eine zweifelhafte Äußerung von Felix »PewDiePie« Kjellberg in einem Stream: Während er den aktuellen Steam-Hit Playerunknown's Battlegrounds spielte, nannte er einen gegnerischen Spieler »Nigger«.

Scharfe Kritik an PewDiePie

Auch wenn er kurz darauf lacht und kommentiert, dass er das natürlich »nicht auf schlechte Art meint«, ist der Schaden angerichtet. Firewatch-Entwickler Sean Vanaman platze damit wohl endgültig der Kragen, auch wenn das Studio den Zusammenhang nicht eindeutig bestätigt hat.

In einer Reihe von Tweets verkündet er, dass er einen Copyright-Strike gegen PewDiePies Videos über sein Spiel erwirkt und auch in Zukunft nicht zulassen wird, dass der Youtuber die Spiele des Studios zeigt. Dabei übt er scharfe Kritik an PewDiePie:

"Ich bin es leid, dass dieses Kind immer mehr Chancen erhält, Geld mit dem zu verdienen, was wir machen. Er ist schlimmer als ein heimlicher Rassist. Er ist ein Verbreiter von jämmerlichem Müll, der unserer Kultur und der Industrie erheblichen Schaden zufügt."

Vanaman fügt hinzu, dass sie als Studio von seinen Videos profitiert hätten, was sie für ihn zu Komplizen macht. Das sei etwas, über das man nachdenken müsse. Trotzdem erklärt der Entwickler noch einmal, dass er Streamer grundsätzlich unterstützt und man zum Release von Firewatch deshalb auch über 3000 Keys an Streamer gegeben hätte.

PewDiePie selbst hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Während der Entwickler auf Twitter viel Zuspruch bekommt, äußern sich manche aber auch kritisch: So wird auf der Firewatch-Website ausdrücklich das Streamen erlaubt, was einen Copyright-Strike jetzt unfair erscheinen ließe. Zudem begäbe sich das Studio damit selbst in eine Risiko-Position, da PewDiePie sich mit seinen Youtube-Einnahmen durchaus leisten könnte, vor Gericht zu ziehen.

Wer hat die Rechte an Let's Plays?

Wie sich die rechtliche Situation bei Let's Plays und Streams verhält, ist nicht eindeutig. In den USA gibt es das Fair-Use-Gesetz, unter das die Videos vielen zufolge fallen: Solange der Youtuber einen Eigenwert beisteuert, darf er das Material sozusagen zitieren.

In der Praxis liegt die Entscheidung aber beim Rechteinhaber. Viele Entwickler lassen Let's Plays zu, weil sie damit gerade bei bekannten Youtubern kostenlose Werbung erhalten - und gerade als Indie-Entwickler wie Vanaman tatsächlich massiv profitieren können. Ein solcher Fall zeigte sich kürzlich auch mit Dream Daddy: Die von Youtubern entwickelte kuriose Dating-Sim, war durch die Videos so bekannt, dass sie plötzlich ganz oben in den Steam Charts mitmischte.

Entwickler können aber auch die Rechte an den Videos beanspruchen, um selbst direkt davon zu profitieren oder Streamer einschränken, indem sie beispielsweise aus Spoilergründen verbieten, das komplette Spiel zu zeigen. Wie im Fall von Campo Santo ist aber auch möglich, das Zeigen generell zu unterbinden. Nach einem Gerichtsbeschluss in den USA ist es allerdings illegal Material einfach entfernen zu lassen, auch wenn man die Rechte daran hat. Erst muss überprüft werden, ob das Fair-Use-Gesetz angewendet werden kann. Damit könnte der Entwickler selbst noch Probleme bekommen, wenn sich das hier bewahrheitet.

PewDiePie machte schon früher durch rassistische Äußerungen oder geschmacklose Witze über Juden von sich reden. Eigentlich versprach er aber, Nazi-Sprüche und andere problematische Äußerungen in seinen Streams zu unterlassen - lange hat er sein Wort nicht gehalten.

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