OCZ Vertex 4 256 GByte im Test
Extrem schnelle SSD mit Indilinx-Controller
Die OCZ Vertex 4 ist im Test eine moderne SATA3-SSD mit Everest-2-Controller. Wie sich die 256-GByte-Version der Vertex 4 schlägt, zeigt unser Test mit ausführlichen Benchmarks.
Von
Florian Klein, Tom Loske
|
Datum:
27.05.2012
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Was Sie über SSDs wissen müssen
Die
OCZ Vertex 4
ist das neue SATA3-Spitzenmodell des kalifornischen SSD-Herstellers dar. Im Gegensatz zu den meisten anderen Laufwerken auf dem Markt setzt OCZ beim SSD-Controller, der maßgeblichen Einfluss auf die Geschwindigkeit der SSD hat, aber nicht auf die gängigen Sandforce- oder Marvell-Chips.
Denn 2011 hat OCZ die Chipschmiede Indilinx gekauft und so steckt in der Vertex 4 der neue Indilinx Everest 2. Allerdings stammt dieser Controller-Chip wohl doch von Marvell (88SS9187) und ist keine Indilinx-Eigenentwicklung, die Taktraten hat OCZ aber erhöht. Wichtig für die Performance einer SSD ist aber nicht nur der Controller-Chip, sondern auch die Firmware, und stammt aus der Entwicklung von OCZ. Ob die Kombination aus erhöhtem Takt, eigener Firmware und SATA-3-Schnittstelle auch zu rasend schnellen Ergebnissen führt, klären wir in unserem Test der OCZ Vertex 4.
Update - April 2013: Da seit der Veröffentlichung des vorliegenden Tests einige Zeit vergangen ist - in der sich die SSD-Technik deutlich weiter entwickelt hat - haben wir die Wertung dieser (immer noch erhältlichen) SSD angepasst, um ihre Leistung im heutigen Konkurrenzumfeld realistisch einzuordnen.
Die OCZ vertex 4 kommt im unscheinbaren Kunststoffgehäuse daher.
Wir testen die momentan etwa 260 Euro teure 256-GByte-Variante der OCZ Vertex 4. Neben der SSD selbst befindet sich noch ein 3,5-Zoll-Einbaurahmen in der Verpackung. Damit bauen Sie die SSD problemlos auch in ältere PC-Gehäuse ein, denen ein 2,5-Zoll-Einschub fehlt. Eine Software zum Klonen Ihrer bisherigen Windows-Partition liegt nicht bei. Dafür gewährt OCZ fünf statt der branchenüblichen drei Jahre Garantie auf die Vertex 4.
Neben dem 256-GByte-Modell bietet OCZ noch Varianten in 64 GByte (100 Euro), 128 GByte (140 Euro) sowie 512 GByte (570 Euro) an. Bedenken Sie aber, dass die Geschwindigkeit der kleineren beziehungsweise größeren Vertex-4-Modelle in der Regel nicht 1:1 den Messwerten der hier getesteten 256-GByte-Variante entspricht. Kleinere Varianten nutzen meist Speicherchips der gleichen Kapazität, aber in geringerer Anzahl, sodass weniger parallele Übertragungskanäle und damit weniger Bandbreite zur Verfügung steht. Entsprechend sind SSDs höherer Gesamtkapazität bei einigen Messungen meist schneller als die Verwandten mit geringerer Speicherkapazität.
Wie wir testen
Die Leistung der einzelnen SSDs prüfen wir hauptsächlich anhand des »AS SSD Benchmark«, der für seine praxisnahen Datentypen und Messmethoden bekannt ist. Das Tool misst zum einem die sequenziellen Transfers, also die Leistung einer SSD beim Lesen und Schreiben großer, zusammenhängender Dateien wie etwa einem Video. Die Ergebnisse finden Sie zusammengefasst im Benchmark »Sequenzielle Performance«.
Der 3,5-Zoll-Einbaurahmen ist das einzige Ausstattungselement der OCZ Vertex 4.
Die für den Windows-Alltag (etwa beim Arbeiten mit mehreren Programmen) wichtigere Performance beim Lesen und Schreiben willkürlicher, kleiner Dateien finden Sie unter »Random Performance«. Wie sich die SSDs beim Kopieren typischer Datentypen schlagen, zeigt die »Kopierleistung«, aufgeteilt in die Kategorien »ISO« (zwei große Dateien), »Programm« (viele kleine Dateien) und »Spiel« (große und kleine Dateien gemischt). Alle Benchmark-Durchgänge haben wir fünf Mal ausgeführt und die Ergebnisse gemittelt.
Damit auch die Praxis nicht zu kurz kommt, stoppen wir zum einen die Zeit, die vom Drücken des Start-Knopfes des PC bis zum Erscheinen des
Windows 7
-Desktops vergeht. Zum anderen wie lange die einzelnen SSDs benötigen, um einen Spielstand von
Anno 2070
mit einer großen Stadt zu laden. Schließlich ermitteln wir noch, wie lange das Betreten eines
Battlefield 3
-Servers mit einer 64-Spieler-Karte dauert. Alle Ladezeitenmessungen wiederholen wir ebenfalls fünf Mal und bilden den Durchschnittswert im Benchmark-Diagramm ab.
Benchmarks großer Dateien
Beim Lesen großer zusammenhängender Dateien liegt die OCZ Vertex 4 256 GByte etwas hinter den SATA3-SSDs, die auf den beliebten Sandforce-2281-Controller setzen: Mit 485,8 MByte pro Sekunde hinkt sie den Konkurrenten um gut 15 MByte pro Sekunde hinterher, die in der Regel knapp über 500 MByte/s erreichen wie etwa die Intel SSD 520 240 GByte (509,3 MB/s). Beim Schreiben großer zusammenhängender Dateien verkehrt sich das Bild aber ins Gegenteil. Mit einer Schreibrate von 362,8 MByte pro Sekunde schlägt die Vertex 4 alle SSDs, die bisher von uns getestet wurden. Lediglich die Plextor M3 Pro 128 GByte (327,3 MB/s) und die Intel SSD 520 240 GByte (312,4 MB/s) können hier halbwegs mithalten. Alle anderen Konkurrenten fallen deutlich zurück.
Sequenzielle Performance AS SSD Benchmark
Intel SSD 520 240 GByte SF 2281 / SATA3
Verbatim 3SSD 240 GByte SF 2281 / SATA3
Adata XPG SX900 128 GByte SF 2281 / SATA3
Kingston HyperX 3k 120 GByte SF 2281 / SATA3
Samsung SSD 830 128 GByte Samsung / SATA3
Corsair Force GT 120 GByte SF 2281 / SATA3
Sandisk G25-G3 Extreme 120 GByte SF 2281 / SATA3
Plextor M3 Pro 128 GByte Marvell / SATA3
PNY Professional SSD 120 GByte SF 2281 / SATA3
OCZ Vertex 4 256 GByte Everest 2 / SATA3
Seagate Barracuda 7200.12 1,0 TByte - / SATA3