Cloud Gaming - »Gewinn für alle Beteiligten«, sagt Studiochef

Der Chef des Studios Silicon Knights vertritt die Meinung, dass Spielestreaming nur Vorteile für die Branche bietet.

von Daniel Raumer,
17.12.2009 11:39 Uhr

Denis Dyack, Chef des Entwicklerstudios Silicon Knights (zuletzt Too Human für die Xbox 360), ist der Meinung, dass das sogenannte »Cloud Gaming« die Zukunft der Spiele darstellt und alle Parteien von diesem System profitieren werden. In einem Interview mit dem Branchenportal gamesindustry.biz spricht sich Dyack gegen Datenträger oder Downloads und für das Spielestreaming aus. Bei diesem System, wie es beispielsweise OnLive (siehe Foto) in den USA bald anbietet, wird die Rechenleistung für ein Videospiel nicht vom Rechner des Spielers erbracht, sondern auf einer zentralen Serverfarm. Von dort wird das ausgegebene Bild lediglich über das Internet wieder auf den Heimrechner übertragen. Somit soll das Spielen, eine schnelle Internetverbindung vorausgesetzt, auch auf leistungsschwacher Hardware möglich werden.

Denis DyackDenis Dyack

Dyack sieht im Cloud Gaming nun das Allheilmittel für die Probleme der Spielebranche: »Es hilft auf so vielen Ebene, weil es das massive Raubkopieproblem löst. Und es löst das Problem des Gebrauchtmarktes, da du etwas kaufst und es für immer dir gehört – es bleibt in der 'Wolke'. Davon profitieren sowohl die Konsumenten als auch die Spieleentwickler.« Die Kunden seien durch die verschiedenen Plattformen, so Dyack weiter, einfach zu verwirrt, denn es gäbe drei aktuelle Konsolen und den PC zum Spielen. Ein Monopol in diesem Geschäftsfeld sei daher nur zu begrüßen, denn so könnten sich Käufer und Hersteller nur auf die Inhalte konzentrieren und müssten sich nicht mit der Hardware beschäftigen.

Die Vorteile die Dyack nennt sind sicherlich nicht von der Hand zu weisen, allerdings verschweigt er auch einige Probleme, die das Spielestreaming mit sich bringen könnte. Die Kunden wären auf Gedeih und Verderb auf die Server des Anbieters angewiesen. Fielen diese aus oder ginge der Anbieter gar pleite, könnte das investierte Geld und die Spielesammlung verschwunden sein. Die Modding-Szene, die viele PC-Spiele liebevoll über Jahre pflegt und mit zusätzlichen Inhalten versorgt, würde auch verschwinden, da Käufer keinerlei Zugriff mehr auf die Daten eines Spiels hätten. Den Spielegebrauchtmarkt per se zu verteufeln halten wir für falsch, da zahlreiche Spieler das so erhaltene Geld oftmals brauchen, um es in neue Spiele zu investieren.

Was halten Sie vom Cloud Gaming? Sehen Sie darin das problemlose Spielemodell der Zukunft oder schreckt es Sie vielmehr ab? Sagen Sie uns Ihre Meinung im Forum!


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