Rund zweieinhalb Jahre ist es her, dass Futuremark seine erfolgreiche Grafikkarten-Benchmark-Reihe um den 3DMark Vantage erweiterte. Mittlerweile erzielen selbst Mittelklasse-Grafikkarten Resultate im fünfstelligen Bereich, was anfangs nur High-End-Platinen schafften. Der neue 3DMark 11 soll jetzt aber auch wieder aktuelle Grafikkarten so richtig ins Schwitzen bringen - dank DirectX-11-Unterstützung. Wir haben uns den neuen Grafikkarten-Benchmark genauer angeschaut und die Leistung mit einigen beliebten beziehungsweise aktuellen Grafikkarten gemessen.

Mit einer kleinen Verspätung von einer Woche hat es der 3DMark 11 endlich auf den Markt geschafft. Angekündigt war er ursprünglich für den 30.November. Neu im 3DMark 11 ist die zwingende Direct-X11-Unterstützung, unter Windows XP oder mit einer DirectX-10-Grafikkarte startet das Programm nicht. Das grafische Vorzeige-Feature von DirectX 11 ist Tesselation, von der Futuremarks neue Benchmark-Software in drei der vier Grafiktests Gebrauch macht. Im »Physics«- sowie dem sogenannten »Combined«-Test prüft 3DMark 11 die Leistung bei physikalischen Berechnungen – sowohl seitens der Grafikkarte als auch seitens des Prozessors.

3DMark 11 : Bei nicht DirectX-11-fähigen Grafikkarten, wie hier der Geforce 9800 GTX, verweigert Futuremarks neuster Benchmark seinen Dienst.

Ohne DirectX 11 kein 3DMark 11
Bei nicht DirectX-11-fähigen Grafikkarten, wie hier der Geforce 9800 GTX, verweigert Futuremarks neuster Benchmark seinen Dienst.

Grafik-Tests

Der erste Grafiktest spielt in der Tiefsee. Dort sehen Sie mehrere U-Boote, von denen zahlreiche Lichtquellen ausgehen, die teilweise auch Schatten werfen. Futuremark setzt hier zudem volumetrische Beleuchtung ein, womit Lichtstrahlen wie in der Realität durch ein Medium wie Nebel, Rauch oder Dampf transportiert und durch dieses verändert werden. So schimmern in diesem Grafiktest beispielsweise die Lichter der U-Boote durchs Meerwasser. Im ersten Grafiktest kommt allerdings noch keine Tesselation zum Einsatz.

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Im zweiten Grafiktest stoßen die U-Boote auf ein Schiffswrack, das mit Tesselation realisiert wird. Durch Tesselation ist die Grafikkarte in der Lage, einfache Polygonstrukturen selbstständig um zusätzliche Polygone zu erweitern. So erscheinen Oberflächen wesentlich detailreicher und realistischer, zudem erleichtert Tesselation die Arbeit der Programmierer und verringert die Datenmengen, die zur Grafikkarte transportiert werden müssen. Die Beleuchtungseffekte im zweiten Grafiktest entsprechen denen des ersten.

3DMark 11 : Der erste Grafiktest strotzt nur so vor Lichteffekten, Tesselation wird allerdings keine verwendet.

1.Grafiktest
Der erste Grafiktest strotzt nur so vor Lichteffekten, Tesselation wird allerdings keine verwendet.


Szenenwechsel: Der dritte Grafiktest findet im Dschungel statt. Wie im Dschungel üblich, fährt die Kamera zunächst durch die Bäume, um anschließend den Fokus auf einen riesigen Tempel zu schwenken, vor dem sich ein archäologisches Camp mit Zelten und Geländewagen befindet. Futuremark wendet Tesselation hier auf Statuen, Pfeilern sowie teilweise auf Pflanzen an. Zusätzlich wird die volumetrische Beleuchtung eingesetzt, was für eine besonders schöne Verteilung der Sonnenstrahlen im Tempelgebiet sorgt.

Der vierte Test findet in der gleichen Gegend wie der dritte Grafiktest statt, dieses Mal allerdings in der Nacht. Der Vollmond scheint hell und auch am Geländewagen brennen die Lichter, weshalb hier verstärkt die volumetrische Beleuchtung zur Geltung kommt. Zusätzlich gibt es im vierten Grafiktest Schatteneffekte. Für die Darstellung der Pfeiler, Statuen und Pflanzen nutzt die Grafikkarte wieder Tesselation.

Physics-Test

3DMark 11 : Beim ersten Physics-Test muss der Prozessor alleine ran. Grafik-Features wie Tesselation sind hier deshalb deaktiviert.

Physics-Test
Beim ersten Physics-Test muss der Prozessor alleine ran. Grafik-Features wie Tesselation sind hier deshalb deaktiviert.

Im Physics-Test fliegen die Fetzen - beziehungsweise die Kugeln. Gleich mehrere krachen auf die Säulenbauwerke, die unter der Wucht der Einschläge in ihre Einzelteile zerfallen. Dabei berechnet diesmal ausschließlich der Hauptprozessor, wie der Einsturz der Bauwerke verlaufen soll und versucht diesen physikalisch möglichst realistisch darzustellen. Realisiert werden die physikalischen Berechnungen durch die »Physics Library C++« sowie das »Physics SDK«. Tesselation, eine volumetrische Beleuchtung sowie sonstige Grafikeffekte finden im fünften Test nicht statt.

Im sechsten und letzten Test ist dann neben der CPU auch wieder die Grafikkare gefragt. Während der Prozessor für den Einsturz der Gebäude zuständig ist, übernimmt die Grafikkarte Tesselation, volumetrische Belechtung, Post-Processing sowie das Verhalten der beim Einsturz herumfliegenden Partikel (»soft-body physics«). Der letzte Test ähnelt vom Ablauf her dem ersten, mit dem Unterschied, dass Futuremark die Säulen mit dreidimensionalen Ornamenten (für Tesselation) verziert, eine Sonne platziert (für volumetrische Belechtungseffekte) sowie jede Menge Sträucher und im Wind wehende Fahnen zwischen den einstürzenden Bauwerken verteilt.

3DMark 11 :

Grafikkarten-Vergleich

In 3DMark 11 schneidet Nvidias neue High-End-Karte, die Geforce GTX 580 am Besten ab. Weit dahinter die Radeon HD 5870, die sich zumindest im neuen 3DMark von ihrer aktuelleren Schwester aus der Mittelklasse, der Radeon HD 6870 nichts vormachen lässt. Auf den vierten Platz in unserem Ranking schafft es die GTX 460 mit einem Gigabyte Speicher und auf dem letzten Platz landet die mittlerweile etwas betagte Mittelklasse-Karte Radeon HD 5770.