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Filmkritik zu Merida: Legende der Highlands

Feminismus à la Disney und Pixar

Bei Pixars neuem Film wird auf starke Frauen gesetzt. Merida kann nicht nur steile Felsen erklimmen und Pfeil und Bogen beherrschen, sie kämpft außerdem mit hochmodernen Prinzipien um Selbstbestimmtheit.

Von Anne Facompre |

Datum: 26.07.2012


Starttermin: 2. August 2012 - Laufzeit: 100 Minuten - Format: 3D - FSK: ohne

Zum Thema » Filmkritiken auf GameStar.de Unser Kanal zu aktuellen Kinofilmen » Merida Spiel zum Film Animationsfilme boomen. Generationsübergreifend und kunterbunt finden sich Fans allen Alters. Ice Age 4 konnte am vergangenen Wochenende beispielsweise auch nach einigen Wochen in den Kinos noch 660 000 Besucher in die deutschen Kinos locken und war damit auf Platz 1. Auch Der Lorax konnte mit 120 000 Kinogängern immer noch den dritten Platz belegen. Aber nun kommt der wohl am sehnlichsten erwartete Animationsstreifen des Sommers: Merida: Legende der Highlands. Der Film trägt eine Widmung an Pixar-Gründer Steve Jobs und begibt sich, wie alle Produkte aus dem Hause Apple oder Pixar sogleich an die Front des technisch Möglichen.

Von Disney und Pixar wurde eine perfekt animierte Welt geschaffen, deren Figuren lebendig wirken und deren Detailgenauigkeit und schon das eine oder andere Mal zum Staunen anregt. Auch die Geschichte selber, rund um die Prinzessin, die aus der begrenzten Welt ihres Schlosses herausbrechen will und sich an ganz modernen und feministischen Wertvorstellungen orientiert, wird gerne als sehr fortschrittlich gepriesen. Dass unabhängige weibliche Charaktere im ›Kinderkino‹ eigentlich längst überfällig sind und nicht mehr als etwas äußert Besonderes erwähnt werden sollten, lassen wir mal außer Acht.

Die Story

Die rotschöpfige Prinzessin Merida (auf Deutsch gesprochen von Nora Tschirner) ist die älteste Tochter des Königs von Schottland. Vor allem aber ist sie ein äußerst freiheitsliebender Geist. Am liebsten reitet sie mir ihrem Kaltblüter durch die schottischen Highlands, erklimmt steile Felsen und schießt den einen oder anderen Pfeil haargenau ins Ziel. Sogar riesigen Bären sieht sie eiskalt ins Gesicht. Dann soll sie aber ganz traditionsreich verheiratet werden. Und zwar an den besten jungen Bogenschützen des Landes.

Dass diese ihr allesamt nicht das Wasser reichen können, ist noch nicht das Schlimmste an der Sache. Denn Merida hat ihre eigenen Prinzipien, möchte selbst bestimmen und unabhängig sein. Und eine Hochzeit hat das junge Mädchen ganz und gar nicht auf dem Plan. Damit treibt die Prinzessin ihre traditionstreue Mutter regelrecht zur Weißglut. Und als nichts mehr zu helfen scheint, greift Merida zu waghalsigen Mitteln.

Merida
Selbst König Fergus schießt kaum so gut wie Tochter Merida.

Das ist allerdings eine folgenschwere Entscheidung und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Da wird dem Mädchen bewusst, dass sie die einzige ist, die die heikle Situation noch retten kann. Plötzlich muss sie gegen böse Mächte kämpfen und eine potentielle Heirat ist längst nicht mir ihre größte Sorge...

Disneys modernste Prinzessin?

