Interview mit Jan Wergin von Bigpoint : Jan Wergin ist Chief Technology Officer bei Bigpoint. Jan Wergin ist Chief Technology Officer bei Bigpoint. GameStar sprach mit Jan Wergin, Chief Technology Officer bei Bigpoint, über die Übernahme von Radon Labs, die Pläne für Drakensang 3 und eine Zukunft ohne Lizenz für das Schwarze Auge.

GameStar: Bigpoint - wer war das gleich noch mal?

Jan Wergin: Bigpoint ist einer der internationalen Marktführer für browsergestützte Onlinespiele. Massively Multiplayer Online Games, um genau zu sein. Unsere erfolgreichsten Spiele sind unter anderem Seafight und DarkOrbit, beide haben rund 30 Millionen registrierte User.

GameStar: Ihr seid die Leute, die auf MTV so viel Werbung schalten.

Jan Wergin: Ja, unter anderem.

GameStar: Eure Erfahrung liegt bei Browserspielen. Nun habt ihr das Berliner Studio Radon Labs übernommen, einen Entwickler von eher klassischen Vollpreisspielen. Warum?

Jan Wergin: Zum einen besitzt Radon Labs die in Deutschland sehr erfolgreiche Drakensang-Serie. Wir sehen eine gute Möglichkeit, diese Lizenz international zu vermarkten. Zum anderen sind wir natürlich am Team, an den Leuten und ihrer Kompetenz interessiert.

GameStar: Bigpoint will fortan im Hardcore-Markt mitspielen?

Jan Wergin: Nein. Wird sind und bleiben ein Unternehmen, das seinen Schwerpunkt bei Browser-Spielen hat. Daran wird sich auch grundsätzlich nichts ändern.

GameStar: W as soll Radon Labs in Zukunft für euch machen?

Jan Wergin: Wir sind gerade dabei, das zu definieren. Die Sache ist ja noch ganz frisch, wir haben gerade erst den Vertrag unterschrieben. Aber wir haben bereits Drakensang 3 angekündigt, da findet schon ein reger Austausch statt, wie das Spiel aussehen soll. Es gibt sehr interessante Ideen, die wir nächste Woche verkünden werden.

GameStar: Drakensang: Am Fluss der Zeit, das letzte große Projekt von Radon Labs, war vergleichsweise teuer und hat sich nur mäßig verkauft. Hat die Serie in dieser Form, also als Hardcore-Solo-Rollenspiel, überhaupt eine Zukunft?

Interview mit Jan Wergin von Bigpoint : Bigpoint hat zwar Radon Labs, aber nicht die DSA-Lizenz. Bigpoint hat zwar Radon Labs, aber nicht die DSA-Lizenz. Jan Wergin: Wir überlegen derzeit, wie man aus Drakensang international einen Erfolg machen kann. Bigpoint übersetzt seine Spiele in über 30 Sprachen, sowohl die Titel, die wir selbst entwickeln, als auch die, die wir verlegen. Das ist natürlich auch das Ziel für Drakensang.

GameStar: Drakensang ist nur der Name der Spieleserie, dahinter steckt die Lizenz des Rollenspiels-Systems Das Schwarze Auge. Liegt diese Lizenz nun bei Bigpoint?

Jan Wergin: Nein.

GameStar: Es könnte also sein, das Drakensang 3 ohne DSA-Lizenz auskommen muss?

Jan Wergin: Darüber müssen wir noch sprechen. Ausschließen möchte ich das nicht. Die Frage ist, wie Drakensang auf ein internationales Niveau gehoben werden kann und mit welchen Distributionsmodellen wir Drakensang in Zukunft veröffentlichen. Aber wir haben die Macher von Drakensang an Bord, die kennen die Lizenz, die Fans und wissen, was wir den Leuten liefern müssen, damit sie Drakensang 3 als würdigen Nachfolger akzeptieren.

GameStar: Das versteht ihr unter einem würdigen Nachfolger?

Jan Wergin: Ein sowohl kommerziell erfolgreiches Produkt als natürlich auch eines, das der relativ starken Community und den Fans gerecht wird.

GameStar: Was wird in Berlin unter eurer Führung anders?

Jan Wergin: Das ganze Bigpoint-Knowhow wird dort mit einfließen, sowohl auf der technischen Seite als auch im MMO-Bereich, beim Design, vor allen Dingen bei Marketing und Distribution. Wir können mit unseren Plattformen Titel weltweit erfolgreich machen. Das wird natürlich sehr stark mit einfließen.

GameStar: Was wird aus Phileassons Geheimnis, dem Addon zu Drakensang: Am Fluss der Zeit?

Jan Wergin: Derzeit diskutieren wir über den Vertrieb. Die Ansage an das Team ist, das Addon fertig zu machen. In welcher Form es veröffentlicht wird, muss noch entschieden werden.