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Notebook-Tuning: Teil 1

Was lässt sich überhaupt aufrüsten?

Im Gegensatz zu einem Desktop-PC lassen sich Notebooks nur eingeschränkt modernisieren. Wir klären, was geht, was sich lohnt – und was nicht.

Von Andrea Maurer |

Datum: 15.07.2011


Grafikkarte und Prozessor sind die wichtigsten Bauteile in einem Spiele-Notebook. Im Wesentlichen bestimmen sie allein die Spieleleistung. Genau diese beiden Komponenten lassen sich allerdings nur in absoluten Ausnahmefällen von Profis durch schnellere ersetzen. Aber auch mit mehr Arbeitsspeicher oder einer neuen Festplatte können Sie Ihrem Notebook auf die Sprünge helfen.

Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen einen Überblick, was Sie aufrüsten können und was nicht. Achtung: GameStar kann keine Garantie für Schäden an Ihrem Notebook übernehmen. Den Einbau von Notebook-Komponenten überlassen Sie am besten einem Fachmann, wenn Sie Ihre Hersteller-Garantie nicht riskieren wollen.

Notebook-Tuning: Teil 1 : CPU, Grafikprozessor und Chipsatz teilen sich meist ein Kühlsystem. CPU, Grafikprozessor und Chipsatz teilen sich meist ein Kühlsystem.

Prozessor tauschen

Entgegen der landläufigen Meinung bieten zahlreiche Notebooks zumindest theoretisch die Möglichkeit, den Prozessor gegen ein leistungsstärkeres Modell zu tauschen. Ein CPU-Wechsel lohnt sich bei Notebooks aber nur dann, wenn Sie den Prozessor sehr günstig bekommen können, was selten und nur bei gebrauchten CPUs der Fall ist.

Bei einem Notebook-Neukauf sollten Sie lieber etwas mehr Geld ausgeben und sich das nächstschnellere Modell kaufen, anstatt den Prozessor nachträglich aufzurüsten. Denn der teils enorme Arbeitsaufwand, die hohen Kosten für eine neue Notebook-CPU, der Garantieverlust und die Gefahr eines Notebook-Defekts stehen in keinem Verhältnis zur oft nur geringen Leistungssteigerung durch eine bessere CPU. Denn Sie können nicht einfach irgendeine moderne CPU einbauen, sondern prinzipiell nur die, die der Hersteller auch selbst im Angebot hat beziehungsweise hatte. Meist hat die neue CPU dann nur einige Megahertz mehr, entspricht aber ansonsten dem alten Modell.

In der Praxis fällt deshalb etwa der Wechsel von einem Dual- auf einem Quad-Core flach, auch weil das Kühlsystem in der Regel nicht damit fertig wird. Grundsätzlich empfehlen wir einen derartigen Umbau nur fortgeschrittenen Hardware-Tüftlern. Zudem sollten Sie vorher sicherstellen, dass Sie die CPU überhaupt wechseln können und eine schnellere tatsächlich erhältlich ist.

Notebook-Tuning: Teil 1 : Eine Notebook-CPU lässt sich nur mit hohem Risiko aufrüsten. Eine Notebook-CPU lässt sich nur mit hohem Risiko aufrüsten. Bei vielen Notebooks lässt sich der Prozessor gar nicht ausbauen, weil er fest mit der Hauptplatine verlötet ist. Wenn Sie den Prozessor wechseln können, dann müssen Sie Ihr Notebook aufschrauben und das Kühlsystem entfernen. Bei manchen Notebooks ist davor lediglich eine Abdeckung an der Unterseite zu entfernen, bei anderen müssen Sie dagegen erst die Tastatur herausnehmen. Den Notebook-Prozessor lösen Sie dann durch Drehen einer Schlitzschraube (Intel) oder nach oben Ziehen eines Hebels (AMD). Wenn Sie ein Knacken hören, können sie den alten Prozessor herausnehmen, den neuen einsetzen, befestigen und das Notebook wieder verschließen.

