Unterhalten sich ein paar User im Forum eines beliebigen Online-Spielemagazins. »Hey Leute«, ruft der eine, »kennt Ihr schon Monsterkiller X, das neue Superspiel aus dem Hause XY? Beinharte Action, sag’ ich Euch!« Antwortet der zweite: »Das klingt wirklich umwerfend! Hast Du ein paar brandheiße Infos für mich?!« »Na klar«, weiß der erste, »das wird Ballerspaß pur! Jede Menge Waffen, fetzige Techno-Beats und eine Heldin, die ordentlich Holz vor der Hütte hat, wenn Ihr versteht, was ich meine!« Der zweite wieder: »Echt irre! Ich kann kaum darauf warten, Monsterkiller X zu daddeln! Ich bestelle es auch gleich!«

Wenn die beiden klingen wie Steve und Nora aus einer dieser lächerlichen Dauerwerbesendungen im Fernsehen, dann liegt das daran, dass sie ebenfalls nichts anderes sind als schlechte Schauspieler -- nur eben im Netz statt vor einer Kamera. Und während Steve und Nora und Walter Freiwald wenigstens dazu stehen, dass sie billige Reklame machen, verstecken sich die »hippen Foren-Insider« hinter einer falschen Identität -- nämlich der von begeisterten Spielern. Virales Marketing nennt sich das euphemistisch, ich nenne es arglistige Täuschung.

Immer wieder geben sich Mitarbeiter von Spielefirmen als normale Forums-Nutzer aus, um Diskussionen oder News-Beiträge über ihr Produkt zu beeinflussen. Diese Forums-Täuscher führen die Leser von Online-Magazinen gezielt hinters Licht und untergraben das Vertrauen in Communitys. Gegen dieses virale Marketing gibt es leider keine Impfung und keine Medizin, sondern nur Früherkennung. Bleiben Sie also misstrauisch. Und denen sage ich: Verschwindet, spart Euch die Zeit und macht lieber Spiele, die so etwas nicht nötig haben!

Fabian Siegismund, Redakteur