Entertainment Software Association : Die Entertainment Software Association setzt die Archivierung von Spiele-Klassikern in Museen mit Hacking und Software-Piraterie gleich. Die Entertainment Software Association setzt die Archivierung von Spiele-Klassikern in Museen mit Hacking und Software-Piraterie gleich.

In den USA ist zwischen der Electronic Frontier Foundation (EFF) und der Entertainment Software Association (ESA) ein handfester Streit entbrannt. Grund ist der sogenannte Digital Millennium Copyright Act - oder genauer gesagt: Dessen Abschnitt 1201. Der verbietet es nämlich allen Nutzern, Modifikationen an Spielen vorzunehmen um sie weiterhin nutzbar zu machen, nachdem die Publisher beispielsweise die Spielserver vom Netz genommen haben.

Da das auch Gemeinden, Museen, Achive und Forscher mit einschließt, gestaltet sich die Archivierung alter Computer- und Videospielklassiker im öffentlichen Interesse als äußerst schwierig. Deshalb hat die EFF bei zuständigen Copyright Office um eine Ausnahmeregelung für Wissenschaftler, Museumsbetreiber und Archivare gebeten, damit das Andenken an die frühen Zeiten der Videospielindustrie für die Nachwelt festgehalten werden können.

Dagegen wehrt sich allerdings die ESA gemeinsam mit der Motion Picture Association of America (MPAA) und der Recording Industry Association of America (RIAA). Die drei Lobby-Organisationen wenden ebenfalls in einem Schreiben an das US Copyright Office ein, dass das sogenannte Hacking in enger Verbindung mit Software-Piraterie stehe und gegen geltendes Recht verstoße. Zudem untergrabe ein solches Vorgehen sämtliche Copyright-Prinzipien, auf denen die aktuelle Copyright-Gesetzgebung basiere.

Insbesondere für Wissenschaftler und Forscher hat die ESA deshalb einen Tipp parat: Anstatt auf für ihre Studien modifizierte Konsolen sollten sie lieber auf Cloud-Computing-Technologien zurückgreifen.

Bisher ist noch nicht absehbar, wie dieser Streit am Ende ausgehen wird.

Die Entertainment Software Association ist eine US-amerikanische Organisation, die sich unter anderem mit der Wahrnehmung von Urheberrechten sowie Marktanalysen und Regierungsbeziehungen von Spielentwicklern befasst. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Electronic Arts, Microsoft und Square Enix.

Bei der Electronic Frontier Foundation handelte es sich um eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt.