Ouya Konsole

Konsolen   |   Datum: 26.07.2013
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Ouya – Hype oder Hoffnungsträger? | Seite 3

Was kann die Android-Konsole?

Spannend Scheitern?

Ouya – Hype oder Hoffnungsträger? : Nein, Ouya wird ganz sicher nicht die nächste Konsolen-Generation nach PlayStation 3 oder Xbox 360. Dazu ist die Hardware zu schwach und es fehlt die Unterstützung der großen Publisher. Und auch die Entwickler aus der Indie-Szene und dem Mobile-Bereich dürften dem Gerät zumindest zum Teil skeptisch gegenüber stehen – auch sie müssen »Miete« zahlen, und die Aussicht auf nahezu ungebremste Raubkopiererei stimmt nicht gerade optimistisch. Freuen dürften sich höchstens die ganz harten »uns ist Geld egal«-Indies sowie deren Fans.

Ich fürchte allerdings, dass diese Zielgruppe mit den rund 40.000 Kickstarter-Teilnehmern ziemlich deckungsgleich ist, User-Wachstum ist aus dieser Ecke kaum zu erwarten. Bleiben die Free-to-Play-Hersteller, die es trotz aller Versuche ja noch immer nicht geschafft haben, vom PC-Monitor auf den heimischen Fernseher zu wechseln. Sie wittern Morgenluft, brauchen aber ein vernünftiges Bezahlsystem für ihr Geschäftsmodell. Und genau da bin ich skeptisch. Weder das mehr als selbstbewusste Video (in dem erstaunlich oft und lange Holzprototypen des Joypads zu sehen sind), noch die vagen Ankündigungen der Macher wirken in Hinsicht auf ein sicheres und komfortables Bezahlmodell besonders vertrauensweckend.

Aber natürlich bin ich trotzdem bei der Kickstarter-Kampagne dabei, sogar unter den ersten 1.000 Unterstützern. Warum? Weil Ouya eine cooler Versuch ist, abseits des üblichen Industriegeflechts aus Hardware-Herstellern, digitalen Vertriebsplattformen und Groß-Publishern ein Gerät von Spielern für Spieler zu schaffen – das will ich unterstützen. Und wenn das ganze Projekt aus den oben genannten Gründen dann tatsächlich absäuft, kann keiner sagen, wir hätten es nicht wenigstens versucht!

Markus Schwerdtel
Redaktion GamePro

Ouya – Warum es fliegt, warum es scheitert

+ Preis: Mit 99 Dollar ist Ouya konkurrenzlos günstig, im Preis enthalten ist ein Joypad.

+ Grafik: Ouya benutzt einen Tegra-3-Chip von Nvidia mit vier Prozessorkernen, was die Grafik in etwa auf unteres Xbox-360-Niveau hebt – bei dem Preis nicht schlecht.

+ System: Die Konsole benutzt Android 4.0 als Betriebssystem. Damit dürften Umsetzungen von Smartphone- und Tablet-Apps ziemlich simpel sein.

+ Offenheit: Ouya versteht sich als Hackerkonsole. Das beginnt beim Verzicht auf einen harten Kopierschutz oder Region-Lock bin hin zu Standardschrauben am Gehäuse, damit sich die Hardware leichter modden lässt.

+ Entwicklerfreundlich: Die Ouya-Konsole ist zugleich ihr eigenes Entwicklersystem. Lizenzgebühren oder SDKs wie bei Nintendo, Sony oder Microsoft gibt es nicht. Die Einstiegshürde für Programmierer ist daher extrem niedrig. Das macht das Gerät interessant für Indie-Entwickler.

+Free to Play: Ouya-Entwickler sollen sich verstärkt auf Free to Play-Konzepte konzentrieren, wie man sie etwa aus Browser- und Mobile-Titeln kennt oder zumindest eine kostenlose Demo-Version ihres Spiels zur Verfügung stellen.

- Wichtige Spiele: Außer ein paar Absichtserklärungen (Canabalt) gibt es noch kaum konkrete Ankündigungen für die Konsole. Große Publisher wie EA oder Ubisoft dürften sich wegen des fehlenden Kopierschutzes von Ouya fern halten.

- Android-Flut: Die leichte Konvertierbarkeit von Smartphone-Spielen dürfte zu einer Flut schlecht gemachter Klonspiele führen, in der man Perlen erst mal finden muss.

- Joypad: Auch wenn die Macher für das Gamepad nur höchste Qualität versprechen, bleiben Zweifel. Was soll zum Beispiel das Touchpad in der Mitte? Den Touchscreen für konvertierte Handy-Titel ersetzen? Viel Glück beim Treffen von Onscreen-Buttons – Touchpad ist eben nicht gleich Touchscreen.

- Infrastruktur: Xbox Live und PSN haben viele Jahre Entwicklungszeit gebraucht, um auf dem heutigen Stand zu sein (den Nintendo noch immer nicht erreicht hat). Wie die Ouya-Macher etwas Ähnliches – mit Matchmaking, Bezahlsystem, Account-Verwaltung etc. – hinbekommen wollen, ist noch ihr Geheimnis.

