Roam - Entwickler verbrauchen Kickstarter-Geld um sich gegenseitig zu verklagen

Über 100.000 US-Dollar hat die Kickstarter-Kampagne zum Zombie-Shooter Roam eingespielt. Ob das Spiel jemals fertig wird, ist dennoch fraglich: Die Entwickler haben das Geld offenbar größtenteils darin investiert, sich gegenseitig zu verklagen.

von Tobias Ritter,
02.10.2015 11:55 Uhr

Mit Roam blickt wohl ein weiteres erfolgreiches Kickstarter-Projekt dem Scheitern entgegen. Der Grund: Zwei der Entwickler verklagen sich gegenseitig und verbrauchen so das gesamte Schwarm-Kapital.Mit Roam blickt wohl ein weiteres erfolgreiches Kickstarter-Projekt dem Scheitern entgegen. Der Grund: Zwei der Entwickler verklagen sich gegenseitig und verbrauchen so das gesamte Schwarm-Kapital.

Dass sich bei Kickstarter hin und wieder Betrüger tummeln und dass eigentlich finanzierte Projekte im Laufe ihrer Entwicklung doch noch scheitern oder irgendwann später eingestellt werden, dürfte in der Crowd-Funding-Community mittlerweile bekannt sein. Auch der Top-Down-Zombie-Shooter Roam hat derzeit mit einigen Problemen zu kämpfen. Und die sind nicht nur hausgemacht, sondern auch äußerst skurril.

Anstatt die insgesamt 102.518 US-Dollar nämlich in die Entwicklung und Fertigstellung des Spiels zu stecken, verklagen sich zwei der insgesamt drei Entwickler lieber gegenseitig vor Gericht - und finanzieren ihre Anwaltskosten aus dem Schwarm-Kapital. Das jedenfalls berichtete Ryan Sharr bereits im vergangenen Mai in einem nur für Projekt-Unterstützer einsehbaren Blog-Eintrag auf Kickstarter.

Die Schuld für das aktuelle Dilemma schiebt er dabei natürlich seinem ursprünglichen Geschäftspartner Zach Barson zu. Der erhielt nämlich nach dem Ende der Kickstarter-Kampagne einen Scheck über 30.000 US-Dollar, mit dem er unter anderem seinen Umzug in die Entwickler-WG nach Seattle finanzieren sollte. Im Gegenzug verpflichtete sich Barson eine entsprechende Geschäftsvereinbarung zur Mitarbeiter an Roam zu unterzeichnen - was er aber nicht tat, weshalb der Scheck platzte.

Nach einigem Hin und Her entschloss sich Sharr dann eigenen Angaben dazu, Barson mit 9.000 US-Dollar auszuzahlen und aus der weiteren Projektmitarbeit auszuschließen. Dessen Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Drei Monate nach Erhalt des Schecks wollte er diesen einlösen. Und als das aufgrund der nicht aufgehobenen Sperre nicht funktionierte, forderte er Sharr per Anwalt dazu auf, ihm aufgrund des ungedeckten Schecks inklusive Schadensersatz insgeamt 90.000 US-Dollar auszuzahlen. Zusätzlich verlangte er die Hälfte aller Einkünfte, die jemals mit Roam erzielt würden und weitere 10.000 US-Dollar zur Begleichung seiner Anwaltsrechnungen.

Sharr und sein Partner Phillip Moon sahen sich deshalb dazu gezwungen, ebenfalls einen Anwalt zu konsultieren und beziffern die ihnen dadurch zwischenzeitlich entstandenen Kosten auf Zehntausende US-Dollar. Weitere 60.000 US-Dollar an Kredit nahmen die beiden auf, um die durch den Prozess eingetretenen Projektverzögerungen zu kompensieren und externe Freelancer mit Auftragsarbeiten für Roam zu versorgen.

Nach dieser laut Sharr auch psychisch belastenden Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Geschäftspartner haben die nun nur noch zwei Entwickler also nicht nur reichlich Geldsorgen, sondern offenbar auch Probleme den ursprünglichen Zeitplan rund um die Entwicklung von Roam einzuhalten. Immerhin wurde das Spiel bereits im Februar 2013 erfolgreich finanziert und sollte eigentlich im Januar 2014 an die Kickstarter-Unterstützer ausgeliefert werden.

Seit dem letzten Kickstarter-Update im Mai 2015 gibt es von den Entwicklern allerdings kein Lebenszeichen mehr. Immerhin: Webseite, Twitter und Facebook zum Spiel sind weiterhin erreichbar. Wie es mit dem Projekt weiter geht, steht wohl trotzdem erst einmal in den Sternen.

ROAM - Kickstarter-Video zum Top-Down-DayZ 2:30 ROAM - Kickstarter-Video zum Top-Down-DayZ

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