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Report: Spielend Geld verdienen - Reichtum mit E-Sport, Wetten & Co.?

Wir zeigen im Report, wie Sie mit Ihrem Hobby Ihre Haushaltskasse aufbessern. Theoretisch wenigstens.

von Harald Fränkel,
20.02.2011 12:32 Uhr

Spaß beim Spielen haben und damit Geld verdienen, wäre das nicht ein Traum? Wir wollten wissen, was in Sachen Zocker-Zubrot möglich ist, und recherchierten: Dabei lernten wir einen jungen Mann kennen, der seinen Lebensunterhalt zum Teil mit World of Warcraft besteitet, sprachen mit deutschen Profispielern, die monatlich 5.000 Euro kassieren und machten einen ehemaligen Starcraft-Crack ausfindig, der heute beim Pokern Millionen scheffelt. Last but not least haben wir einen Selbstversuch mit Geld-Browserspielen gestartet und wegen eines Gewinns von sagenhaften 20 Cent bei einer Runde Darts auf dem Tisch getanzt – um Minuten später in die Kante desselben zu beißen, weil bei einer einzigen Partie Billard ganz schnell 5 Euro verpulvert waren.

Viele Geldspiel-Seiten legen Klassiker neu auf. Unser Screenshot zeigt Magic Spinball, eine Breakout-Variante.Viele Geldspiel-Seiten legen Klassiker neu auf. Unser Screenshot zeigt Magic Spinball, eine Breakout-Variante.

»Online-Spiele kostenlos, mit realen Gegnern – spielend Geld gewinnen!« Mit solchen und ähnlichen Sprüchen locken die so genannten Skillgame-Anbieter Tipp24games.de, Funwin.com oder King.com. Dort warten vor allem Browser-Minispiele, darunter etliche Bejeweled-Klone, Moorhuhn- Varianten und die üblichen Verdächtigen Solitaire oder Mah-Jongg. Andere Seiten, Stargames.com zum Beispiel, versprühen dagegen Casino-Flair, rücken Roulette, Poker und einarmige Banditen in den Mittelpunkt. Wir haben bei mehreren dieser Anbieter probegespielt und können zunächst überrascht konstatieren, dass einige der für Gelegenheitsspieler zurechtgeföhnten Browser-Werke tatsächlich Spaß machen.

Wer glaubt, dabei stets gegen irgendwelche Hausfrauen anzutreten und mit diesen leichtes Spiel zu haben, hat sich allerdings geschnitten: Wir waren trotz einzelner Siege bald in der Verlustzone. Wollen Sie auf Dauer ein paar Cent Gewinn verbuchen, sollten Sie tunlichst die Gelegenheit nutzen und einige Zeit mit dem zur Verfügung gestellten Spielgeld üben. Ob die Motivation lange genug reicht, um wettbewerbstauglich zu werden, sei angesichts der simplen Strickweise der Spiele dahingestellt. Außerdem fehlt bei vielen der Reiz des direkten Duells. Man geht zum Beispiel selbst bei einer Runde DartKing allein an den Start und wirft die Pfeile innerhalb eines Zeitlimits. Die erzielten Punkte werden danach mit denen des Rivalen verglichen. Dieser hat bereits vorher gespielt oder tritt hinterher an. Es kann sogar sein, dass Sie das Ergebnis erst später per E-Mail erfahren. Das macht die Partien nicht nachvollziehbar, denn wie kann man sicher sein, wirklich gegen einen anderen Menschen anzutreten?

Reich durch Skillgames?

Dennoch, eine Zielgruppe ist zweifellos vorhanden: Gameduell.de, die größte deutsche Skillgame-Seite, gibt es mittlerweile in neun Ländern. Das macht das Berliner Unternehmen sogar zu einem der weltweit beliebtesten Anbieter.

Beim deutschen Anbieter Playall.com kann man unter anderem Call of Duty 4, Counterstrike und Trackmania um Geld spielen.Beim deutschen Anbieter Playall.com kann man unter anderem Call of Duty 4, Counterstrike und Trackmania um Geld spielen.

Nach eigenen Angaben hat Gameduell 20 Millionen registrierte Mitglieder, zwölf Millionen Besucher pro Monat sorgen für 500 Millionen Seitenaufrufe. Welchen Umsatz die Firma macht, ist geheim. »Wir sind profitabel, haben 170 Mitarbeiter und suchen weiter nach Verstärkung«, trommelt die Pressesprecherin Nikola Günther.

Wenn Sie direkt und live um den schnöden Mammon kämpfen wollen, im Rahmen »vollwertiger« Spielekost, dann werden Sie auf der Seite Playall.com fündig. Wer dort eine Clientsoftware herunterlädt, darf die Shooter Call of Duty 2 , Call of Duty 4 , Counterstrike 1.6 , Counterstrike Source und das Rennspiel Trackmania um Geld spielen. Das Portal läuft seit März, befand sich bei Redaktionsschluss aber noch im Aufbau. Deshalb und weil es an Mitspielern mangelte, konnten wir uns keinen aussagekräftigen Eindruck verschaffen. Immerhin bietet die Seite taugliche Spiele.

Was schiefgehen kann, wenn es bereits bei der Qualität hakt, bewies der Geld-Shooter Kwari . Für den kam im Jahr 2008 nach nicht mal zwölf Monaten das Aus, nachdem der Betreiber Konkurs anmeldete. Wirklich Freude machte das Spiel vermutlich nur dem Briten, der zuvor den Jackpot in Höhe von umgerechnet knapp 16.000 Euro geknackt haben soll.

Reich durch WoW?

Dass es Berufsspieler im Dienstleistungsgewerbe gibt, die bei Online-Rollenspielen virtuelles Gold erwirtschaften, Charaktere hochpäppeln und ausrüsten, ist nicht neu. Damit sich das Geschäft mit der nicht-physischen Ware rechnet, beziehen Firmen die Güter aus China und anderen Billiglohnländern.

Immer wieder machen World-of- Warcraft-Spieler ihre Helden bei Online-Versteigerungen zu Geld. Dieser Druide soll mindestens 700 Euro bringen.Immer wieder machen World-of- Warcraft-Spieler ihre Helden bei Online-Versteigerungen zu Geld. Dieser Druide soll mindestens 700 Euro bringen.

Mit welchem Eifer Mark S.aus Herford hierzulande World of Warcraft spielt, um damit ein paar Euro zu verdienen, ist deshalb sehr ungewöhnlich: Der 26-jährige Westfale, der anonym bleiben möchte, hat bereits gut 25 Spielfiguren bis auf Level 80 getrimmt und verkauft. Wie viele es genau waren, weiß er nicht mal. »Früher war das ziemlich übel, ich habe meist 18 Stunden am Tag gespielt. Mittlerweile sind es nur noch fünf bis sechs.« Sein erster Charakter, der Tauren-Krieger »Eyeofdeath«, der sich auf dem Server Gorgonnash tummelte, habe 350 Euro eingebracht. Mark besserte so sein Einkommen als Hartz-IV-Empfänger auf. »Mittlerweile kann ich froh sein, wenn ich Accounts für 70 bis 90 Euro loswerde.« Er weiß, der Grat zwischen Spaß und Sucht ist schmal: »Vom Gewinn hole ich mir nach ein bis zwei Wochen Pause WoW neu und fange wieder von vorne an. Wegen des Spiels bemühe ich mich nicht wirklich um eine neue Arbeitsstelle. Das muss sich ändern.«

Durchschnittlich drei Wochen investiert der Herforder pro Charakter. »Ganz gemütliches Leveln ohne Zeitdruck« nennt er das. Seine Kunden sind in der Regel über 30 Jahre alt, Familienväter, stehen im Berufsleben und haben zu wenig Zeit, ihren Recken selbst zu formen. »Das eigentliche Abenteuer fängt ja erst mit der Maximalstufe an«, erklärt der junge Mann die merkwürdig anmutende Entscheidung mancher Spieler, wildfremde Helden zu adoptieren. Reich macht Mark die daraus resultierende Nachfrage selbstverständlich nicht. Man kann World of Warcraft also von der Liste der wirklich lukrativen Verdienstmöglichkeiten streichen.

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