- Verbreitung: Auch wenn die Kickstarter-Kampagne augenscheinlich ein Riesenerfolg ist, stehen zum Redaktionsschluss doch nicht mehr als rund 40.000 Menschen dahinter. Im Vergleich zu den millionenfachen Verkäufen anderer Konsolen ist das verschwindend wenig. Doch erst mit großer Verbreitung ist eine Plattform wirklich interessant für Entwickler.

- Raubkopien: So schön die Offenheit von Ouya auf den ersten Blick auch ist, sie wirft für Entwickler handfeste Probleme auf. Denn auch sie sind gezwungen, mit ihren Spielen Geld zu verdienen. Ohne eine sichere Möglichkeit Raubkopien und vor allem den Betrug mit In-App-Käufen einzudämmen, ist eine so offene Plattform also eher unattraktiv.

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Avatar maximiZe
maximiZe
#1 | 29. Jul 2012, 15:52
dasdass.de
"[...] ein Gerät von Spielern für Spieler zu schaffen – dass will ich unterstützen." - langsam treibt das echt absurde Blüten.
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Avatar Husky666
Husky666
#2 | 29. Jul 2012, 15:56
Zitat von :

Raubkopien: So schön die Offenheit von Ouya auf den ersten Blick auch ist, sie wirft für Entwickler handfeste Probleme auf. Denn auch sie sind gezwungen, mit ihren Spielen Geld zu verdienen. Ohne eine sichere Möglichkeit Raubkopien und vor allem den Betrug mit In-App-Käufen einzudämmen, ist eine so offene Plattform also eher unattraktiv.


Jetzt sabbeln schon Redakteure das nach was die SPielehersteller seit 30 Jahren rumplärren...
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Avatar offscore
offscore
#3 | 29. Jul 2012, 15:59
Fraglich ist ob ich auf das Gerät Videos von meinem Computer auf meinen Fernseher streamen kann und ob es evtl. so etwas ähnliches wie Apple TV gibt. Für 99 Euro könnte man es sich überlegen.

Auch noch nicht ganz sicher bin ich mir über den Cloud-Gaming Faktor der Konsole,..
Wenn die Spiel auf die Konsole gestreamt werden, ist die Hardware ja fast unerheblich
und ein Kopierschutz sowieso nicht nötig.
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Avatar rob81
rob81
#4 | 29. Jul 2012, 16:02
So sehn richtige gamer Geräte aus:
http://www.youtube.com/watch?v=3_glZwOCXB8

7 Zoll Handhelds mit Android und Mapping Funktion auf Buttons für Android apps.
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Avatar Cabeleira
Cabeleira
#5 | 29. Jul 2012, 16:02
Zitat von Husky666:

Jetzt sabbeln schon Redakteure das nach was die SPielehersteller seit 30 Jahren rumplärren...


Raubkopien können einen Kobnsolenhersteller killen, siehe SEGA:

Der Dreamcast hat alle Verkaufsrekorde gesprengt, aber SEGA ist an dem Ding trotzdem fast pleite gegangen, weil die sich nicht um einen adäquaten Kopierschutz gekümmert haben und alle die Spiele raubkopiert haben. Die haben hinterher fast gar nichts mehr eingenommen und dann sind sie kolabiert.

Aber Einfaltspinsel wie du werden es nie checken. Redet euch ruhig weiter ein, dass Raubkopien keinen wirtschaftlichen Schaden anrichten, je häufiger man es wiederholt, desto eher glaubt man diesen Blödsinn dann auch noch.

Raubkopierer sind schuld an DRM, DLC und Onlinezwang. Schönen Dank auch, ihr Penner.
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Avatar fleece
fleece
#6 | 29. Jul 2012, 16:09
Alleine für XBMC lohnt sich diese Konsole schon. Multimediaserver + Spiele fürn Fernseher, ist in dieser Form recht schwierig zu bekommen.
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Avatar Fred
Fred
#7 | 29. Jul 2012, 16:10
Zitat von Led Zeppelin:
Sieht gut aus!


Darauf kommt´s auch an.

Sorry, Herr Schwerdtel, ein solch sinnloses Projekt laut eigener Aussage nur des Projekts willen zu unterstützen...da gibt es deutlich bessere und hilfreichere Wege sein Geld los zu werden.

Man kann es echt nicht mehr fassen. Überall wird rumgepöbelt, dass einem die großen Konzerne ja nur das Geld aus der Tasche ziehen, und hier wird ohne Fundament und Verstand sofort willenlos investiert. Gänzlich sinnfrei und auch erstmal nur der Wille, das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Mit dem einfachen und zugleich dummen Motto "Gegen die Großen" kommt man anscheined noch besser an das Geld der Leute. Wie es diverse Betrüger ja auch schon für sich entdeckt haben.
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Avatar Lion1860
Lion1860
#8 | 29. Jul 2012, 16:15
der Controller sieht ja mal übel unbequem aus...
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Avatar Linuxuser
Linuxuser
#9 | 29. Jul 2012, 16:19
"Was kann die Android-Konsole?"
- Alles was ein Smartphone mit HDMI-Kabel und Bluetooth-Controller auch kann?! :D
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Avatar gamerN7
gamerN7
#10 | 29. Jul 2012, 16:23
So ein Quatsch! Ne Xbox 360 Slim mit 250GB kostet nichtmal 100€ mehr und hat mit sicherheit 10mal so viel Leistung, DVD-Laufwerk, große HDD und guten support ohne viele hacker!
also warum DAS ?!?!
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