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OnLive - Pleite oder an »neues Unternehmen verkauft«? (Update)

Der Cloud-Gaming-Service OnLive wurde an ein anderes, neu gegründetes Unternehmen verkauft, zu dem anfangs noch keine Informationen gab.

Von Georg Wieselsberger |

Datum: 20.08.2012 ; 08:01 Uhr


OnLive : Wie PCmag.com berichtet, gab es zunächst Gerüchte, nachdem Spiele-Designer Brian Fargo über Twitter mitteilte, dass OnLive noch am gleichen Tag den Geschäftsbetrieb einstellen würde. Dies habe er über E-Mail erfahren. Danach gab es weitere Berichte über viele Entlassungen und darüber, dass Angestellte dabei gesehen wurden, wie sie die Büros von OnLive mit Umzugskartons verließen.

Offiziell hat OnLive inzwischen mitgeteilt, dass ein »neues Unternehmen einen großen Anteil der Angestellten von OnLive aus allen Abteilungen übernimmt und noch deutlich mehr Mitarbeiter, auch für OnLive, einstellen wird“. Wie viele der aktuellen Angestellten entlassen wurden, wollte eine Sprecherin aber nicht sagen, da der gesamte Vorgang noch nicht abgeschlossen sei.

Ein OnLive-Angestellter, der PCmag kontaktierte, widersprach aber inzwischen der Aussage, dass viele Angestellte übernommen werden. Ob OnLive nun also vielleicht insolvent ist und seinen Dienst einstellt oder auf irgendeine Weise übernommen wird, ist unklar. Gerüchte zu einer Übernahme, beispielsweise durch Sony, gab es schon länger. Dort hat man sich jedoch für den Konkurrenten Gakai entschieden. Ein plötzliches Ende des OnLive-Dienstes würde überraschen, denn erst vor einigen Tagen wurde die Unterstützung der Android-Konsole Ouya angekündigt.

Laut XbitLabs hat OnLive jedoch in den USA einen Antrag gestellt, der von einem insolventen Unternehmen dazu genutzt werden kann, die Kontrolle über alle Rechte und das vorhandene Eigentum ein einen Dritten zu übertragen, der dann damit Gläubiger bezahlen kann. Speziell einige Patente von OnLive dürften in diesem Fall für Investoren interessant sein - die Angestellten und der Dienst an sich vermutlich weniger.

Update 20.8.:

OnLive wird laut einer Presseerklärung weiterhin unter diesem Namen seine bekannten Dienste anbieten, auch wenn dahinter nun ein »ein neu gegründetes Unternehmen« steht, das von der Investmentfirma Lauder Partners ins Leben gerufen wurde. Die Schulden des »alten« OnLive wurden durch Lauder Partners komplett beglichen.

Laut der Mitteilung sei es aufgrund der Art der Transaktion, bei der nur der Besitz und das geistige Eigentum von OnLive erworben wurden, nicht möglich, Anteile an OnLive Inc. oder dessen Angestellten zu übernehmen. Allerdings hat über die Hälfte der bisherigen Mitarbeiter eine neue Stelle in dem neuen Unternehmen angeboten bekommen. Sobald die weitere Finanzierung gesichert sei, plane man, mehr Leute einzustellen, darunter auch weitere ehemalige Mitarbeiter von OnLive.

Die Übernahme aller Güter sei zwar für jeden bei OnLive ein »herzzerreißender« Vorgang, aber die einzige Möglichkeit gewesen. Die Arbeit von mehr als einem Jahrzehnt könne so überleben und sich weiter entwickeln. Für die Nutzer ändere sich nichts.

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Onlive bietet verschiedene Bezugsmodelle an. Sie können viele Spiele auch nur für drei oder fünf Tage testen. Die Preise liegen allerdings zum Teil deutlich über dem Ladenpreis.
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Avatar Drehtürsteher
Drehtürsteher
#1 | 19. Aug 2012, 10:16
Lieber Autor, News mit Lesezeichen in der Überschrift will keiner lesen, aber sie können ja nichts anderes schreiben.
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Avatar Einkaufswagen
Einkaufswagen
#2 | 19. Aug 2012, 10:22
Schade für die Mitarbeiter, die ihren Job verlieren... aber dem Dienst an sich,, weine ich nicht eine Träne nach. Im Gegenteil.
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Avatar mr.miesfies
mr.miesfies
#3 | 19. Aug 2012, 10:23
War irgendwie klar. Die nötige Inet-Bandbreite ist noch lange nicht weit genug verbreitet um so ein Unternehmen am Leben zu erhalten.
Aber wenn es mal soweit ist bin ich gern dabei....

Zitat von Einkaufswagen:
Schade für die Mitarbeiter, die ihren Job verlieren... aber dem Dienst an sich,, weine ich nicht eine Träne nach. Im Gegenteil.

