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Thaumistry: In Charm’s Way im Test - Der Text des Meisters

Bob Bates, ehrwürdiger Veteran der Adventure-Szene, hat nach langer Zeit mal wieder ein eigenes Werk veröffentlicht: Und es ist voller Text!

von Gunnar Lott,
05.12.2017 18:10 Uhr

Thaumistry: In Charm's Way orientiert sich an klassischen Textadventures.Thaumistry: In Charm's Way orientiert sich an klassischen Textadventures.

Bob Bates, vor vielen, vielen Jahren als Entwickler an Spielen wie Eric the Unready, Wheel of Time oder Unreal 2 beteiligt, schließt einen Kreis: Fast 30 Jahre nach seinem ersten Spiel, dem Textadventure Sherlock: The Riddle of the Crown Jewels, das er für die legendäre Firma Infocom entwickelte, kehrt er zu seinen Anfängen zurück und veröffentlicht … ein Textadventure. Ein Textspiel ohne Grafik, das klingt nicht nach einem Projekt, mit dem man im Jahr 2017 kommerziell erfolgreich sein kann. Aber Bates hat das notwendige Geld für die Entwicklung von Thaumistry: In Charm's Way per Kickstarter eingesammelt - gut 1.000 Unterstützer gaben ihm rund 35.000 Dollar dafür.

Das ist alles nur in meinem Kopf!

Thaumistry ist ein klassisches, englischsprachiges Textadventure im Infocom-Stil. Sämtliche Räume und Aufgaben sind mit ein paar Zeilen Text beschrieben, es gibt keine Grafik und kaum Sound. Alle Eingaben erfolgen über das Eintippen von simplen Befehlssätzen: »Ask Jack about spell«, »Break door with axe«. Das Spiel versteht auch Verkettungen und komplexere Satzstrukturen, aber normalerweise kommt man mit einfach »Verb+Objekt«-Befehlen gut hin. Eine Karte zeigt die Orte und ihre Verbindungen, dazu gibt es ein umfassendes Hilfe-System.

Thaumistry steht erzählerisch in der Tradition früherer Bates-Spiele und hat Bobs typischen, nerdig-verschmitzten Humor, aber technisch ist es ein modernes Spiel. Es ist eine saubere Implementation des TADS3-Parsersystems (Text Adventure Development System, ein Gratis-Tool für Adventure-Autoren) mit allen dazugehörigen Komfortfunktionen. Ihr könnt Dinge wie Farben und Schriftarten anpassen, Speicherstände mit Dropbox verwalten usw.

Textadventures hatten ihre Glanzzeit in den 80er Jahren, heute gibt es zwar eine lebendige Fanszene, aber kaum kommerzielle Versuche, Spiele dieser Art zu produzieren. Thaumistry rechnet deshalb auch nicht damit, dass man das Genre kennt und führt neue Spieler clever und behutsam durch die ersten Spielminuten. Außerdem - das war auch früher schon eine Eigenart von Bates-Spielen - hat Thaumistry nicht nur für richtige Aktionen, sondern auch für eine Vielzahl von möglichen und unmöglichen Ideen Antworten parat. Das alles macht das Spiel sehr viel leichter zugänglich als die meisten historischen oder aktuellen Textadventures.

Das Geschehen und alle Eingaben sind in kargem Text dargestellt, übersichtlich, sauber formatiert und gut lesbar.Das Geschehen und alle Eingaben sind in kargem Text dargestellt, übersichtlich, sauber formatiert und gut lesbar.

Die Welt ist voller Bodgers!

Held des Spiels Thaumistry ist Eric Knight, ein glückloser Erfinder, der mit seinem aktuellen Projekt nicht vorankommt und kurz davorsteht, alle Forschungsgelder gestrichen zu bekommen. Da taucht der geheimnisvolle Jack auf und verrät Eric, dass er ein Bodger ist, ein magiebegabter Mensch.

Bodgers gibt es einige, aber sie halten ihre Existenz verborgen: Sie sind verantwortlich für viele ansonsten unerklärliche Ereignisse in der Menschheitsgeschichte. Eric glaubt Jack erstmal gar nichts, aber der bringt ihm ein paar Zauber bei, damit ist die Existenz von Magie bewiesen. Und erzählt von einer großen Gefahr: Auf der Erfindermesse in der Stadt soll eine Maschine enthüllt werden, die Magie sichtbar machen kann - das würde die Bodgers enttarnen und sie der Verfolgung durch die Menschen preisgeben. Eric soll helfen und die Maschine zerstören.

Den erzählerischen Kunstgriff, dass der Held eben erst von seinen neuen Fähigkeiten erfahren hat, nutzt Bates zudem zur Einführung in die Welt und ihres Magiesystems. Jack nimmt Eric erstmal mit auf eine Reise in die Geschichte der Bodgers und ihrer vergangenen Heldentaten, bevor er ihn ins Technikmuseum, den Schauplatz des größten Teils des Spiels, schickt.

Wie auch Bob Bates gehört Steve Meretzky zu den Adventure-Pionieren der Spielebranche. In unserem Plus-Report erfahrt ihr mehr über den Meister des Witzes.

Steve Meretzky - Der Humorpionier (Plus-Content)

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