Left Behind: Eternal Forces - Töten im Namen Gottes: »Es ist schließlich ein Spiel«

von GameStar Redaktion,
14.12.2006 10:33 Uhr

Wie stellt man sich ein Computerspiel vor, das christliche Werte vermitteln will? »Friede, Freude, Eierkuchen« fällt einem spontan ein. Das seit einem Monat in den USA im Handel stehende Echtzeit-Strategiespiel Left Behind: Eternal Forces lehrt etwas andere religiöse Prinzipien: Der Spieler schließt sich einer paramilitärischen christlichen Organisation an, die in den Straßen von New York gegen Andersgläubige zu Felde zieht und dabei nicht gerade friedlich vorgeht.

In einem Spiel, das sich selber als christlich darstellt, ist eine an Kreuzzüge erinnernde Grundhaltung natürlich harter Tobak. Der Geschäftsführer der Spielefirma Troy Lyndon sieht da keine Probleme: »Es wird natürlich getötet, es ist schließlich ein Videospiel.« In den USA, in denen evangelikale Christen großen politischen Einfluss haben und sexuelle Motive verwerflicher sind als Gewaltdarstellung, mag diese Aussage wenig erstaunen. Für Deutsche hört sich das eher befremdlich an.

In einem anderen Interview erklärt Lyndon seine Motivation: »Wir waren der Meinung, dass das Spiel interessanter wird, wenn wir uns stark an biblische Philosophien halten.« Immerhin enthält das Spiel keine Sex oder Kraftausdrücke. Obwohl Left Behind: Eternal Forces sicher kein gutes Strategiespiel ist, hat die Provokation gewirkt: In den USA verkauft sich das Spiel bestens -- vor allem da viele Nicht-Christen das Spiel zum Anlass nehmen, gegen die religiöse Rechte zu wettern, und so kostenloses Marketing liefern.


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