Windows 10 in der Kritik - »Kein Betriebssystem, sondern eine Werbeplattform«

Microsoft bewirbt in Windows 10 immer wieder Apps oder eigene Dienste und scheint nun auch neue Möglichkeiten direkt im Explorer zu nutzen. Werbung soll nun sogar in Apps gestreamt werden.

von Georg Wieselsberger,
13.03.2017 07:25 Uhr

Windows 10 ist laut manchen Kritikern inzwischen eher eine Werbeplattform und kein Betriebssystem mehr.Windows 10 ist laut manchen Kritikern inzwischen eher eine Werbeplattform und kein Betriebssystem mehr.

Update: Microsoft steht in einem Artikel von Betanews stark in der Kritik. Windows 10 sei kein Betriebssystem mehr, sondern eine Werbeplattform und Microsoft habe jedes Verständnis dafür verloren, was akzeptabel sei. Die Formulierungen des Unternehmens würden sogar andeuten, dass die Werbung für die Nutzer wichtiger sei als für Microsoft selbst. Ein weiteres Beispiel dafür, wie Microsoft Windows 10 für Werbung nutzt, sind die sogenannten »Playable Ads«.

Damit führt Microsoft eine neue Möglichkeit ein, für Apps zu werben. Ein Nutzer, der eine neue App in einer angezeigten Werbung sieht, würde sie bisher vielleicht installieren, müsste dafür aber die App verlassen, mit der er aktuell beschäftigt war. Mit den neuen Playable Ads kann die Werbung die beworbene Software direkt streamen und der Nutzer habe so die Möglichkeit, eine neue App ohne Installation und eventuelle Deinstallation für drei Minuten auszuprobieren. Nach diesem Zeitraum könne die App dann installiert werden, falls gewünscht.

Zusammen mit der umstrittenen Übertragung von Telemetrie-Daten, der an verschiedenen Stellen versteckten Deaktivierungsmöglichkeiten für Werbeeinblendungen mit seltsamen Bezeichnungen und immer neuen Werbemöglichkeiten scheine Microsoft laut Betanews den Punkt zu suchen, an denen es den Nutzern - oder den Regierungsbehörden - endgültig zu viel wird.

Quelle: Betanews, Microsoft

Werbung im Explorer

Microsoft experimentiert laut einem Bericht von Infoworld mit einer neuen Möglichkeit, Werbung für eigene Dienste wie OneDrive direkt in Windows 10 zu platzieren und dafür den mitgelieferten Datei-Manager Explorer zu nutzen.

Für viele Nutzer ist dieses Programm ein wichtiges Tool und damit wohl auch als Werbemittel interessant. Der Artikel von Infoworld beschreibt, dass schon manche Nutzer seit dem Anniversary Update für Windows 10 gelegentlich Werbeeinblendungen im Explorer sehen, doch mit dem wohl im April 2017 erscheinenden Creators Update sollen die Anzeigen deutlich häufiger auftreten.

Bisher nur in englischen Windows-Versionen

Bisher sieht es so aus, als ob sich Microsoft bei den Tests auf englischsprachige Endkunden-Versionen von Windows 10 beschränkt, da bisher nur Fälle aus den USA und einer aus Großbritannien bekannt sind. Aber das könnte sich natürlich durch ein Update jederzeit ändern.

Es ist allerdings möglich, die Werbung im Explorer zu deaktivieren, wenn in den Ordner-Optionen des Explorers der Punkt »Benachrichtigungen des Synchronisierungsanbieters anzeigen« deaktiviert wird. Allerdings hat das dann natürlich auch zur Folge, dass eventuell gewünschte Informationen nicht mehr angezeigt werden.

Komplizierte Deaktivierung von Werbung

Viele Nutzer des Betriebssystems sind auch deswegen verärgert, weil Microsoft keine einfache Möglichkeit bietet, die verschiedenen Werbeanzeigen in Windows 10 zentral zu deaktivieren, sondern diese »überall verteilt« und damit die Einstellungen anscheinend bewusst kompliziert.

Für Nutzer in Europa - abgesehen von Großbritannien - bleibt aber die Hoffnung, dass Microsoft vielleicht wegen der ohnehin vorhandenen Kritik in der EU auf weitere Werbemaßnahmen in Windows 10 verzichtet. Sicher ist das natürlich nicht.

Quelle: Infoworld, Reddit

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