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Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad im Test - Kein Ponyhof

Am 14. September ist der Multiplayer-Shooter Red Orchestra 2 erschienen. Wir haben uns in die Schlachten um Stalingrad gestürzt – und sind angenehm überrascht.

von Petra Schmitz,
16.09.2011 14:05 Uhr

Aaaaaaaaaaaaaaaaah! Schon wieder tot! Was für ein Glück, dass man in den Match-Statistiken von Red Orchstra 2: Heroes of Stalingrad nicht die eigenen Tode, sondern nur erfolgreiche Abschüsse angezeigt bekommt. Sonst wär’s gar zu frustrierend. Zumindest zu Beginn. Wenn man sich dann aber mal mit dem auf Realismus getrimmten Ablauf des Multiplayer-Shooters vertraut gemacht hat, wenn man sich damit arrangiert hat, dass bedächtiges Lauern in zwölf von zehn Fällen (der vermeintliche Zahlendreher ist Absicht) einer Rambo-Vorgehensweise überlegen ist, dass also ein Red Orchestra 2 so rein gar nichts mit den Internetpartien von Call of Duty: Black Ops oder Bad Company 2 zu tun hat, dann beginnt das Spiel damit, einen ganz eigenen Sog zu entwickeln. Einen Sog, der einen trotz der aktuell noch vielen Unzulänglichkeiten und Bugs stundenlang an den Monitor fesselt.

Red Orchestra 2: Heroes of Stalingrad - Screenshots ansehen

Obwohl Red Orchestra 2 auch zwei Singleplayer-Kampagnen (dazu später mehr) bietet, liegt der Schwerpunkt doch auf den Multiplayer-Schlachten. Darin treten wie schon im Vorgänger Red Orchestra: Ostfront 41-45 russische Soldaten gegen die Wehrmacht an. Dieses Mal allerdings ausschließlich auf Karten, die sich an den wichtigsten Schauplätzen der Kämpfe um und in Stalingrad im Zeitraum von Juli 1942 bis Februar 1943 orientieren.

Nichts für Rambos

Red Orchestra 2 bleibt dem Vorgänger treu und richtet sich primär an Spieler, die es eher in Richtung Realismus zieht als in Richtung schneller und unkomplizierter Mehrspielergefechte, wie wir sie beispielsweise aus der Modern Warfare-Reihe kennen. Wildes Geballer aus der Hüfte, reihenweise Gegner niedermähen? Nicht in Red Orchestra 2! Obwohl Knarren wie die MP 40 gehörig Schaden anrichten können, wenn man sie in eine Gruppe abfeuert.

Station Auf der Karte Station kämpfen wir abwechselnd auf alten Bahngleisen und in zerbombten Gebäuden.

Spartanovka Auf Spartanovka gibt es viele offene Areale ohne ausreichende Deckung. Wer da nicht aufpasst, wird von Scharfschützen durchsiebt.

Apartments Apartments bietet neben zerstörten Gebäuden unter anderem auch noch eine umkämpfte Brücke.

Barracks Auf Barracks kämpfen wir uns durch mehrstöckige, verheerte Häuser. Hier kommt es an manchen Stellen zu Schusswechseln aus kurzer Distanz.

Aber das Ding verreißt ungewohnt heftig, nämlich vergleichsweise realistisch und einer der Feinde wird mit Sicherheit den einen entscheidenden Gegentreffer landen können, der den MP-40-Schützen zu Boden streckt. Denn in Red Orchestra 2 schlucken Spielerfiguren nicht wie sonst üblich mehrere Kugeln. Eine reicht im Regelfall, um einen Soldaten aus den Latschen zu heben. Lediglich Streifschüsse lassen sich noch mit Bandagen behandeln, sofern man schnell genug auf die entsprechende Taste drückt.

Nur auf Tastendruck zeigt Ihnen das Spiel die Zielorte an.Nur auf Tastendruck zeigt Ihnen das Spiel die Zielorte an.

Einen Ausgleich dazu wird durch das schon angedeutete ungewohnt realistische Waffenverhalten erzeugt. Es kann dauern, bis man einen sich bewegenden Spieler über größere Distanz mit einem Gewehr (etwa mit dem Mauser Kar 98) sicher im Visier hat. Auf Fadenkreuze müssen wir in Red Orchestra 2 nämlich gänzlich verzichten, gezielt wird lediglich über Kimme und Korn. Oder über das Zielfernrohr, sollte man als Scharfschütze unterwegs sein. Weil die Soldaten aber trotz der teils schweren Waffenlast recht flott unterwegs sind, entsteht so eine angenehme Spielbalance, die Spreu und Weizen nicht nach Ausrüstung, sondern nach Können trennt. Auf der Fahne von Red Orchestra 2 steht ganz groß: »Spielspaß mit Anspruch!« Die Waffen sind allerdings noch nicht wirklich perfekt austariert; viele Spieler beschweren sich darüber, dass die deutschen Schießprügel spürbar stärker sind als die russischen.


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