Activision Blizzard : Die amerikanische Wirtschaftsseite Bloomberg.com spekuliert schon seit einiger Zeit, dass Vivendi Universal seinen Mehrheitsanteil von 61 Prozent an Activision Blizzard loswerden möchte (wir berichteten). Wohl vorrangig, um Schulden in Höhe von über 12 Milliarden Euro abbauen zu können.

Bestätigt wurde dieses Vorhaben bisher aber weder von Vivendi, noch von Activision Blizzard. Noch vor wenigen Tagen antwortete etwa Activision Blizzards CEO Bobby Kotick auf die Frage nach dem geplanten Verkauf mit der Antwort: »Es ist schönes Wetter.«

Bis jetzt. Bloomberg berichtet, dass Vivendi SA-Chairman Jean-Rene Fourtou auf der Allen & Co.-Medienkonferenz in Sun Valley bestätigte, dass man derzeit mit dem Gedanken spielt, seine 61 Prozent an Activision Blizzard zu verkaufen.

Allerdings scheint sich dieses Vorhaben gar noch so einfach zu gestalten, denn Vivendis Anteil an Activision Blizzard ist über 8 Milliarden Dollar schwer. Nur wer soll die bezahlen? Insider behaupten, dass sowohl Microsoft als auch Disney bereits ihr Desinteresse bekundeten, genauso wie Take-Two Interactive, welche sich einen Kauf aber wahrscheinlich sowieso nicht leisten könnten.

Da Vivendi wohl einen Cash Sale anstrebt (also direkt Bargeld sehen möchte), gestalten sich auch Verhandlungen mit asiatischen Unternehmen wie etwa Nexon oder Tencent als schwierig, welche ebenfalls nicht über das nötige Kleingeld verfügen dürften.

Sollte sich nicht rechtzeitig ein Abnehmer finden, wird vermutet, dass Vivendi nichts anderes übrig bleibt, als seine Anteile auf den freien Markt zu stellen. Das würde allerdings wohl in einen insgesamt niedrigeren Erlös resultieren.

Quelle: Bloomberg.com