Star Citizen - Enttäuschendes Ende für ein erfolgreiches Jahr 2016

Gestern Abend fand der jährliche Feiertags-Livestream zu Star Citizen statt. Darin wurde Gameplay vom Alpha-Update 2.6 und ein gigantisches Alien-Trägerschiff gezeigt. Die Fans sind trotzdem verärgert.

von Benjamin Danneberg,
17.12.2016 14:10 Uhr

Der Feiertags-Livestream beendete das Entwicklungsjahr für Star Citizen enttäuschend. Der Feiertags-Livestream beendete das Entwicklungsjahr für Star Citizen enttäuschend.

Von Star Citizen sind wir mittlerweile nur noch Wunderdinge gewöhnt: Physikalische Raster innerhalb verschiedener Räume, 64-Bit-Präzision für enorme Kartengrößen, beeindruckende prozedurale Planetentechnik und nicht zuletzt fantastisch anzusehende, unglaublich detaillierte Raumschiffe.

Alle diese Dinge präsentierte Entwickler Cloud Imperium Games den Unterstützern in diesem Jahr. Deshalb werden bei jeder weiteren Präsentation neue Meilensteine erwartet. Oder aber einfach nur etwas neues Material zu Squadron 42.

Opfer selbst geschürter Erwartungen: Bericht von der CitizenCon 2016

Schlechter Start

Gestern Abend fand der jährliche Feiertags-Livestream statt. Noch bevor dieser angefangen hatte, stand er bereits unter einem ziemlich schlechten Stern: Sämtliche Hoffnungen der Fans wurden bereits mit einer Email, die den Livestream und den Monatsreport für November ankündigte, im Vorfeld zerstört. Es würde erneut kein Squadron 42 zu sehen geben.

Die Entwickler begründen das damit, dass sie sich nicht erneut auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren wollten. Mit dem Release von Update 2.6 und Star Marine vor der Tür, entschieden sie sich daher gegen eine Präsentation von Squadron 42. Stattdessen wollen sie Squadron 42 nun erst soweit fertigstellen, dass eine Demo ohne zusätzlichen Aufwand möglich ist. Man wolle sich wieder mehr auf eine Sache nach der anderen fokussieren, so Roberts.

So einleuchtend die Begründung ist, sie half nicht mehr. Sowohl das schlechte Timing für diese Info (Minuten vor dem Livestream ist schlicht zu spät) als auch die Gewissheit, in diesem Jahr absolut nichts zu Squadron 42 gesehen zu haben, vermieste den Fans die Stimmung gehörig. Über das Jahr hinweg war der Eindruck entstanden, Squadron 42 sei nahezu fertig - und nun bekamen die Unterstützer gar nichts zu sehen? Das brachte selbst eingefleischte Fans auf die Palme.

Star Citizen - Alpha 2.6 Gameplay Trailer 1:53 Star Citizen - Alpha 2.6 Gameplay Trailer

Schlechter Stream

Der Stream selbst sorgte bei der an sich schon schlechten Startstimmung für den Rest: Die Moderation verpasste immer wieder den Einsatz, es gab Schaltfehler, die Mikrofone nahmen lieber Umgebungsgeräusche auf als die jeweiligen Sprecher, die Lautstärke schwankte stark und der Ton passte häufig überhaupt nicht zum Bild.

Über die suboptimale Qualität des Streams und angesichts der oben beschriebenen Enttäuschung konnten die durchaus interessanten Gespräche zwischen Chris Roberts und Tony Zurovec über die KI, geplante Features für 3.0 und Farming kaum hinweg helfen.

Taktisches Star Marine

Gab es denn wenigstens substanzielles Gameplay zu sehen? Das 2.6-Gameplay war schon im Anniversary-Livestream zu sehen gewesen. Interessant waren die Gefechte im Arena Commander und in Star Marine durchaus, zeigten sie doch einige der Neuerungen, die mit dem nächsten Update kommen sollen.

