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Filmkritik zu Der letzte Exorzismus

Satan im Familienvideo

In seinem Pseudo-Dokumentarfilm Der letzte Exorzismus lässt Sie der deutsche Regisseur Daniel Stamm einem falschen Prediger beim gefakten Dämonen-Austreiben zusehen – doch dann steht der Betrüger plötzlich einer wahrhaft Besessenen gegenüber.

Von Christian Mester |

Datum: 04.10.2010


Der letzte Exorzismus : Denkt man heutzutage an Exorzismus, stellt man sich einen ergrauten alten Priester vor, der Weihwasser spritzend, Bibel und Kreuz fuchtelnd vor einem Bett steht und eindringlich befiehlt, das Böse solle sein Opfer verlassen. Das Opfer selbst sieht meist bettlägerig und seekrank aus, schwebt in der Luft, verrenkt sich auf unmögliche Weise und flucht in verschiedenen Stimmlagen (bevorzugt tief grollend), an guten Tagen wird auch noch grüner Schleim hochgewürgt. Ein Klischee, das man ausnahmslos den fünf Teilen von Der Exorzist zu verdanken hat, jener wohl berühmtesten Filmreihe des umstrittenen Themas. Wer den 37 Jahre alten Klassiker vielleicht nicht kennt, kennt zumindest Scary Movie 2, in dem er gnadenlos verwurstet wurde.

Besagten Themas hat sich nun der deutsche Daniel Stamm angenommen, ein Neuling, der sich mit einer Fake-Dokumentation über Selbstmörder einen Namen auf Festivals machen konnte. Das gleiche Prinzip hat er für seine Exorzismusgeschichte beibehalten, denn wie schon A Necessary Death ist auch Stamms zweiter Film Der letzte Exorzismus eine Pseudo-Dokumentation. Mit The Blair Witch Project, Cloverfield und Paranormal Activity klappte das schon dreimal, also wieso nicht mal einen Exorzismus echt aussehen lassen?

Die Story

Cotton Marcus (Patrick Fabian) ist ein überhaus charismatischer Prediger, der sein Leben damit verbringt, Messen zu halten und Menschen Phrasen dreschend von Dämonen zu befreien. Eine Berufung, für die er zutiefst geliebt und himmlisch bezahlt wird, allerdings weiß niemand, dass er in Wahrheit schummelt. Der Sohn eines Priesters glaubt selbst nicht an Gott und hält auch Teufelsaustreibung für Unsinn.

Der letzte Exorzismus
Pfarrer Marcus spielt der Familie zunächst etwas vor.

Aus schlechtem Gewissen, jahrelang gut davon gelebt zu haben, bietet er sich eines Tages einer Filmemacherin an, eine kontroverse Dokumentation über seine Arbeit zu machen. Anhand eines vermeintlichen Exorzismus will er offen legen, dass derartige Hilfe falsch ist und es so etwas wie Dämonen nicht gibt. Aus der vermeintlichen Veranschaulichung wird jedoch böser Ernst, denn ein scheinbar harmloses Farmermädchen (Ashley Bell) entpuppt sich als echte Gefahr.

Mittendrin statt nur dabei

Eines muss man der gefälschten Kamerasicht in Filmen wie diesem lassen: auch wenn es immer verdächtig kinoreif aussieht und vortrefflich geschnitten ist, ist das Prinzip immer effektiv. Egal ob es [Rec], Cloverfield oder die gute alte Hexenjagd in den Berkittsville Wäldern war, es wird immer spannend, Menschen des Nachts mit der Kamera zu verfolgen, die von irgendetwas bedroht werden. Das ist auch einer der gelungensten Aspekte von Stamms Horrordebüt, da es in der Tat immer wieder schaurig ist, die Farm des Mädchens auf gefühlt eigene Faust zu erkunden.

Schade nur, dass die Grusel-Momente letztendlich enttäuschen. Zwar gibt es immer wieder Szenen, die mögliche Schocks einleiten und fürchterlich fiese Überraschungen erwarten lassen, doch seltsamerweise lässt man immer wieder ab. Jedes Mal, wenn es richtig gruselig – und damit für einen Horrorfilm richtig intensiv werden könnte, stoppt der Regisseur und verlegt den Schwerpunkt vom Horrorfilm zum religiösen Drama.