Neben seiner wirklich hohen visuellen Qualitäten, wird für den Film Merida vor allem wegen der hochmodernen und charakterstarken Prinzessin geworben. Merida ist keine Schickimicki-Prinzessin. Hier wird durch die Wildnis geritten, mit Bären gekämpft und wenig Wert auf traditionell ›weibliches‹ Benehmen gelegt. Und dazu beherrscht das junge Mädchen die Kunst des Bogenschießens auch noch besser als sonst jemand im Land. Vor allem besser als die gleichaltrigen Jungs. In der heutigen Zeit wäre Merida ein Tomboy, ein Mädchen, das sich wie ein Junge benimmt und wenig typisch mädchenhaftes Verhalten an den Tag legt. Eine Figur, die dem Kino und dem Kinderfilm an sich nicht fremd ist. Da braucht man nur an George von den Fünf Freunden denken. Obwohl Disney seine Prinzessinnen in der Vergangenheit nicht gerade untergebuttert hat, war da doch immer ein konkreter Love Interest mit im Spiel. Das Leben von Rapunzel, Pocahontas, Arielle und Co. war stets immer erst mit dem Traumprinzen komplett.

Merida: Legende der Highlands : Selbst König Fergus schießt kaum so gut wie Tochter Merida. Selbst König Fergus schießt kaum so gut wie Tochter Merida. Bei Merida ist das anders. Sie ist Disneys erste Prinzessin, die sich rein gar nicht um Jungs schert. In den US-Medien kamen da sogar schon Diskussionen auf, ob Merida vielleicht lesbisch wäre. Diese Theorien sind etwas weit hergeholt und der Film liefert keinerlei Indikationen, die darauf hinweisen, dass Merida als neue Ikone der Homosexuellen gepriesen werden sollte.

Vielmehr ist es so, dass die Prinzessin unabhängig sein möchte. Die Liebe an sich lehnt sich nicht ab. Eine immer wiederkehrende Aussage ihrerseits ist es, ihr Schicksal selbst bestimmen zu wollen. Da lehnt sie sich dann auch mal gegen ihre Eltern auf, liefert sich Teenager-typische Wortgefechte mit der herrischen Mutter oder ruiniert ein ganzes Fest, das nur ihretwegen gegeben wird.

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Avatar Lehtis
Lehtis
#1 | 26. Jul 2012, 09:44
Mir gefällt das ganze Setting irgendwie nicht. Schottland... naja...
Der Trailer hat mir auch nicht wirklich gefallen...

Ich glaube nicht das der Film an Toy Story 3 ran kommen wird.
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Avatar th3ch3
th3ch3
#2 | 26. Jul 2012, 09:52
Zitat von Lehtis:
Mir gefällt das ganze Setting irgendwie nicht. Schottland... naja...
Der Trailer hat mir auch nicht wirklich gefallen...

Ich glaube nicht das der Film an Toy Story 3 ran kommen wird.


So gehts mir auch. Habe den Trailer vor einiger Zeit im Kino gesehen und den Film sofort wieder vergessen, das sah bei den Incredibles oder Wall-E anders aus, da habe ich den Trailer gesehen und mich nen halbes Jahr lang auf einen Film gefreut. Vielleicht tue ich dem Film unrecht, aber ich glaube, ich werde auf den DVD Release warten.
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Avatar DrProof
DrProof
#3 | 26. Jul 2012, 09:56
Ich freu mich auf den Streifen. Als ich den ersten Trailer dazu gesehen habe, wusste ich schon, dass ich ihn auf jeden Fall sehen möchte. Einfach eine schöne Geschichte und eine sehr sympatische Heldin. Der Lorax ist im Moment aber auch nicht zu verachten, während Ice Age 4 ok war von Story, aber mich wenig vom Hocker gehauen hat.
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mutio
#4 | 26. Jul 2012, 10:12
Als Pixar Fan werde ich mir den Film auf jeden Fall angucken, aber wohl nicht im Kino.
Von meinem Bruder, der in den USA arbeitet im Moment, habe ich gehört, dass das Problem ist das Merida ab der 2ten Hälfte (wo die erwähnte Magie in Spiel kommt) viel zu sehr von einem Pixar zu einem Kinderfilm abdriftet. Ich muss mir den selber mal angucken, aber das deckt sich z.B. auch mit dem Review von Jeremy Jahns, den ich immer gerne gucke:
http://www.youtube.com/watch?v=IzWoeQ-GWAU &list=UU7v3-2K1N84V67IF-WTRG-Q&index=6&feature =plcp
(Achtung, Englisch; original Titel ist "Brave").