Bemerkenswert war vor allem das Shooter-Gameplay, das dieses Mal weit mehr taktisches Spiel (beispielsweise durch die Gefahr, zu verbluten) zeigte. Das dürfte einige Spieler beruhigen, die bereits mutmaßten, Star Marine würde einfach nur ein weiterer Arcade-Shooter.

Star Citizen - Alpha 2.6 Emergent Gameplay Trailer 10:14 Star Citizen - Alpha 2.6 Emergent Gameplay Trailer

Der Konzeptverkauf der MISC Razor, eines an einen Formel-1-Boliden erinnernden Rennschiffs, brachte vergleichsweise wenig Begeisterung - auch wenn die tatsächlichen Einnahmen wieder einen großen Sprung von rund 30.000 Dollar auf nahezu 200.000 Dollar über den Abend hinweg verzeichneten.

Beeindruckendes Alien-Trägerschiff

Trotz eines von vielen technischen Problemen geplagten Streams und trotz der großen Enttäuschung der Fans schaffte es CIG am Ende aber doch noch, wieder Boden gut zu machen. Sie zeigten in einem Trailer den Vanduul Driller, ein wirklich monströses Trägerschiff der Vanduul Aliens, das die bisher größten Schiffe der UEE beinahe wie Spielzeuge wirken lässt.

Dieses Schiff wird unter anderem in Squadron 42 vorkommen und beflügelt die Hoffnungen der Fans auf epische Enter-Aktionen und packende Kämpfe gegen die Vanduul auf solchen Riesenschiffen.

Star Citizen - Vanduul Driller - Capital Ship Reveal Trailer 2:13 Star Citizen - Vanduul Driller - Capital Ship Reveal Trailer

Laut Roberts wird die Squadron 42-Trilogie tief in die Geschichte der Vanduul eintauchen und ergründen, woher sie kamen und was sie zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Das lässt auf eine reichhaltige Hintergrundstory schließen. Nun muss nur noch das Spiel selbst seinen Weg zu den Unterstützern finden. Da aber derzeit offenbar mehr Sandbox-Elemente in SQ42 eingebaut werden (unterschiedliche Lösungswege von Missionen), kann das durchaus noch eine Weile dauern.

Überreizt CIG seine Karten?

Kurz nach dem Stream ging zusätzlich die erste Welle Einladungen für den öffentlichen Testserver mit Update 2.6 an Spieler raus. Auch das sorgte nochmal für Entspannung, obwohl die ersten Berichte noch von vielen Abstürzen und Bugs sprechen.

Für 2017 muss sich CIG allerdings langsam aber sicher ein neues Konzept, vor allem in Sachen Kommunikation einfallen lassen. Klar, das Crowdfunding-Konzept lebt von einem gewissen Hype und CIG muss die Erwartungen auf einem gewissen Level halten, schließlich ist das vital für die gesamte Finanzierung des Megaprojekts. Allerdings laufen sie Gefahr, ihre Karten zu überreizen. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, dass sie bestimmte Termine einhalten. Es ist viel bedeutender, dass sie mehr zu den geplanten Gameplay-Mechaniken und ihre diesbezüglichen Fortschritte zeigen und dass sie ihre Zielvorgaben realistischer gestalten. Genug Geduld haben die meisten Unterstützer, aber auch diese Geduld muss gefüttert werden.

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Immerhin soll es - wie für Update 2.6 - in Zukunft Einsicht in den internen Entwicklungsstand und die Zeitplanung für Squadron 42 und Update 3.0 geben. Aber wie lange auch immer die Fertigstellung dauert: 2017 könnte zur Nagelprobe für das Projekt werden. Wenn Roberts & Co. es schaffen, auch im nächsten Jahr die Unterstützer mit dem zu überzeugen, was sie zeigen oder sogar veröffentlichen, dann ist CIG wohl endgültig auf der sicheren Seite.

Aber dafür müssen sie sehr bald wieder mehr liefern als neue Schiffe, unzureichende Live-Streams und Last-Minute-Verschiebungen.

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