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Filmkritik zu Kill the Boss

Die Rache der Gemobbten

Ein Mord(s)plan wird zum Aufhänger einer Kinokomödie rund um die Rache an sadistischen Chefs. Ob eine Mischung aus Stromberg und Hitchcocks Der Fremde im Zug auf der Kinoleinwand funktionieren kann, sagt unsere Kritik.

Von Christian Mester |

Datum: 02.09.2011


Zum Thema » Trailer zu Kill the Boss Szenen aus dem Kinofilm » Filmkritiken auf Gamestar Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen Wenn man mal wieder zu spät zur Arbeit kommt und sich in der Kantine auch noch versehentlich Kaffee über das Hemd schüttet, fehlt nur eines zum großen Glück: der Abteilungstyrann. Jeder hat schon mal einen solchen über sich gehabt: den unbeliebten Typus Chef, der immer an allem etwas auszusetzen hat, nie zufrieden ist und sich darüber hinaus auch noch erdreistet, jeder Kollegin an die Wäsche zu wollen. Mit Stromberg und seinen beiden US- und UK-Vorlagen The Office wurde solch spaßiger Büroterz bereits zum Fernseherfolg, jetzt folgt eine US-Komödie mit recht ähnlicher Handlung, wenngleich auch aus anderer Perspektive - aus der der Opfer.

Für seine Rache der Gemobbten konnte Regisseur Seth Gordon gleich mehrere bekannte Gesichter gewinnen, die schon vom Poster aus gute Unterhaltung versprechen: Kevin Spacey, Jennifer Aniston, Colin Farrell, Donald Sutherland, Jason Bateman und Jamie Foxx geben sich hier die Klinke in die Hand, um die Kriegszone Arbeitsplatz in einen kurzweiligen Hollywood-Spaß zu verwandeln. Doch nicht nur die Starbesetzung soll locken; wie schon Hangover 2 will auch Kill the Boss vom Schlage der beliebten derben Komödien sein. Ein Plan, der spätestens dann aufgehen müsste, spielt die für gewöhnlich züchtige Jennifer Aniston plötzlich eine sexsüchtige Zahnärztin, die sich ihren Opfern lüstern aufdrängt und eine etwas andere Füllung verlangt. Stellt sich die Frage, was sie zur Behandlung aufdreht: Narkose- oder Lachgas?

Handlung

Nick (Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) könnten kaum größeres Pech haben, denn sie alle leiden unter fürchterlichen Vorgesetzten. Handelsfachmann Kurt wird von einem kokainabhängigen Loser der Marke Von-Beruf-Sohn (Farrell) traktiert, der sogar offen zugibt, die ehemals Kurt versprochene Firma den Bach runtergehen zu lassen, um mit thailändischen Prostituierten in Frührente gehen zu können. Der überdisziplinierte Nick hingegen ist der Fußabtreter seines Gordon-Gekko-Nachahmers David Harken (Spacey), der ihn nach Strich und Faden schikaniert und ihm eiskalt droht, dass er im Falle einer Kündigung durch seinen Einfluss nirgends sonst einen Job bekäme.

Kill the Boss
Colin Farrell übernimmt die Firma seines gutherzigen Vaters (Donald Sutherland).

Die Probleme des Dritten im Bunde sehen gänzlich anders aus, denn Dales attraktive Chefin Julia (Aniston) schätzt ihn keineswegs zu gering ein - vielmehr schätzt sie ihn zu sehr. Die nahezu nymphomanische Kollegin drängt sich ihm ständig schamlos auf, bewusst ignorierend, dass Dale eigentlich kurz davor steht seine langjährige Verlobte zu heiraten. So kommt es also dazu, dass die Drei eines Abends den Rat eines echten Killers ersuchen. Wer es richten soll? Ein zwielichtiger Ex-Knacki namens Motherfucker Jones (Foxx).

Strombergs Erbe

Dass Kill the Boss eine durchaus gute Komödie geworden ist, ist wahrlich keine Überraschung. Bei der überaus vielversprechenden Prämisse und den gewählten Schauspielern war es schon im Vorfeld erfreulich absehbar, dass der Film zumindest sehenswert sein würde. Die Idee, garstige Chefs mit großen Namen zu besetzen, traf sogar vollends ins Schwarze, insbesondere in den Fällen Farrell und Aniston, die in ihren völlig überdrehten Rollen brillieren. Vor allem Farrell, high, aufgedreht und mit Halbglatze Nun-Chukas wedelnd, sorgt manches Mal für tolle Zoten. Auch die ernsteren Spacey und Foxx machen ihre Sache gut, indem sie die eher schüchternen Möchtegern-Mörder amüsant mit aufgesetztem Alpha-Gehabe verängstigen.

