Die besten Spieler-Mäuse :

Mäuse gibt es in jeder Preisklasse - von fünf bis weit über 100 Euro. Viele Modelle fallen unter dem Deckmantel der »Profi-Spieler-Ausrüstung« aber eher durch überzogene Preise als durch angemessene Qualität auf. Mittlerweile werben Dutzende Spielermäuse mit neuen Superlativen und besonderen Features um Ihre Gunst, hier den Überblick über Sinn und Unsinn zu behalten fällt nicht immer leicht.

Zum Thema » Die seltsamsten Mäuse & Tastaturen Kuriositätenkabinett » Die besten Selbstbau-PCs Kaufberatung Spiele-PCs ab 500 Euro » Die besten Grafikkarten für Spieler 10 Tipps für jeden Geldbeutel Daher sollten Sie sich vor dem Kauf einer neuen Maus Gedanken über Ihre individuellen Anforderungen und Ihre Spielweise machen. Mit welcher Griffart und in welcher Auflösung Sie spielen, ob Sie Sonderfunktionen wie ausgefeilte Treiber mit Makrofunktionen und frei programmierbaren Tasten wünschen oder ob Sie gar die (teuren) kabellosen Modelle bevorzugen, sind Fragen, deren Klärung vor der Suche nach konkreten Modellen hilfreich ist.

In unseren Maus-Empfehlungen für Spieler konzentrieren wir uns ausschließlich auf spieletaugliche Mäuse, die ihre Stärken sowohl in Ego-Shootern als auch in Strategie- oder Action-Titeln voll ausspielen, Ihnen aber auch bei fummeliger Bildbearbeitung zuverlässig zur Seite stehen. Schon ab 10 Euro gibt es zahllose Mäuse zu kaufen. Die teureren Modelle besitzen aber in der Regel höhere Ergonomie, mehr Tasten, eine höhere Verarbeitungsqualität und eine noch höhere oder zumindest exakter justierbare Genauigkeit beziehungsweise Abtastrate, auch »dpi« (dots per inch) oder »cpi« (counts per inch) genannt.

Unterteilt in die Preiskategorien »bis 30 Euro«, »bis 50 Euro« und »ab 50 Euro« nennen wir jeweils einen Spar-Tipp, einen Preis-Leistungs-Tipp mit maximaler Leistung pro Euro und einen Leistungs-Tipp. Außerdem empfehlen wir noch jeweils drei kabellose und drei symmetrische Mäuse, die sich auch für die Bedienung mit der linken Hand uneingeschränkt eignen.

Handhabung und Ergonomie

Noch vor der verbauten Technik ist das Wichtigste an einer guten Maus in erster Linie ihre Form und Ergonomie. Will die Maus einfach nicht mit Ihrer individuellen Handgröße oder Maushaltung harmonieren, kann der Sensor noch so fortschrittlich sein, die Bedienung der Maus wird Sie niemals zufrieden stellen. Im schlimmsten Fall ärgern Sie sich sogar täglich über die unbequeme Haltung oder bekommen nach einiger Zeit Schmerzen in Hand oder Handgelenk.

Die besten Spieler-Mäuse : Palm Grip Palm Grip

Daher ist die für Sie angenehmste Haltung der Maus sehr wichtig. Führen Sie die Maus eher mit der ganzen Handinnenfläche inklusive aufgelegtem Handballen, gehören Sie zu der Fraktion der Palm-Grip-Spieler. In diesem Fall sind eher große, ergonomisch geformte Mäuse empfehlenswert, je nach Wunsch auch mit ausladender Ablage für Ring- und kleinen Finger.

Die besten Spieler-Mäuse : Fingertip Grip Fingertip Grip

Falls Sie die Maus mit den Fingerspitzen ohne aufliegenden Handballen steuern, nutzen Sie den Fingertip Grip. Dieser Griff ermöglicht in der Regel schnellere Bewegungen auf dem Mousepad, ist aber etwas ermüdungsanfälliger. Die meisten Mäuse eigenen sich allerdings gut für den Fingertip-Griff, auch die Handgröße spielt für diese Griffart eine untergeordnete Rolle.

Die besten Spieler-Mäuse : Claw Grip Claw Grip

Die dritte Griffart, der sogenannte Claw Grip, ist vorranging unter Spielern schneller, klickintensiver Spiele verbreitet. Hierbei stabilisiert der Spieler die Maus mit dem Handballen, die Finger sind wie eine Kralle geformt und klicken nahezu im 90 Grad Winkel auf die Feuertasten. Dadurch lassen sich noch etwas schnellere Klick-Folgen realisieren. Claw-Grip-Spieler führen die Maus meistens mit eher hohen DPI-Zahlen, da weites Herumgleiten mit der Maus (durch niedrige Empfindlichkeit bedingt) mit dieser Griffart auf Dauer ziemlich anstrengt.