Wieso das denn??
Nie wieder aufrüsten ist doch ein verlockender Gedanke. Das einzig wirklich negative ist: Server futsch - Spiele futsch. Aber bei BF3 ist es ja auch so...

PS
Zitat von Kehool:
das ist mit sicherheit nicht "das einzig wirklich negative"unter dem artikel steht doch bereits ein ausschnitt aus "10 dinge die sie mit onlive nicht mehr machen dürfen"...
...ich würde dir empfehlen sie mal durchzulesenbei dem gedanken die komplette kontrolle abzugeben und mich mit all diesen nachteilen abfinden zu müssen kommt mir als leidenschaftlicher spieler die galle hoch

daher ist es mir lieber wenn diese dienste den bach runtergehen, dann ist wenigstens garantiert dass ich auch in zukunft nicht mit dem mist konfrontiert werde

Ich bin auch ein leidenschaftlicher Spieler, sehe das Cloud Gaming aber nicht ganz so negativ. Ich glaube dass es eher als Erweiterung des Spielemarkts zu sehen ist, als diese ewigen "es wird dies und jenes ersetzen"-Theorien. Genau wie der F2P Sektor ist es ein neuer Branchen-Zweig der das vorhandene Angebot nur ergänzt.
Die ganzen Unkenrufe dass das Vollpreis Spiel und der damit verbunden Verkauf von "echten" Spielen auf DVD/Bluray aussterben wird, ist für mich nur lächerlich. Klar habe ich selber auch schon Spiele Digital gekauft, aber eine Disk mit Hülle und Booklet ist nicht zu ersetzen.
Trotzdem finde ich Onlive und Co. recht spannend. Wenn Steam zB einen Streamingdienst bereitstellen würde, mit dem ich meine Steam Games auch auf Fernseher, Handy, Netbook, oder sonst ein Gerät dass eigentlich nie die Rechenpower hätte um Spiele zum Laufen zu bringen, spielen könnte, dann wäre das eine echte Neuerung und ein Fortschritt im Gaming Sektor.
Den Gedanken, dass ich mich nur auf so einen Streaming Dienst verlassen soll, finde ich auch sehr beunruhigend, aber die selbsternannten "Hardcore"-Gamer reagieren bei solchen Themen eindeutig über.
Ich glaube nämlich auch, dass reine Streaming Dienste ala Onlive niemals wirklich Erfolg haben werden, da man sich das Spiel ja nur für den Dienst Kauft und sonst keine Möglichkeit hat das Spiel zu verwenden, aber wenn Sony, MS oder Valve so einen Dienst starten, zusätzlich zu ihrem jetzigen Angebot, dann wird das Cloud Gaming höchstwahrscheinlich ein Erfolg werden.
Es könnte vielleicht ein Dienst Erfolg haben der auf Flatrates setzt, so nach dem Motto "10€ im Monat und dafür darf man alle verfügbaren Spiele spielen", da muss dann aber die Auswahl groß genug sein...

Zitat von TechF:

Dito! Dito! Dito! Dito! Dito! Dito! Dito! Dito! Dito!

Das hat schon zulange durchgehalten. Ist nur die Frage ob das auch generell ein Signal für ähnliche Ambitionen bzgl. solcher Spiele-Streaming-Dienste ist. Wenn ja wäre es wirklich mal ein Sieg gegen diesen Online/DRM/Account/Registrier-Gedöns.

Wann findet ihr euch endlich damit ab, dass die glorreichen Anfangstage der PC-Spielebranche entgültig vorbei sind. Klar Raubkopien wirds immer geben. Aber die Publisher werden sich auch immer neue Ideen einfallen lassen, den Spieler zum Originalkauf zu zwingen bzw. wenn er das Spiel einmal gekauft hat, dass sie ihn es nicht mehr weiterverkaufen lässt.
Es bildet sich zwar eine tapfere Indie Szene die auf DRM und Co. pfeift, aber im Vergleich mit den Großen sind die nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mich persönlich nervt nur dass die ganzen Publisher nicht mit dem Experimentieren aufhören. Es gibt doch eh schon Steam, da braucht keiner mehr Origin, Ubliauncher und Co.
Nur sind diese Firmen sich zu fein einen Teil ihres Gewinns an Valve abzutreten, aber es kommt nun mal keiner an das Dampf-Programm heran. Dafür dass Steam mich mit kein-Weiterverkauf
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Avatar pankerschulz
pankerschulz
#4 | 19. Aug 2012, 10:28
Die "News" kommt ein bissl spät.
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Avatar brainpinker
brainpinker
#5 | 19. Aug 2012, 10:33
War zu erwarten, der Markt ist einfach noch nicht reif dafür.
Speziell in Deutschland wo mir gesagt wurde das Internet noch in der Steinzeit fest hängt.
Nicht böse gemeint wurde mir aber gesagt.
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Avatar Coolstyle
Coolstyle
#6 | 19. Aug 2012, 10:34
Das geht in 5 Jahren, wenn jeder Nasa Internet hat.
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Avatar Ephialtes
Ephialtes
#7 | 19. Aug 2012, 10:37
Zitat von Drehtürsteher:
Lieber Autor, News mit Lesezeichen in der Überschrift will keiner lesen, aber sie können ja nichts anderes schreiben.