Kill the Boss : Friends-Star Jennifer Aniston überzeugt in Kill the Boss als unaufhaltsames Praxisluder. Friends-Star Jennifer Aniston überzeugt in Kill the Boss als unaufhaltsames Praxisluder. Die hierzulande eher unbekannten Dale, Bateman und Sudeikis (letztere beiden waren in diesem Jahr schon in ähnlichen Komödien zu sehen, in Alles erlaubt - Eine Woche ohne Regeln und Umständlich verliebt) sind nicht ganz so lustig, aber ein gern verfolgtes Gespann. Zwar ist Sudeikis' Figur öfter mal verschollen und bleiben seine und Batemans Figuren insgesamt zu ähnlich, doch der wild kaspernde Charlie Day, der wie Zach Galifianakis in Hangover den ebenso bärtigen wie verrückten Mitläufer abgibt, macht es fast im Alleingang wieder wett.

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Avatar GRomero
GRomero
#1 | 02. Sep 2011, 17:34
Sehr amüsanter Film, vor allem in der ersten Hälfte. Hätte das Zeug zum Klassiker gehabt, hätte er sich noch mehr getraut. Sichtbare nackte Haut von Aniston beispielsweise, oder noch lustigere Vorfälle im Gangstergebiet. So wirkt er ein bisschen auf mainstream geklopft.

(btw was meint ihr wie lange es dieses Mal dauert, bis Franc Tausch sein FilmkritikTV hier bewirbt?)
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Avatar wanty
wanty
#2 | 02. Sep 2011, 17:49
Die Amies und der Prius^^ in jedem zweiten Film eine Verarsche, von Achmed ganz abgesehn.
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Avatar RWitschi
RWitschi
#3 | 02. Sep 2011, 18:31
Hangover gefiel mir nur lapidal. Von Horrible Bosses (So der Internationale und Schweizer Filmname) erwarte ich viel.
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Zhou
#4 | 02. Sep 2011, 22:58
War heute im Kino und habe wirklich Tränen gelacht. Schon allein Kevin Spacy ist ein so genial fieser und böser Boss, dass ich mir bei der Ham Ham Szene (oder wie auch immer die Großmutter hieß) fast in die Hosen gemacht haben ;). Also für mich ist der Film eine absolute Empfehlung.......und das Beste!!! KEIN 3D YEAHH! Ist ein Super Kumpellfilm, obwohl ich mit meiner Freundin war und die fand ihn auch Super.
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metzi-dns
#5 | 03. Sep 2011, 01:24
Habt ihr eigentlich ein Ei am laufen?

allein schon Vergleiche, wie "Stromberg" und "Hangover" hier finden zu wollen, zieht mir die Socken aus! oO

mein Fazit:
Wieder mal "breit gesehen" und BITTE, raus mit der Rubrik hier, danke!
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Avatar ProgFeanor
ProgFeanor
#6 | 03. Sep 2011, 01:44
Das Ensemble war in der Tat doch recht gut... insbesondere Spacey, der ja am laufenden Band zu brillieren weiß.

Ich hab mich köstlich amüsiert, toller Film zum Abschalten mit ein paar Kumpels.
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Avatar Someguyfromeurope
Someguyfromeurope
#7 | 03. Sep 2011, 07:34
Bleibt nur noch zu erwähnen, dass der "hierzulande eher unbekannte" Charlie Day Teil der lustigsten Comedyserie der letzten 5 Jahre, nämlich "It's always sunny in Philadelphia" ist. Vom deutschen Mainstream-TV wurde die ja bisher leider (oder zum Glück, Synchronisation kann da eigentlich eh nur schaden) ignoriert, aber wer ein wenig Englisch kann sollte mal einen Blick darauf werfen.
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Avatar König Theoden
König Theoden
#8 | 03. Sep 2011, 11:09
Hab ihn am Do gesehen. War echt überrascht wie gut und lustig der Film war.
Natürlich hätte man es noch hier und da schärfer treiben können. Aber echt unterhaltsam und mal keine Fortsetzung und kein 3D :).

Wieso hier der Kritiker schreibt, zwar kein Hangover. Ist mir desshalb rätselhaft, da Hangover von den Kritikern doch gar nich so gut weggekommen ist. Vllt hat er sich ja nach dem Erfolg doch umentschieden.
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Avatar Dawnbringer
Dawnbringer
#9 | 05. Sep 2011, 09:07
Zitat von König Theoden:
Wieso hier der Kritiker schreibt, zwar kein Hangover. Ist mir desshalb rätselhaft, da Hangover von den Kritikern doch gar nich so gut weggekommen ist. Vllt hat er sich ja nach dem Erfolg doch umentschieden.
Bei ihm kam Hangover mit einer 6,5/10 tatsächlich schlechter weg, als man beim Lesen dieser Kritik hier annehmen mag. Insgesamt hat Hangover aber durchaus die besseren Kritiken, wenn man mal ein Blick auf rottentomatoes wirft.

Hangover: 78% 6,7/10
Horrible Bosses: 70% 6,2/10
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Avatar Nurgus
Nurgus
#10 | 05. Sep 2011, 10:54
Wusstet ihr eigentlich das in Hollywood Filme ab 150 Millionen aufwärts erst lukrativ werden? Das Risiko das ein Film sich NICHT lohnt sinkt mit steigenden Investitionen. Lower Budget Produktionen sterben aus und mit ihnen auch die Innovationen. Hört sich mal wieder nach 08/15 Unterhaltungsschrott an. Aber Zombies fressen ja auch Gammelfleisch...
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