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Prototype 2 - Hellers Wahnsinn

Kämpfen wie Batman, zerstückeln wie Isaac Clarke und Panzer an fleischernen Wäscheleinen aufhängen: Prototype 2 mutiert zum Tausendsassa.

von Jan Walenda,
19.03.2011 12:00 Uhr

Wenn eine fiktive Figur sich in etwas Neues transformiert, dann geht das meist mit einer gewissen Tragik einher. In Kafkas Erzählung »Die Verwandlung« mutiert der fleißige Handelsreisende Gregor Samsa eines Tages zu einem nutzlosen Ungeziefer. Seine eigenen Eltern, ja sogar ihn selbst berührt die schreckliche Metamorphose aber nur in einer Hinsicht: Er kann seine faule Sippschaft fortan nicht mehr ernähren, ein widerliches Insekt hat keinen Platz innerhalb einer Leistungsgesellschaft. Es gibt aber auch Metamorphosen, bei denen der Verwandelte ungeahnte Fähigkeiten zu Tage fördert. Bruce Banner etwa wird nach dem Kontakt mit Gammastrahlung vom schmächtigen Wissenschaftler zum Hulk. Aber auch Banner bleibt ein Nachteils seines neuen Körpers nicht erspart, denn was er an Muskeln zulegt, das büßt er am Verstand ein -- die Bestie Hulk verlangt ihren tragischen Tribut.

Die Klauenfähigkeit lässt nicht nur in ihrer aufgewerteten Form jeden Klingonen vor Neid erblassen.Die Klauenfähigkeit lässt nicht nur in ihrer aufgewerteten Form jeden Klingonen vor Neid erblassen.

Alex Mercer, der Hauptcharakter aus Prototype machte auch eine Metamorphose durch -- mehr noch, er verwandelte die Einwohner einer ganzen Stadt in infizierte Zombiegestalten. Mercer setzte New York City einem Supervirus aus, das ihm unbeschreibliche Kräfte einbrachte, die Weltmetropole aber in ein Kriegsgebiet verwandelte. So viel zum Thema Tragik.

Macht gegen Verzweiflung

14 Monate nachdem New York zum Schlachtfeld wurde, ist Alex Mercer in der Versenkung verschwunden. Das Militär ist mit dem Wiederaufbau beschäftigt. Man hat die Metropole dazu in drei Sicherheitszonen mit unterschiedlicher Infektionsrate eingeteilt. In der »Red Zone« herrscht das Chaos, hier hat definitiv das Virus die Überhand. James Heller, der Protagonist aus Prototype 2, ist gebürtiger New Yorker, hat als Soldat im Irak und in Afghanistan gedient. Er hat Frau und Tochter beim Ausbruch des Virus verloren, jetzt ist er verzweifelt, von Wut und dem Wunsch nach Vergeltung zerfressen.

Da ein Mann in seiner Situation nichts mehr zu verlieren hat, nimmt er innerhalb des Militärs die gefährlichsten Missionen direkt in der »Red Zone« an. Sein einziger Wille ist zu sterben und auf dem Weg dorthin möglichst viele Infizierte mit in den Tod reißen. Das Third-Person Actionspiel Prototype 2 setzt genau in einem solchen Himmelfahrtskommando ein: Im Herzen der »Red Zone« innerhalb des als offene Welt angelegten New York trifft Heller auf Alex Mercer. Er steht plötzlich dem Monster gegenüber, das für den Tod seiner Familie verantwortlich ist. Im Zweikampf obsiegt der übermächtige Mercer, packt Heller und infiziert auch ihn mit dem Virus. Er weiß noch nicht, dass er sich so seinen größten Feind geschaffen hat.

Virale Wäscheleinen

Die »Tendrils« sind eine mächtige Ranken, die Gegner und Objekte in Stücke reißen und auch mal wie Wäscheleinen zwischen den Häusern hängen bleiben.Die »Tendrils« sind eine mächtige Ranken, die Gegner und Objekte in Stücke reißen und auch mal wie Wäscheleinen zwischen den Häusern hängen bleiben.

Im Vorfeld unseres Besuches bei Radical Entertainment im kanadischen Vancouver waren wir noch skeptisch: Funktioniert das Konzept, die Hauptfigur aus dem ersten Teil töten zu müssen? Design Director Matt Armstrong erklärt uns aber den Plan dahinter: »Der eigentliche Star in Prototype ist das Virus. Indem wir die Serie nicht mit einem bestimmten Charakter verbinden, halten wir uns viele Wege offen. Es ist wie eine Pipette die man mit Viren befüllt und dann schaut, was dabei rauskommt.«

Während wir noch überlegen, ob aus der »Pipette« bald Prototype Ego-Shooter oder Echtzeit-Strategiespiele mutieren ist es an der Zeit, James Heller in Aktion zu erleben. Und der geht auch gleich mit seiner neuen Mutationsfähigkeit, den »Tendrils« (Ranken), in die Vollen. Sobald diese Superkraft eingesetzt ist, werden Hellers Finger zu fleischartigen Ranken, die zappelnd am Ende der Arme hängen. Einmal ausgelöst sprießen die Tendrils blitzschnell hervor und packen Autos, Soldaten, Mülleimer und andere Objekte in unmittelbarer Umgebung. Mit unbändiger Kraft ziehen sie alles Material in ein zentrales, schwarzes Loch, wo es dann unbarmherzig in Stücke gerissen wird.

Die Ranken verbleiben hinterher in der Umgebung und verändern das Straßenbild dauerhaft. Hat Heller mit den »Tendrils« gewütet, bleiben also zerfetzte Körper von Infizierten oder Panzerwracks wie an fleischernen Wäscheleinen kreuz und quer zwischen den Häusern gespannt hängen. Die Rankenfähigkeit ersetzt die etwas überflüssige »Muscle Mass« Kraft aus dem ersten Teil, ansonsten wird Heller dieselben Mutationen wie Mercer einsetzen können.

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