Was das mit der original Synchro angeht: Ich habe schon Rapunzel viel lieber auf englisch geguckt, ist einfach am besten. Aber gerade dieser schottische Akzent ist schwer hinzukriegen. Als ich letztens in die USA geflogen bin, saß ein schottisches Ehepaar neben mir. Der ist einfach nur genial der Akzent :D
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Avatar Froebe
Froebe
#5 | 26. Jul 2012, 10:18
Zitat von mutio:

Der ist einfach nur genial der Akzent :D

Finde ich ebenfals. Auch wenn ich zum Teil nur die Haelfte verstehe, zuhoeren allein macht schon Spass. Fals Du es nicht schon getan hast schau Dir mal Braveheart im Original an. Mel Gibson versucht sich im schottischem Akzent. Sehr amuesant :-)

Den Film werde ich auf jeden Fall sehen. Pixar ist Pflicht, viel koennen die nicht verkehrt machen. Ok, ich versuche hier Cars 1 und besonders 2 einfach mal totzuschweigen.
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Avatar dave1921
dave1921
#6 | 26. Jul 2012, 10:59
Also ich habe den Film schon als Vorpremiere im Originalton mit deutschen Untertiteln gesehen, und er hat mir sehr gut gefallen. Der Film hat sehr viele charmante Ideen und setzt die auch wie von Pixar gewohnt fantastisch um. Der Film erreicht nicht die Genialität von "Oben" (mein Lieblings-Pixar-Film), aber er unterhält trotzdem sehr gut und ist in meinen Augen absolut sehenswert.
@mutio: Ich finde jetzt nicht, dass der Film mehr Richtung Kinderfilm abdriftet als z.B. Toy Story 3, aber da hat wohl jeder seine eigene Meinung.
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Avatar Morrich
Morrich
#7 | 26. Jul 2012, 11:03
Muhahaha! Also die Behauptung, dass sich alle Produkte von Apple an die Front des technisch möglichen begeben, hat mich jetzt erstmal laut auflachen lassen.
So ein Blödsinn...

Und der Film interessiert mich jetzt auch nicht wirklich. Aber liegt vielleicht daran, dass mir schon die Aufmachung der Hauptfigur nicht gefällt. Wenn ich die dann ne Stunde oder länger auf der leinwand begaffen soll, dann vergeht mir der Spaß.
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Avatar Solospike
Solospike
#8 | 26. Jul 2012, 12:28
Zitat von Morrich:
Muhahaha! Also die Behauptung, dass sich alle Produkte von Apple an die Front des technisch möglichen begeben, hat mich jetzt erstmal laut auflachen lassen.
So ein Blödsinn...



Wo wurde das hier behauptet oder schließt du das um 3 Ecken, weil Jobs Pixar mitgegründet hat?
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Avatar Rollora
Rollora
#9 | 26. Jul 2012, 13:02
Zitat von Solospike:


Wo wurde das hier behauptet oder schließt du das um 3 Ecken, weil Jobs Pixar mitgegründet hat?
und man dort eigentlich alles auf Apple-Computern macht.
Aber dennoch ein sinnloser Apple-Bash von ihm, stimmt schon.
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Avatar Zumbi_dd
Zumbi_dd
#10 | 26. Jul 2012, 13:51
Zitat von :
Obwohl Disney seine Prinzessinnen in der Vergangenheit nicht gerade untergebuttert hat, war da doch immer ein konkreter Love Interest mit im Spiel. Das Leben von Rapunzel, Pocahontas, Arielle und Co. war stets immer erst mit dem Traumprinzen komplett. Bei Merida ist das anders. Sie ist Disneys erste Prinzessin, die sich rein gar nicht um Jungs schert.

Also mir fällt grad noch Mulan ein. War zwar keine Prinzessin, aber auch sie ist aus der Frauenrolle rausgeschlüpft, hat gekämpft und ein Love Interest war auch nicht mit im Spiel.
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