Der neue Prozessor muss dabei zu dem auf dem Notebook-Mainboard vorhandenen Sockel kompatibel sein. Das allein ist aber noch keine Garantie dafür, dass der leistungsstärkere Prozessor anschließend einwandfrei läuft, da Bios-Version sowie FSB, Baseclock oder Referenztakt des Mainboards ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Ein CPU-Upgrade kann außerdem Systeminstabilitäten, bedingt durch eine zu hohe Wärmeentwicklung oder eine zu geringe Energiezufuhr, zur Folge haben und im schlimmsten Fall Ihr Notebook beschädigen.

Erkundigen Sie sich vor einem Prozessortausch also unbedingt auf der Webseite des Herstellers, welche CPUs Ihr Notebook offiziell unterstützt. Bei der Orientierung hilft auch ein Blick in die Hardware-Ausstattung leistungsstärkerer Notebooks, die derselben Baureihe angehören. Wenn in einem schnelleren Modell ein höherwertiger Prozessor angeboten wird, besteht die Möglichkeit, dass dieser Prozessor auch für Ihr Notebook geeignet ist. Die Hersteller ändern bei den unterschiedlichen Modellen meist lediglich die Hardwareausstattung, nicht aber die Kühlvorrichtung und Stromversorgung. Achten Sie deshalb darauf, dass der neue Prozessor die gleiche oder eine niedrigere Verlustleistung (TDP) hat als Ihr alter Prozessor.

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Avatar mr.ioes
mr.ioes
#1 | 15. Jul 2011, 12:45
Alternative günstige Methode: Kühlpad kaufen, Graka übertakten. Kostet ca. 20€, es sei denn man verkackt das Übertakten, dann wirds teuer :)

Man kann auch ohne Kühlpad übertakten, hab damals aus meinem Amilo 1420 noch einiges rausgekitzelt in der Standardkonfig.

Ansonsten bieten sich natürlich auch SSDs an, wobei man aufpassen muss, dass man welche nimmt die auch ins Gehäuse passen. Da gibts 12,5mm dicke, 9mm dicke, etc. 2,5 Zoll ist leider nicht 2,5 Zoll.
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Avatar Gondel
Gondel
#2 | 15. Jul 2011, 12:45
So einen Artikel hatte ich gebraucht; danke GameStar!
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Avatar TheSam
TheSam
#3 | 15. Jul 2011, 13:52
Habe letztens mein Notebook mit ner SSD aufgerüstet. Das hat einfach mal einen enormen subjektiven Performancesprung gebracht. Also wer nicht unbedingt nur auf Spieleleistung hin optimieren will, sollte vielleicht zuerst eine SSD ausprobieren. Ich habe nun jedenfalls keinen Bedarf mehr die CPU oder was anderes aufzurüsten :)
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Avatar Feschpa-Willi
Feschpa-Willi
#4 | 15. Jul 2011, 13:58
so lang man graka nicht austauschen kann werd cih mir wohl nie ein notebook kaufen!

und akkuleistung sollte auchmal ansteigen weil was bringt mir 30 min unterwegs zu spielen -.-
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Avatar KTelwood
KTelwood
#5 | 15. Jul 2011, 14:04
Auch wenn hier nicht das blaue vom Himmel versprochen wird kommt doch der Eindruck auf man könnte...
Dagegen !
Einen Laptop mit schlechter Grafikkarte kann man nicht durch mehr RAM oder eine Neue Festplatte spieletauglicher machen. Meistens limitiert schon das langsame Gerätemanagement den Laptop.
Eine neue CPU lohnt sich nur bei einem hochwertigen Laptop mit defekter CPU den man unbedingt retten will.
Denn die geringen EndUser-Absätzen bei Mobile-CPUs verursachen hier Mondpreise (2-10 fache des Desktop Pendants)