Und Fragezeichen suggerieren, dass der Autor keinen Plan hat, was eigentlich Sache ist und nicht informiert ist. Das ist schlechter Stil. Aber Herr W. lässt sich ja, trotz anhaltender Kritik, nicht verbessern.
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Avatar 4Inch
4Inch
#8 | 19. Aug 2012, 10:37
Von Wegen Cloud ist die Zukunft, Kunden sind nunmal nicht Blöde. Die Spiele Industrie vergisst immer wieder das Gameing ein Hobby ist, und nicht mehr.
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Avatar Zsinj
Zsinj
#9 | 19. Aug 2012, 10:37
Das ging ja schneller als erhofft.
Diese Art von Dienst kann keine Zukunft haben.
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Avatar sirius3100
sirius3100
#10 | 19. Aug 2012, 10:45
Zitat von mr.miesfies:
War irgendwie klar. Die nötige Inet-Bandbreite ist noch lange nicht weit genug verbreitet um so ein Unternehmen am Leben zu erhalten.


Das Problem von OnLive ist/war imho eher dass das Unternehmen einfach zu klein ist. Die können also weder selbst Firstparty-Spiele entwickeln noch konnten sie sich genug AAA-Titel von anderen sichern. Und ein neues System das wenig Spiele hat wird einfach nicht verwendet (ein ähnliches Problem hat im Moment die PS Vita; wenig Spiele --> wenige Spieler --> wenige Spiele etc.).
Ändern kann man das dann nur noch wenn man viel Geld in Werbung und eigene Spiele buttern kann.

Registriert waren bei OnLive ja sehr viele Leute (wobei darunter sicher ein Großteil ist der's nur mal ausprobieren wollte), aber wenn keine Spiele da sind, kauft man halt keine Spiele und für OnLive fehlte damit das Einkommen.
Ausgelegt waren die Server die gemietet wurden wohl auf 8000 gleichzeitig spielende Spieler (ich weiß jedoch nicht ob das die NA-Zahl ist, oder die Weltweite). Der tägliche Peak lag jedoch bei nur ca. 1600 gleichzeitigen Spielern.

Alles in allem hat das zu einem Verlust von 5 Millionen Dollar pro Monat geführt. Und OnLive hatte wohl nur um die 60 Millionen Dollar Kapital.
OnLive hat ja mit allen möglichen Aktionen versucht mehr Spieler zum Service zu locken, der Erfolg war aber wohl recht bescheiden. Ich hab auch mal ein bisschen (überschlagsmäßig) gerechnet und imho haben die die Spiele auch zu einem Preis verkauft dass es selbst dann schwer gewesen wäre Geld zu verdienen wenn die Server ausgelastet wären (ein System das weniger kostet als eine Konsole + Spiele zu PC/Steampreisen kann einfach kaum funktionieren wenn man als Unternehmen auch noch für die Rechenpower sorgen muss).

Einen "Verkauf" im üblichen Sinne von OnLive gab es soweit man im Moment wohl weiß übrigens nicht. Das Verfahren das eingeleitet wurde ist ähnlich unserem Insolvenzverfahren.
Eine andere Person (möglicherweiße Gary Lauder) kann jetzt mit den Patenten, Produkten etc. die an ein neues Unternehmen übertragen werden wirtschaften und versuchen die Gläubiger zu bezahlen. Der Unterschied zu einem Insolvenzverwalter scheint zu sein, dass diese andere Person das neue Unternehmen für den Fall dass er alles wieder ins Lot bringt behalten kann.
Ob man damit jetzt aber die dringend nötigen neuen Spieleentwickler und Publisher überzeugt Spiele auf das System zu portieren bezweifle ich etwas.

Richtig gearscht sind natürlich die ehemaligen Mitarbeiter. Zum einen kamen die Entlassungen wohl ziemlich überraschend und zum anderen hatten alle Mitarbeiter wohl auch Anteile an Onlive.
Als das Unternehmen auf 1,8 Millarden Dollar wert geschätzt wurde waren diese noch ganz nett. Im Moment sind sie aber komplett wertlos weil ja alles Eigentum von OnLive an ein neues Unternehmen übertragen wird.
Falls das neue Unternehmen irgendwann erfolgreich sein sollte werden diese Anteile zwar automatisch in Anteile des neuen Unternehmens umgewandelt, das hilft jetzt im Moment aber auch nix (und gerade jetzt dürfte vielen ja das Geld fehlen; die Sozialleistungen in den USA sind halt deutlich niedriger als bei uns).
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