EA-Chef John Riccitiello : John Riccitiello John Riccitiello Worte der Einsicht sind in letzter Zeit öfters von Electronic-Art-Boss John Riccitiello zu hören (siehe News). Jetzt gibt er auch zu, dass seine Firma und er für den kreativen Niedergang einiger Entwicklungsstudios verantwortlich waren. Bullfrog (Dungeon Keeper, Magic Carpet, Syndicate), Origin (Ultima, Ultima Online) und auch Westwood (Command & Conquer, The Legend of Kyrandia) waren Opfer. Electronic Arts kaufte die Firmen auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Kurze Zeit später nahm die Qualität der Produkte rapide ab.

Riccitiello erklärt auf während einer Rede auf der Computerspiele-Konferenz D.I.C.E. 2008: "Wir bei EA haben es vermasselt. Zu einem gewissen Anteil war ich daran beteiligt, deswegen habe auch ich es vermasselt." Im Falle von Bullfrog, Origin und Westwood lag es daran, dass seine Firma geglaubt habe, dass Electronic Arts und seine Studios eine große Familie mit einer Firmenkultur für alle sein könnten. "Unterschiedliche Organisationsformen können niemals gut zusammengebracht werden", sagt Riccitiello. Die Teams litten und irgendwann verloren sie auch ihr Talent, weil kreative Entscheidungen nach oben in die Chefetagen getragen werden mussten und die kreativen Leute unter "Unmengen von Bürokratie und Firmenpolitik begraben waren".

EA-Chef John Riccitiello : Gute Beispiele nennt der EA-Firmenboss trotzdem. So haben Studiozukäufe wie Maxis (Sims) und Digital Illusions (Battlefield) funktioniert, weil diese Entwicklerteams wie Staaten im Staat funktionieren. Außerhalb von Electronic Arts sieht er Valve, Rockstar Games und Blizzard als Teams an, die sich ihre Unabhängigkeit bewahrt haben und aus dieser Stärke erfolgreich handeln konnten. Riccitiellos Losung heißt jetzt: "Finde die richtigen Leute, denen du vertraust, und gib ihnen die Schlüssel." Pandemic Bioware wird es freuen.