Die Festplatte sollte man wegen der mechanischen Beanspruchung alle 2-3 Jahre tauschen, den Ram kann man selbst anpassen 2-4 GigaByte sind wie erwähnt sinnvoll und erschwinglich. Beim Händler kostet ein Ram upgrade übrigens das 4-5 Fache des Preises für den Baustein allein.
Begründet wird dies mit der Garantie.
Der Einbau ist allerdings nicht sehr schwierig und der Ram gilt bei den meisten Herstellern als "customer replaceable unit" also als durch den Kunden austasuchbares Bauteil.
Die Garantie bleibt für das System bestehen und der hinzugekaufte Ram-Riegel hat ebenfalls eine Händlergarantie von 2 Jahren.
Da der Ram ein passives Bauteil (elektrotechnisch sicher falsch..) ist kann er das System bei korrektem mechanischen Einbau nicht beschädigen.
Liegt ein Problem kann der ursprüngliche Zustand hergestellt, und die jeweilige Garantie beansprucht werden ( Laptop oder zusaatzram)

Im Allgemeinen lohnt es sich eher einen Laptop für unterwegs und ein Computer für Zuhause zu kaufen. Der Laptop kann leichter und Ausdauernder sein ( aber nicht unbedingt so teuer) und der PC deutlich schneller und variabler.
Zumal man mit einem TFT,PCI-Soundkarte und HiFianlage ein deutlich wertigeres Spieleerlebnis erzeugt.
Hochwertige Eingabegeräte braucht man in beiden Fällen.


mfg

Elwood
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Avatar HaloGrungeLink
HaloGrungeLink
#6 | 15. Jul 2011, 15:08
Vor ein paar Jahren gab es ja mal (weiss aber nicht von welchem Hersteller) leicht auswechselbare Notebook-Grafikkarten. Schade dass sich das nicht durchsetzen konnte...

Haben so ähnlich ausgesehen wie die Festplattenmodule vom Amiga 500 - wenn sich daran noch wer erinnern kann.
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Avatar HiddenHeadshot
HiddenHeadshot
#7 | 15. Jul 2011, 15:36
Danke für die Tipps.
Ich benutze jetzt schon längere Zeit ein "Gamernotebook" und habe mich schon mit dem "Tuning" beschäftigt. Es gibt manchmal auch eigene Foren für sein Notebook-Modell und dort sind dann die richtigen Profis unterwegs die noch jede Leistungsreserven aus dem Gerät kitzeln, aber auch die Akkuleistung für unterwegs verbessern (durch heruntertakten).

Viel wurde schon im Artikel erwähnt. Eine hardwaremäßige Aufrüstung ist leider meist wenig sinnvoll. Manche Notebooks kann man aber recht gut übertakten, aber dort sollte man unbedingt auf die Wärmeabfuhr achten! Meistens sind die vorhandenen Wärmeleitpads/paste nicht so gut und da sollte man diese dann durch neue/bessere ersetzen. Hat man dies erledigt, dann hat man meistens etwas Spielraum für Übertaktungen. Natürlich muss man dort sehr auf die Temperaturen und Stabilität des Systems achten.
Manchmal hilft es auch nur die Lüfter zu reinigen. Die Lamellen der Kühlung sind bei Notebooks wesentlich feingliedriger und dadurch verstauben diese noch schneller. Manchmal sind die so verstopft, dass das System auch beim normalen Spielen runtertakten (verursacht Lags in 1-3 Sekundenabständen).

Ach... wie sehr ich mich über externe Grafikkarten freuen würde...

