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Special: Das war 2012 | Seite 2

Der GameStar-Jahresrückblick

Free2Play ist überall

Dem unbefriedigenden PC-Absatz begegnen die Publisher anno 2012 vor allem mit einem Schlagwort: Free2Play. Kein Wunder, die Erfolge einiger Gratistitel dürften neidische Blicke angezogen haben. World of Tanks etwa verzeichnet bereits über 40 Millionen registrierte Spieler, der Dota-Klon League of Legends sogar über 70 Millionen. Nun sind natürlich nicht all diese Spieler aktiv, im Durchschnitt hört rund die Hälfte (!) nach dem ersten Tag gleich wieder auf. Und selbst die Aktiven investieren nicht unbedingt echtes Geld, die übliche Bezahlkunden-Quote liegt bei fünf Prozent. Angesichts der Millionenbasis lohnt sich das Geschäft aber selbst dann.

Prompt verkündet Electronic Arts' Label-Chef Frank Gibeau noch während der E3, man wolle ebenfalls zum Free2Play-Hersteller umsatteln. Konsequent enthüllt EA wenig später auf der Gamescom, dass Command & Conquer: Generals 2 zum kostenlosen Multiplayer-Titel umgemodelt wird. Auch bei Star Wars: The Old Republic zieht die Konzerntochter Bioware angesichts sinkender Spielerzahlen die Gratis-Reißleine. Ubisoft strickt derweil vermehrt Free2Play-Ableger seiner etablierten Marken, von Anno Online bis Silent Hunter Online . Activision erprobt in China das kostenlose Call of Duty Online, das bald auch nach Europa kommen könnte. Und der Crysis-Entwickler Crytek veröffentlicht in Russland seinen Free2Play-Shooter Warface , der über fünf Millionen registrierte Spieler anlockt und nächstes Jahr auch hierzulande startet.

Man munkelt sogar, Blizzard habe mit dem Addon Mists of Pandaria den Grundstein für eine spätere Gratis-Umstellung von World of Warcraft gelegt. Etwa wegen des einfacheren Talentsystems, das auch Gratis-Gelegenheitsspieler schnell verstünden. Noch weist Blizzard den Free2Play-Gedanken aber von sich, zehn Millionen zahlende Abonnenten sind ja auch noch eine stolze Summe, fallende Zahlen hin oder her.

Das war 2012 : Petra Schmitz, Redakteurin

Ich kann gar nicht sagen, wie viele Stunden ich in Guild Wars 2 verbracht habe. Viele während der offiziellen Betawochenenden, noch mehr dank spezieller, wochenlanger Pressezugänge, die meisten schließlich im fertigen Spiel. 2012 war für mich eindeutig das Guild Wars 2-Jahr. Meine Vor-Release-Panik, es könne mir bald zu den Ohren rauskommen, hat sich als unbegründet erwiesen. Ansonsten habe ich mich 2012 am meisten über den Kickstarter-Boom gefreut. Die Crowdfunding-Geschichte könnte dem Spielemarkt das bescheren, was er meiner Meinung nach aktuell am meisten braucht: die Möglichkeit, neue Konzepte auszuprobieren, idealerweise erfolgreich. Ich jedenfalls bin nicht sonderlich heiß darauf, für immer und ewig »Assassin’s Call of Diablo« zu spielen.

Trotzdem ist Free2Play spätestens im Spielejahr 2012 keine Randerscheinung mehr, sondern überall, auf den Messen und in den Portfolios auch der klassischen Publisher. Gleichzeitig steigt der Produktionsaufwand der Gratistitel. Wo zuvor keineswegs hässliche, aber technisch simplere Programme wie League of Legends und World of Tanks dominierten, punkten Newcomer wie C&C: Generals 2 und Warface mit Grafikpracht. Generals 2 basiert auf der aus Battlefield 3 bekannten Frostbite-2-Engine, für Warface verwendet Crytek seine hauseigene CryEngine 3. Und auch das gerade gestartete Planetside 2 muss sich optisch vor keinem Vollpreisspiel verstecken -- im Gegenteil!

Spätestens mit diesen Hochglanz-Titeln streift Free2Play endgültig sein Billig-Image ab. Ob's auch bei den Spielern beliebter wird, bleibt indes abzuwarten. Denn obwohl der Gratistrend bereits eine enorme Breitenwirkung entfaltet, stehen ihm viele Spieler weiterhin skeptisch gegenüber. Beispielsweise fürchten sie die Gefahr des »Pay2Win«, also der übermächtigen Vorteile für Bezahlspieler. Außerdem sind Free2Play-Spiele oft darauf ausgelegt, ab einem bestimmten Punkt sehr mühsam zu werden - es sei denn, man investiert echtes Geld.

Und damit wären wir wieder beim Echtgeld-Auktionshaus von Diablo 3, das viele Spieler an eine Free2Play-Mechanik erinnert und damit zeigt, dass sich selbst die PC-Großmacht Blizzard Gedanken über neue Umsatzquellen macht. Denn nicht nur die zwölf (!) Jahre Entwicklungszeit dürften eine Heidensumme verschlungen haben, auch der Betrieb der Battlenet-Server sowie das Basteln von Patches kosten Geld - auch wenn Blizzard dank der zehn Millionen verkauften Exemplare erst mal auf einem ordentlichen Finanzpolster ruhen dürfte.

