Update 01.04.2016: Wir aktualisieren unsere beliebte Reihe »Grafik im Wandel der Zeit« nach und nach und ergänzen sie um aktuelle Titel. Als erstes nehmen wir uns die Vegetation in Spielen vor und machen einen Streifzug durch das Grün in der Spielegeschichte.

Für die Entwickler ist die Naturdarstellung besonders heikel. Wälder und Wiesen sind meist deutlich komplexere Umgebungen als Innenräume. Zum einen aufgrund Ihrer geometrischen Formenvielfalt, zum anderen wegen der zahlreichen Möglichkeiten, wie das Licht durch Äste und Blätter fallen kann oder soll.

Wenn sich die Vegetation auch noch realistisch im Wind wiegen oder auf andere äußere Einflüsse reagieren soll, dann kommt selbst aktuelle Hardware immer noch schnell an ihre Leistungsgrenze. Daher werden für das Rendern von Vegetation oft vereinfachte Modelle verwendet, mit denen verfügbare Hardware in Echtzeit schnell genug umgehen kann.

Wie deutlich die Qualität von virtuellem Grünzeug in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist, zeigen wir Ihnen in diesem Artikel. Falls Sie einen Titel in Ihre Sammlung aufnehmen wollen, haben wir passende Shop-Links ergänzt, zumindest wenn das jeweilige Spiel noch zu bekommen ist.

3D-Grafik im Wandel der Zeit :

Comanche (1992)

Bevor NovaLogic mit der Comanche-Serie Bekanntheit erlangte, produzierte das kalifornische Studio hauptsächlich Konsolenportierungen. Der erste Teil der populären Hubschrauber-Simulationen Comanche war ein großer Erfolg, nicht nur wegen des guten Flugverhaltens. Auch die seinerzeit fantastische Grafik trug Ihren Teil dazu bei. Das Spiel setzte auf eine »Ray Casting Engine«, von den Entwicklern »Voxel Space« getauft. Ein »Voxel« (ein Kunstwort bestehend aus »volumetrisch« und »Pixel«) ist quasi ein dreidimensionaler Bildpunkt, der zusätzlich zu seinen x- und y-Koordinaten noch einen Tiefenwert besitzt. Diese Technologie konnte für damalige Verhältnisse unglaublich natürliche Landschaften auf den Bildschirm bringen, vor allem im Vergleich zur damals noch verhältnismäßig detailarmen Polygongrafik.

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Vegetation in Comanche

Grand Prix 2 (1996)

Das Grand Prix 2 glänzt 1996 mit einzigartiger Fahrdynamik und kompletter Formel-1-Lizenz. Auch grafisch war das Spiel auf der Höhe der Zeit: Wer in SVGA-Auflösung spielen wollte, musste über einen starken Hauptprozessor verfügen, idealerweise einen Pentium, denn Unterstützung für 3D-Beschleuniger gab es nicht. Besonders schön waren die vielen Objekte und die detaillierte Vegetation am Streckenrand. Zwar bestanden Pflanzen und Bäume nur aus Bitmaps, diese waren aber so geschickt ineinander verschränkt, dass sie Beim Vorbeifahren plastisch wirkten.

Vegetation in Grand Prix 2

Turok (1997)

Im März 1997 feierte Turok: Dinosaur Huntersein Debüt auf dem N64 und begeisterte die Konsolenspieler. Aufgrund des großen Erfolges wurde der Titel auch für den PC umgesetzt und erschien im November desselben Jahres. Auf den ersten Blick war die Konsolenportierung kein optischer Hochgenuss. Die extrem geringe Sichtweite und die mauen Texturen nervten. Dafür bot das Spiel ein unverbrauchtes Setting, volle 3D–Unterstützung auch für Voodoo-Grafikkartenund solide Shooter-Action. Gepaart mit der hübschen Pflanzenwelt, kam der Dinosaurierjäger so auch auf dem PC zu einigen Ehren. Baumstämme, Palmwedel, Äste und andere größere Pflanzenteile stellte das Spiel wirklich dreidimensional dar. Nur Gräser und Sträuche blieben flach.

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Turok Vegetation 001

Trespasser: Jurassic Park (1998)

Das darauf folgende Jahr 1998 stand eigentlich ganz im Zeichen von Unreal. Epics erster Shooter mit eigener Engine glänzte mit wunderbaren Texturen und schicken Außenlevels. Optisch wurde es jedoch streckenweise von dem ansonsten eher schwachen Trespasser: Jurassic Park übertroffen. Trotz damals starker Jurassic-Park-Lizenz und großem Budget konnte das Spiel die Erwartungen der Spieler jedoch nicht erfüllen. Die innovative Einbindung eines »Spielerkörpers« und einfacher Physik-Regeln in die Welt führte dazu, dass Trespasser extrem umständlich zu bedienen war. Zudem waren die Hardware-Anforderungen sehr hoch: Als einer der ersten Titel stellte Trespasser frei erkundbare Wälder dar, deren Vegetation nahezu komplett in 3D gehalten war. Heutzutage wird Trespasser in Foren vereinzelt gar das Crysis der 90er genannt. Ob Sie dem zustimmen, entscheiden Sie anhand unserer Bilder am besten selbst.

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Vegetation in Trespasser