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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Wir haben doch keine Zeit

Sentinels, apokalyptische Zukunftsvisionen, so viele Mutanten wie nie zuvor: X-Men: Days of Future Past (Zukunft ist Vergangenheit) müsste der ultimative X-Men-Film sein. Müsste.

von David Hain,
20.05.2014 15:00 Uhr

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Mutanten gegen Sentinels im Filmclip 1:02 X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - Mutanten gegen Sentinels im Filmclip

130 Minuten braucht X-Men: Zukunft ist Vergangenheit um einen Schlusspunkt zu setzen. Ein echter Brocken von Superheldenfilm ist das. Bryan Singer, der einst die ersten beiden X-Men-Filme in die Kinos hievte, hat viel zu erzählen in diesem Helden-Universum. Hier kommt kein seichter Blockbuster-Spaß, denn den gibt es bei Marvel ohnehin schon eine Weile nicht mehr.

Bryan Singers Fokus liegt klar auf dem Big Picture. Sprich: Nicht mehr nur Einzelschicksale oder Figurengruppen werden abgearbeitet, sondern globale und sogar zwei Zeitebenen umspannende Probleme aufgeworfen. Das uralte Drama der X-Men, also der schwelende Krieg zwischen Mensch und Mutant erreicht hier eine neue Ebene - bis hin zum totalen Genozid. Die Angst vor dem Kalten Krieg, die die Comicvorlage einst befeuerte, ist damit imminenter als je zuvor.

Die Comics als Ideengeber

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ist dadurch über weite Strecken beinahe mehr Politthriller als Superhelden-Action. Die Verknüpfung weltpolitischer Entwicklungen mit den Ereignissen des X-Universums gelang schon dem Vorgänger X-Men: Erste Entscheidung ausgesprochen gut. Hier bewegt man sich nun am Rande des verlorenen Vietnam-Krieges, direkt inmitten der Nixon-Ära. Perfekter Nährboden also für eine verschärfte Ausgangslage, die den Mutanten erstmals an den Rand der Existenz drängt und damit eine mehr als potente Bedrohung darstellt.

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - TV-Spot zum Film 0:30 X-Men: Zukunft ist Vergangenheit - TV-Spot zum Film

Das bedeutet für den Film gleich mehrere interessante Ansätze. Zum einen bewegt man sich hier erstmals auf verschiedenen Zeitebenen - der Kalten-Krieg-Gegenwart und einer Zukunft, in der Mutanten und Menschen nahezu ausgerottet sind. Zum anderen halten mit den Sentinels endlich ein paar der beliebtesten Antagonisten des gesamten X-Men-Universums Einzug in die Kinofilme. Und dann wäre da noch die Zusammenführung der alten und neuen Film-Universen.

Wer die zugrundeliegende Storyline aus den X-Men-Comics kennt, der weiß, dass die Entscheidung, den Fokus so breit wie möglich anzulegen, durchaus Sinn macht. Dort umspannte die »Days of Future Past«-Serie jedoch mehrere Monate und verschiedene Comicreihen. Der Kinofilm kann sich diesen Luxus freilich nicht erlauben und tut sich entsprechend schwer, all die kleinen und großen Ereignisse unter einen Hut zu bekommen und irgendwie in zwei Stunden aufzubereiten.

Viel hilft viel… oder so

Bevor das Gemecker losgeht: Für einen Film dieser Komplexität ist Bryan Singer dieses Vorhaben noch durchaus ansprechend gelungen. Selbst The Avengers ächzte unter der schieren Masse an Figuren und Handlungssträngen noch deutlich spürbarer, als Zukunft ist Vergangenheit. Und doch wird auch diesem Film die Gigantomanie immer wieder zum Verhängnis. Bei all den Mutanten und Figuren, die uns der Film vorsetzt, will doch keine so richtig im Gedächtnis bleiben.

Bolivar Trask zum Beispiel. Der kleinwüchsige Erfinder der gefürchteten Sentinel-Roboter hat scheinbar jede Menge Wut im Bauch. Warum er die Mutanten aber nun eigentlich auslöschen will, scheint dabei völlig nebensächlich zu sein. Mehr als schablonenhaft bleibt sein Charakter nie. Und so zieht sich das weiter durch: Bishop, in den Comics einer der interessanteren Mutanten aus der zweiten Garde, darf hier nicht einmal mehr als drei Sätze aufsagen. Drei!

Blink. Iceman. Sunspot. Ink. Warpath. Shadowcat. Colossus. Toad. Alles Namen, die X-Men: Zukunft ist Vergangenheit zwar in den Raum wirft, aber nicht viel mehr mit ihnen anzufangen weiß, als zwei, drei zusammenhanglose Actionszenen aufzufahren. Wie verschwenderisch die Macher dabei agieren, zeigt sich noch am ehesten am Beispiel von Storm, für die Bryan Singer zwar tatsächlich Halle Berry gewinnen konnte, deren Screentime aber nicht mehr als 5 Minuten betragen dürfte.

Wie gesagt: Insgesamt gesehen darf man dem neuen X-Men aber dennoch bescheinigen, dass die Story über weite Teile zwar vielgliedrig aber doch in sich schlüssig verläuft. Wann immer der Film beim Kern der Handlung bleibt, also dem ewigen Zwist zwischen Magneto und Xavier, spielt er seine wahre Stärke aus. Das kongeniale Duo um James McAvoy und Michael Fassbender trägt wie im Vorgänger den gesamten Film.

X-Men: Days of Future Past - Zweiter Kino-Trailer: Angriff der Sentinels 2:37 X-Men: Days of Future Past - Zweiter Kino-Trailer: Angriff der Sentinels


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