Das war 2012 : Fabian Siegismund, Redakteur

Ich habe wohl seit 20 Jahren nicht mehr so wenig computergespielt wie in diesem. Kind Nr. 2 läuft mittlerweile herum und fordert Zeit mehr ein, Kind Nr. 1 ist ja auch noch da und Kind Nr. 3, unser neuer Youtube-Kanal High5, hat in den letzten Monaten ebenfalls viel Energie gekostet. Überraschend, dass bei so wenig Zeit ausgerechnet zwei echte Brocken zu meinen Favoriten für 2012 gehören: XCOM und Shogun 2: Fall of the Samurai. »Der Siegismund spielt Rundenstrategie?!«. Wenn man ihn lässt, ja! Dafür konnten mich zwei Action-Rollenspiele, auf die ich mich gefreut hatte, dann doch nicht lange bei sich halten: Diablo 2 und Darksiders 2. Aber wenigstens im Shooter-Sektor blieb ich 2012 absolut berechenbar: Da geht für mich nach wie vor nichts vorbei an… na, wer weiß es?

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Avatar mrkhfloppy
mrkhfloppy
#1 | 12. Jan 2013, 11:09
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#2 | 12. Jan 2013, 12:19
Zitat von Jochen Gebauer:
450.000 Pfund will Peter Molyneux haben. 450.000 Pfund für ein Populous-Remake. Viel Geld ist das nicht, nicht für Peter Molyneux jedenfalls. Hätte ihm seine Bank bestimmt gerne geliehen. Aber hey, wofür gibt’s Kickstarter? Da kriegt man die Kohle zins- und risikolos – auch wenn man noch keine Ahnung hat, was genau man damit eigentlich anstellen will (Hallo, Jane Jensen). 2012 war das Jahr des Crowdfundings; ein Trend, den ich prinzipiell großartig finde. Eine originelle Idee von jungen und wunderbar idealistischen Leuten, die aus der Eingangstür gelacht würden, wenn sie damit bei einem großen Publisher vorstellig würden? Unterstütze ich gerne! Eine olle Idee von betuchten Leuten, die das Ganze problemlos selbst finanzieren können, aber keine Lust auf Zinsen haben? Sorry, Peter, von mir gibt’s keinen Cent.


Dieses Fazit zu GODUS, dass auch schon mal in einem Heft abgedruckt wurde, ist nicht mehr ganz zutreffend:
Ihr habt zu dem Thema sogar selbst eine News geschrieben!
http://www.gamestar.de/spiele/godus/news/g odus,48970,3007774.html

Molyneux ist nicht wirklich reich geworden, genausowenig wie andere große Köpfe der Spiele-Industrie.
Eine große Ausnahme ist nur Richard Garriot, aber das der steinreich ist wisst ihr ja am besten...
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maximiZe
#3 | 12. Jan 2013, 12:22
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.
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Avatar hebelman
hebelman
#4 | 12. Jan 2013, 12:44
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#5 | 12. Jan 2013, 12:45
Zitat von maximiZe:
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht? Blizzard, F2P und Kickstarter sind die Namen die im Letzten Jahr das PC Gaming am meisten geprägt haben.

Blizzard weil sie gezeigt haben das es am PC genau so gute Gewinnzahlen erreichen lassen. Ich geh jetzt mal nicht auf die dummen Blindkäufe. Der Anhaltende Erfolg von WoW ist genau so beeindruckend auch wenn endlich mal dieses wir wollen alle WoW übertreffen einstellung abflacht.

F2P ist ein trend der nur durch hingabe zum erfolg führt das wissen Valve Riot und Wargaming sehr genau! Selbst EA zeigt flexibilität bei SWtoR was der richtige weg ist.

Kickstarter hat 2012 sehr geprägt auch wenn ich viele mögliche Flops auf uns zukommen sehe selbst einige bei denen ich beteiligt bin ...
Diese Projekte müssen sich auch Langfristig beweisen und dazu fehlt es uns schlicht an Erfahrung es ist momentan neu und toll aber eigentlich war noch kein Echter erfolg dazwischen was früher toll war muss heute nicht zwangsweise auch toll sein.
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maximiZe
#6 | 12. Jan 2013, 12:50
Zitat von Paksh1:


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht?


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#7 | 12. Jan 2013, 12:57
Zitat von maximiZe:


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.
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Avatar Halleluja
Halleluja
#8 | 12. Jan 2013, 13:32
Zitat von Paksh1:


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.


Nicht die Konsolen beschneiden die Spiele...

...oder waren die Ultima Teile auf dem NES etwa leichter als die PC Versionen?
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Avatar akrisious
akrisious
#9 | 12. Jan 2013, 13:33
Zitat von mrkhfloppy:
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.


Wie du schon sagst, es ist eben für eine kleine Minderheit ein Highlight. Sicherlich nett, dass Linux als Betriebssystem nun auch adequat mit Spielen versorgt wird, jedoch keinefalls etwas bahnbrechendes für eine ganze Branche. Linix wird eben ein Nischenprodukt - zumindest was Spiele angeht - bleiben.
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Forsti 13
#10 | 12. Jan 2013, 13:36
So schlecht war 2012 also gar nicht wie es uns der Murks Metacritic weiß machen will. Vor allem die zwei Trends Indie und Kickstarter sind etwas sehr erfreuliches und hoffentlich auch genau das, was die Industrie so dringend braucht.

@hebelman

Zitat von hebelman:
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.


Wohl eher soll es ausdrücken, dass man den "Vorwurf" nicht beweisen kann, auch wenn es offensichtlich war.
Es aber anders zu behaupten wäre, von einem namhaften Magazin, schon fast Verleumdung.
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