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Avatar ck001
ck001
#1 | 04. Okt 2010, 16:19
Der Film will eine Mischung aus "Blair Witch" Project" und "Der Exorzismus von Emily Rose" sein und schafft es nicht, an den Grusel der beiden genannten Filme heranzureichen. Wie im Artikel beschrieben, baut sich zwar etwas Grusel auf, doch jeder Anflug davon wird durch eine Einblenung, einen Szenenwechsel und was auch immer unterbrochen, so dass nicht wirklich ein Fluss entstehen wird, der den Zuschauer in seinen Bann zieht. Zudem wirken viele Szenen einfach nur unfreiwillig komisch.
Die Darsteller sind dabei im Grunde genommen jeder für sich gar nicht schlecht, es ist der Schnitt, der dem Film die Spannung raubt.
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Avatar Doodle_Dandy
Doodle_Dandy
#2 | 04. Okt 2010, 17:24
"der Exorzist" für arme
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Avatar Hylax
Hylax
#3 | 04. Okt 2010, 17:27
Herrlich, genausowas suche ich. Billig Schockszenen braucht kein Mensch.
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Avatar Aroddo
Aroddo
#4 | 04. Okt 2010, 17:59
absolut genial war zumindest die chatroulette-werbekampagne:
http://www.youtube.com/watch?v=CNSaurw6E_Q

genial viral. :)
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Avatar Brahlam
Brahlam
#5 | 04. Okt 2010, 18:11
Was ist Chatroulette? ^^
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Avatar Njcid
Njcid
#6 | 04. Okt 2010, 19:57
Dem Trailer nach zu urteilen, ist das "Der Exorzist" mit YouTube-Optik.
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Avatar Odradek
Odradek
#7 | 04. Okt 2010, 20:04
"Wer den 37 Jahre alten Klassiker vielleicht nicht kennt, kennt zumindest Scary Movie 2, in dem er gnadenlos verwurstet wurde."

Oh tempora, oh mores
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Avatar Uran
Uran
#8 | 04. Okt 2010, 22:09
Ich finde diese Pseudo Dokumentationen im Kino, sind langsam wirklich Out.
Die Regisseure die am Anfang diese Stilmittel eingesetzt haben, kann man wirklich als Kreativ ansehen.
Aber diese nacheiferer in letzter Zeit, beweisen eigentlich nur das sie keine eigentliche Storie Ideen haben. Und um das zu kaschieren verwenden sie diesen langsam ausgelutschten Siel.
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Avatar cpt.ahab
cpt.ahab
#9 | 05. Okt 2010, 11:27
Zitat von Uran:
Ich finde diese Pseudo Dokumentationen im Kino, sind langsam wirklich Out.
Die Regisseure die am Anfang diese Stilmittel eingesetzt haben, kann man wirklich als Kreativ ansehen.
Aber diese nacheiferer in letzter Zeit, beweisen eigentlich nur das sie keine eigentliche Storie Ideen haben. Und um das zu kaschieren verwenden sie diesen langsam ausgelutschten Siel.


Aus Hollywood kommt immer seltener was gutes!
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Avatar Sekker
Sekker
#10 | 05. Okt 2010, 14:19
Zitat von cpt.ahab:


Aus Hollywood kommt immer seltener was gutes!



Dann sollte man sich nicht auf Hollywood Filme einlassen, es gibt immernoch sehr gute "Fake-Dokus" wie zb. [Rec] (kein Amerikanischer Film, kein Hollywood), Behind the Mask (zwar aus Amerika aber an Hollywood vorbei)


Ich persönlich finde nicht das diese "Camcorder" Filme ausgelutscht sind, sie erzeugen immernoch eine riesen spannung, da man erstens mitten im geschehen ist und zweitens muss man sich auf den protagonisten mit der Kamera verlassen der das alles "erlebt".

Bei einem geb ich dir aber recht, aus Hollywood kommt selten (bis nie) was gutes, vorallem meint Hollywood sie müsste geile Filme nochmal als Remake rausbringen weil andere Länder eine super idee hatten aber Hollywood davon kein geld gesehen hat.

zb. [Rec], der Film ist ansich nicht Schlecht und erzeugt eine geile Stimmung, aber warum musste Hollywood Quarantäne rausbringen der eigtl 1:1 kopiert wurde und an das Original nicht heranreicht? Ganz einfach deswegen weil [Rec] sehr gute Quoten erzielt hat und die Amis nix davon gesehen haben.

Dann gibt es zb. noch die Ring Filme, bei denen die Vier Ring Filme aus Japan weit besser waren als die 2 Remakes aus Amerika.

Desweitern ist The Eye und The Grudge aus Japan weitaus besser als die Hollywood "Neu"auflage
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