Übrigens, kann jedem nur zu einer externen Soundkarte raten. :)
Ich habe etwas mehr Geld in die Hand genommen und diese Soundkarte gekauft (http://www.amazon.de/Creative-Blaster-Surroun d-externe-Soundkarte/dp/B0042RUEQW/ref=sr_1_3? ie=UTF8&qid=1310735656&sr=8-3).
Der Sound ist viel besser und das Spielen macht wesentlich mehr Spaß (gute Kopfhörer vorausgesetzt). Habe auch keine Probleme mit Windows 7. :)
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Avatar xdave
xdave
#8 | 15. Jul 2011, 15:41
Naja also wenn ich schaue - für mein Gaming Lappi kann ich bei ebay ne 4Core CPU kaufen mit 4x2,4Ghz für knapp 180$ - geht so, da behalt ich lieber das Dualcore Modell mit 2x2,9Ghz mit OC Funktion auf 3,1 Ghz.

Das mxm sich noch immer nicht zu einem Standart weiterentwickelt hat ist schon echt traurig. Da gehts irgendwie nicht voran. Ich bin sicher, dass das vor Allem daran liegt, dass die Hersteller kein Interesse haben - das zu vereinheitlichen bzw das aufrüsten zu ermöglichen. Die Gewinnspanne bei ganzen Laptops ist sicher viel besser und der User ist so gezwungen alle paar Jahre komplett zu kaufen.

Allerdings stinmme ich zu - wenn man sich ein Lappi zum spielen holt, solte man wirklich genau schaun udn wissen, dass da unter 1.000€ kaum was zu machen ist, wenn man auch in 2 Jahren noch damit spielen will. Darunter ist man schion extrem eingeschränkt, die CPU geht meist noch aber die Grafikkarte ist dann oft mieserabel und bei kommt bei weitem nicht mal an die Desktop Einsteigermodelle heran. ICh hab mein Gamoing Lappi jetzt knapp 2 Jahre - hat damals 1.200€ gekostet und inzwischen ist es so, dass ich merke, dass sein Lebenszyklus sich dem Ende neigt. Viele aktuelle Games gehen natürlich noch auf Mittel/Hohen Details...aber es gibt immer meht Titel, wo man schonmal genauer in die Optionen schauen muss um einige Frames zu holen. Wer ein Gaming Lappi kaufen will sollte hier nicht zu arg sparen. Wer drauf verzichten kann sollte lieber beim Desktop bleiben und vielleicht ein Tablet, Netbook oder ein Office Lappi dazukaufen.
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Avatar Pu244
Pu244
#9 | 15. Jul 2011, 15:48
Ich werde meinem Laptop bald einen Quadcore mit 2,4 GHz spendieren, den bekomme ich günstig für 175€, meine Celeron CPU ist mit ihren 2 GHz einfach zu schwach und kann keine HD Filme abspielen. Den RAM hab ich auf 4 GB aufgerüstet (8GB waren mit 140€ einfach zu teuer). Der einzige Wermutstropfen ist die 8400M G welche verhindert das man mit dem System anständig zocken kann.

Vom Übertakten, besonders der Graka würde ich abraten, wenn man da etwas schrottet ist der ganze Laptop im Eimer.


Zitat von Feschpa-Willi:

und akkuleistung sollte auchmal ansteigen weil was bringt mir 30 min unterwegs zu spielen -.-


Augen auf beim Laptop kauf! Es gibt heute sehr viele Modelle die 5 Sunden und mehr mobil schaffen, dank Nvidias Optimus auch mit guter Graka.
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Avatar patze86
patze86
#10 | 15. Jul 2011, 16:26
beste lösung: desktop-pc kaufen. wenn ich student, geschäftsmann/frau bin, reicht mir auch ein einfaches notebook fürs arbeiten, für das ich nicht viel geld ausgeben muss und das so auch lange reicht, ergo nicht aufgerüstet werden muss.

wenn ich unbedingt mobil zocken will, muss ich halt dementsprechend geld investiere. klar bei manchen sparten (bundeswehr, DB-dauerfahrer) kommt man um so ein ding leider nicht herum, wenn man seinem zockerhobby fröhnen will ;)
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