Sacraboar - Bericht: Schnelle und taktische Echtzeit-Strategie

Hinter dem seltsamen Namen Sacraboar steckt ein handfester DotA-Klon vom Drei-Mann-Team Makivision. Wir haben das Independent-Spiel ausprobiert.

von Daniel Abel,
30.10.2009 16:28 Uhr

Sobald wir Sacraboar (was wohl so viel wie »heiliges Schwein« heißt) starten, fühlen wir uns in die Warcraft 3-Mod Defense of the Ancients versetzt. Die beiden Spiele sehen sich sogar grafisch ähnlich. Im Echtzeit-Strategiespiel des unabhängigen Mini-Studios Makivision kämpfen sie -- gegen den Computer oder im Multiplayer-Modus -- um Schweine. Warum, verraten die Entwickler nicht. Aber auch ohne Geschichte ist Sacraboar einen Blick wert.

Spielprinzip: Capture the Pig

Unser Jäger erreicht mit dem gegnerischen Schwein die sichere Basis.Unser Jäger erreicht mit dem gegnerischen Schwein die sichere Basis.

Grundsätzlich treten zwei Parteien gegeneinander an. Die zweite übernimmt entweder der Gegner oder ein menschlicher Mitspieler. Ziel des Spiels ist es, dem Gegner eine bestimmte Anzahl an Schweinen zu klauen, ohne seine eigenen zu verlieren. Kurz gesagt: Sacraboar basiert auf dem »Capture the Flag«-Prinzip. Dazu müssen Sie mit einer Ihrer Einheiten in die Nähe des Schweinestalls kommen, der nimmt das Tierchen dann automatisch auf. Danach sollten Sie lebendig zu Ihrem eigenen Stall zurück gelangen. Das ist leichter gesagt als getan, der Träger wird nämlich stark verlangsamt, kann also von den Gegnern leicht eingeholt werden. Die Gefechte dauern trotzdem selten länger als eine Viertelstunde.

Basisbau: Braucht doch keiner

Mit diesen seltsamen Geräten können Sie Türme aus dem Boden stampfen.Mit diesen seltsamen Geräten können Sie Türme aus dem Boden stampfen.

Mit Basisbau müssen Sie sich nicht lange aufhalten. Es gibt nur vier Gebäudetypen: ein Haupthaus, in dem Sie Ihre Truppen produzieren, ein Kraftwerk, das die dazu nötige Energie liefert, der »Schweinestall« und Türme, die Zauber freischalten. Selbst bauen dürfen Sie nur die letzteren, die anderen drei stehen schon fertig auf der Karte. Kaputtmachen können Sie auch nicht alle, nur die Türme lassen sich komplett zerstören. Das Kraftwerk wird durch Attacken temporär ausgeschaltet. Aber selbst dadurch ergeben sich schon eine Menge taktische Möglichkeiten. Beschütze ich ausschließlich meinen Schweinestall, lasse dafür aber mein Kraftwerk ungeschützt und verzichte damit eventuell auf Nachschub? Oder kämpfe ich an allen Fronten? Oder aber wage ich einen Sturmangriff und hoffe, dass ich schneller als der Gegner bin?

Einheiten: Wie Stein, Schere und Papier

Unsere Kanonenschützen gehören zu den flexibelsten Einheiten. Sie können sogar Feuerfledermäuse abschießen.Unsere Kanonenschützen gehören zu den flexibelsten Einheiten. Sie können sogar Feuerfledermäuse abschießen.

Sie können und müssen sich sofort auf den Truppenbau konzentrieren. Dazu steht Ihnen eine bestimmte Anzahl an Ressourcen zur Verfügung. Die sieben verschiedenen Einheiten verbrauchen je eine bestimmte Anzahl pro Mann. Stirbt eine Ihrer Einheiten, bekommen Sie die Ressourcen sofort gutgeschrieben. Sie können direkt Ersatz anfordern. So lässt sich Ihre Taktik und Truppenzusammenstellung schnell ändern. Was auch oft nötig ist, da Sie nie genug Ressourcen haben, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Jede der Einheiten hat eindeutige Vor- und Nachteile, die sich stark auf ihre Einsatzmöglichkeiten auswirken. Ein Jäger kann zum Beispiel schnell rennen, hält aber nichts aus und verursacht keinen Schaden. Er eignet sich also hauptsächlich, um das Schwein zu klauen. Zerstörer sind dagegen stark gepanzert und teilen ordentlich aus, einem Disruptor fallen sie aber trotzdem zum Opfer, weil er sie einfach lahmlegt und in aller Ruhe in Stücke schießt.

Zauber: Unterstützend

Unten sehen Sie acht unserer Zauber. Die helfen dem wehrlosen Turm jetzt aber auch nicht mehr.Unten sehen Sie acht unserer Zauber. Die helfen dem wehrlosen Turm jetzt aber auch nicht mehr.

Damit haben sich Ihre Angriffsmöglichkeiten noch nicht erschöpft. Mit Ihren einzigen baubaren Gebäuden, den Türmen, schalten Sie Zauber in vier Kategorien frei: Schnelligkeit, Neutralisierung, Schutz und Macht. Alle Zauber sind rein unterstützender Natur, richten also keinen direkten Schaden an. Stattdessen lassen Sie etwa Ihren Schweineträger schneller laufen, frieren einen Gegner ein oder machen Ihre Einheiten angriffsstärker. Mit den insgesamt 16 Zaubern können Sie so schon Mal ein Gefecht herumreißen. Außerdem gibt es noch Türme, mit denen Sie Ihre Ressourcen erhöhen und somit größere Armeen in die Schlacht werfen können.

Gegner: Für jeden was dabei

Nach jedem Gefecht bekommen Sie eine Aufstellung Ihrer Leistung zu sehen.Nach jedem Gefecht bekommen Sie eine Aufstellung Ihrer Leistung zu sehen.

Wenn Sie gegen den Computer spielen, stehen Ihnen sage und schreibe 18 Schwierigkeitsgrade zur Verfügung. Schon auf dem untersten müssen Sie schnell handeln. Der Computer handelt zwar relativ planlos, nutzt aber trotzdem alle Möglichkeiten. Viel wichtiger sind allerdings die Gefechte gegen echte Menschen. Die Entwickler haben nicht nur einen normalen Multiplayer-Modus eingebaut, sondern eine ganze Liga. Die Gefechte können Sie sowohl im LAN als auch im Internet spielen.

Technik: Angestaubt

Gerade bei den matschigen Bodentexturen fällt die schwache Grafik auf.Gerade bei den matschigen Bodentexturen fällt die schwache Grafik auf.

Bei den technischen Grundlagen sieht man Sacraboar dann doch an, dass es von einem kleinen Drei-Mann-Team entwickelt wurde. Die Grafik befindet sich auf Warcraft 3-Niveau und ist entsprechend veraltet, allerdings auch fast so stilvoll wie die Blizzard-Version. Die Musik ist simpel, aber passend. Auch die Einheiten geben passende Sprüche von sich, nur der Herr, der einem den Sieg mitteilt, klingt doch sehr übertrieben. Trotz diesen technischen Schwächen ist Sacraboar ein durchdachtes, schnelles Echtzeit-Strategiespiel für spannende Gefechte zwischendurch.

Sacraboar gibt es ab November für rund 18 Euro als reines Download-Spiel über Steam, Impulse und Gamesload.


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