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Report: Spott für die »Killerspiele«-Killer

Spieleentsorgung in Stuttgart

Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden (AAW) wollte in Stuttgart möglichst viele »Killerspiele« sammeln und entsorgen. Am Ende lag im riesigen Container nicht mal eine Handvoll. Von Spielern hagelte es anschließend Häme.

Von Harald Fränkel |

Datum: 19.10.2009


Es war ein riesiger Entsorgungscontainer, des das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden (AAW), eine Vereinigung betroffener Familien durch den Amoklauf in Winnenden im März 2009, am Samstag in der Stuttgarter Innenstadt aufgestellt hatte. Der Zweck der Aktion: Eine Art öffentlichen Abfalleimer für »Killerspiele« zu schaffen, in dem jedermann freiwillig seine Exemplare von Counterstrike, Battlefield & Co entsorgen kann. Und damit gleichzeitig aufmerksam zu machen auf die Gefahr, die nach Meinung des AAW von »Tötungssimulationen« ausgeht. In letzter Konsequenz ist eines der Ziele des Aktionsbündnisses, dass »Killerspiele« verboten werden, »die dazu dienen, Menschen zu ermorden.« In dem Abrisscontainer des AAW hätten viele zehntausend Spiele Platz gefunden. Am Ende waren es drei.

»Täter lernte durch Killerspiele«

Wenige Hundert Meter vom AAW-Stand entfernt hatte sich kurzfristig eine Abordnung des Verbands für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) eingefunden, um mit Mitgliedern der Piratenpartei eine Gegenaktion zu starten.

Spott für die »Killerspiele«-Killer : Hardy Schober, Gründer des Aktionsbündnisses, verlor beim Amoklauf in Winnenden seine Tochter. Hardy Schober, Gründer des Aktionsbündnisses, verlor beim Amoklauf in Winnenden seine Tochter. »Wir setzen uns gegen die Vernichtung von anerkanntem Kulturgut ein«, erklärte Patrik Schönfeldt, stellvertretender Vorsitzender des VDVC. »Es ist Schwachsinn, Actionspiele in Verbindung mit Amoktaten zu bringen. Darüber wollen wir Passanten aufklären«, ergänzte Piraten-Sprecher Konstantin Lübeck.

Hardy Schober, Gründer des Aktionsbündnisses, sieht das anders: »Killerspiele« seien ein »Kettenglied« für solche Taten. Schober verlor während des Amoklaufs, bei dem der 17-jährige Tim Kretschmer am 11. März in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und sich selbst tötete, seine Tochter. »Der Täter hat durch diese Spiele erlernt, professionell mit einer Waffe umzugehen.« Auf Nachfrage, ob er damit das Zielen meine, ließ er ein: »Nein, das kann man damit nicht lernen, da haben Sie Recht. Aber die Vorgehensweise.«

Nur drei Spiele entsorgt

Die Stuttgarter schienen hingegen nicht der Meinung zu sein, dass ein pauschales Verbot von Action-Spielen nötig ist.

Spott für die »Killerspiele«-Killer : Um 16 Uhr, kurz vor Ablauf der Aktion, waren gerade mal drei Spiele im Container zu sehen. Um 16 Uhr, kurz vor Ablauf der Aktion, waren gerade mal drei Spiele im Container zu sehen. Obwohl es ein handsigniertes Trikot der Fußballnationalelf zu gewinnen gab, zählten wir bis 16 Uhr drei Titel, die neben zwei undefinierbaren Pappschachteln im Container lagen: GTA: San Andreas (ab 16 Jahre), das Konsolen-Prügelspiel Def Jam: Fight for NY und OpenArena, den Klon eines indizierten Ego-Shooters der Firma id Software. Das Letztgenannte hatten ironischerweise die Piraten mitgebracht, wie uns Jungpolitiker Sebastian Staudenmaier sagte. »Zu Informationszwecken. Damit sich die AAW-Verantwortlichen mal ein Spiel für Erwachsene ansehen können.«

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Avatar Joehnsson
Joehnsson
#1 | 19. Okt 2009, 13:14
Das habt ihr nun davon, finde ich gut, dass die Aktion dermaßen nach hinten losgegangen ist.
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Avatar Holf
Holf
#2 | 19. Okt 2009, 13:21
natürlich ist es tragisch, dass menschen ihre kinder an so einen sinnlosen amoklauf verlieren. ich verstehe daher den (sicherlich nicht blinden, aber übertriebenen) aktivismus. trotzdem muss man sachlich bleiben, was leider gerade im bezug auf die lieben killerspiele so gut wie garnicht gemacht wird.
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Avatar Lars-G90
Lars-G90
#3 | 19. Okt 2009, 13:24
:D man lernt durch Action-Spiele den Umgang mit Waffen. Na klar. Wenn ich bei einem Ego-Shooter wild los stürme und mich in Massen von Gegner werfe,da ich ja eh wieder belebt werde, soll das den Umgang mit Waffen schulen? Solche Spiele haben doch nix mit sowas zu tun.
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Avatar Graf Metzger
Graf Metzger
#4 | 19. Okt 2009, 13:26
Ich finde das auch gut und wichtig, dass sich die Leute dort miteinander unterhalten haben.... aber die "Aktion" fiel wohl kräftig ins Wasser, was den ursprünglichen Plan angeht.
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Avatar Nebelrambo
Nebelrambo
#5 | 19. Okt 2009, 13:27
Wäre ich nur hingefahren.

HE WARTET!!! IHR KÖNNT MEIN "DIE SIMS 2" NOCH BEKOMMEN!!!
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Avatar Cherry Coke
Cherry Coke
#6 | 19. Okt 2009, 13:28
Ist ja voll nach hinten losgegangen diese bescheuerte Aktion. Freut mich! :) Haben sie mehr als verdient! Einfach nur Schwachsinn...
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Avatar ethnix
ethnix
#7 | 19. Okt 2009, 13:29
Sehr bedenklich, dass die Tageszeitungen lügen und von mehr Spielen reden, als es waren. Das spiegelt eindeutig die teils verlogenen Medienlandschaft.

Ich denke solch eine Verlogenheit ist einer der Gründe warum Leute austicken.
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Avatar Strykaar
Strykaar
#8 | 19. Okt 2009, 13:30
Gottseidank sind sie damit auf die Fresse geflogen. Bin richtig glücklich darüber. Schade das über den Reinfall nicht von den bundesweiten non Gaming Medien berichtet wird.
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Avatar Dethroras
Dethroras
#9 | 19. Okt 2009, 13:31
Wie kann ein vernünftig denkender Mensch damit rechnen, dass die Zahl der weggeworfenen Spiele auch nur am zweistelligen Bereich kratzt?

Die Leute haben dafür Geld bezahlt. Auch Eltern, deren Kinder "Killerspiele" spielen, haben das über den Umweg Taschengeld finanziert. Die Spiele kann man immer noch weiterverkaufen.

Selbst für Herrn Pfeiffer und co. wäre das Wegwerfen von Spielen in etwa so sinnvoll wie das Runterschlucken von Geldscheinen.
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Avatar ScimiX
ScimiX
#10 | 19. Okt 2009, 13:31
ich musste grinsen bei dem 2ten Bild....^^
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