Der Sensor - Laser vs LED

Die Sensor-Einheit erfüllt die zentrale Aufgabe einer Maus: Das Erfassen von Bewegungen. Eine Lichtquelle (Laser oder LED, entweder im sichtbaren oder unsichtbaren Infrarot-Spektrum) strahlt gebündelt durch verschiedene Optiken die Oberfläche an, auf der die Maus sich bewegt.

Ähnlich wie bei einer Fotokamera werden mikroskopisch kleine Einzelbilder der Oberfläche aufgenommen, die wiederum ein Signalprozessor analysiert. Er versucht, kleinste Unebenheiten auf der Oberfläche zu erkennen um markante Punkte in aufeinanderfolgenden Bildern wiedererkennen zu können. So lässt sich mit ein wenig Mathematik die relative Distanz eines Punktes berechnen, die dieser in der Zeitspanne von zwei Bildern (im gedachten Koordinatensystem) zurückgelegt hat.

Die besten Spieler-Mäuse : Oben der Aufbau eines "optischen" Maussenssors mit (meist) Infrarotlicht, unten mit Laser als Lichtquelle. Oben der Aufbau eines "optischen" Maussenssors mit (meist) Infrarotlicht, unten mit Laser als Lichtquelle.

Die Funktionsweise zwischen Laser- und »optischen« LED-Mäusen ist dabei bis auf die Lichtquelle im Grunde gleich, weswegen auch die stetige Unterscheidung zwischen diesen beiden Mausarten im Grunde falsch und irreführend ist. Beide arbeiten mit Licht und den Gesetzten der Optik. Nichtsdestotrotz hat sich diese Namensgebung weitreichend etabliert, sodass auch wir im folgenden Artikel dies beibehalten werden.

Nahezu alle Sensoren für Spieler-Mäuse kommen dabei derzeit von nur einem Hersteller - PixArt aus Taiwan. Zwar liest man bei vielen Sensoren den Namen Avago, dessen Patente (über 600 Stück) für Mäuse wurden allerdings Ende 2011 von PixArt lizensiert respektive gekauft. Ein weiterer, aber für Spieler wenig bedeutender Sensor-Hersteller für Mäuse ist Philips.

Praktische Vor- und Nachteile

Welche praktischen Vor- und Nachteile bieten die beiden Verfahren nun? In der Regel erreichen Laser-Sensoren die höhere Auflösung (die Maximalwerte aktueller Laser- und LED-Sensoren sind aber dermaßen hoch, dass sie in der Praxis mit maximaler Empfindlichkeit so gut wie unbenutzbar sind) und funktionieren auf mehr Oberflächen.

Auch die Lift-Off-Distanz, also die Distanz (Höhe), ab der der Sensor noch Bewegung registriert, liegt bei Laser-Mäusen meistens niedriger. Letzteres ist vor allem für Spieler wichtig, die Ihre Maus oft umsetzen.

Nachteile der Laser-Mäuse führen zurück auf die Eigenschaften des Laser-Lichtes: Weil dieses im Vergleich zu Licht einer LED gebündelter, energiereicher strahlt und dadurch tiefer in die Oberfläche dringt, werden deutlich mehr, oft für die reine Distanzberechnung jedoch unnötige Informationen der Oberfläche registriert. Je nach Geschwindigkeit, mit der die Maus bewegt wird und der Materialbeschaffenheit der Unterlage, variiert die Genauigkeit der Abtastung daher um bis zu 5 bis 6 Prozent - die besten optischen Mäuse mit LED- statt Laser-Sensor schwanken nur in einem von hundert Fällen.

Die besten Spieler-Mäuse : Die roten Linien haben wir mit aktiviertem Angle-Snapping gezogen, die schwarzen frei Hand - die Stärke des Eingreifen der Software hängt dabei vom Hersteller ab. Die roten Linien haben wir mit aktiviertem Angle-Snapping gezogen, die schwarzen frei Hand - die Stärke des Eingreifen der Software hängt dabei vom Hersteller ab.

Optischen LED-Mäusen wird daher oft ein direkteres, gleichmäßigeres Zeigerverhalten nachgesagt. In der Praxis sind die Unterschiede gering, aber durchaus spürbar. Vor allem für möglichst hohe Konstanz ist die technikbedingte Abtast-Schwankung von Laser-Mäusen nicht optimal.

Weitere Funktionen wie »Angle Snapping« (Pfadbegradigung) oder »Mouse Acceleration« (Zeigerbeschleunigung) sind bei Spielern ebenfalls (zu Recht) verpönt, lassen sich in den meisten Fällen jedoch deaktivieren, um die Muasbewegungen möglichst authentisch und unverfälscht ins Spiel zu übertragen.