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Special: Das war 2012 | Seite 4

Der GameStar-Jahresrückblick

Ein Glanzjahr für Indie-Spiele

Communitys beeinflussen jedoch nicht nur einzelne Studios und inzwischen - dank Free2Play-Feedback, Crowdfunding und Steam Greenlight - sogar die Spiele-Entwicklung selbst, sondern bringen auch selbst tolle Titel hervor. Denn 2012 ist auch das Jahr der Fan-Remakes. Im Januar erscheint Renegade X: Operation Black Dawn, ein Ableger des Command & Conquer-Shooters Renegade. Im März folgt mit der Wing Commander Saga die Wiedergeburt des Weltraum-Klassikers, im September dann mit Black Mesa die lang ersehnte Fan-Neuauflage des ersten Half-Life mit der Technik des zweiten.

Ein weiteres Fan-Werk avanciert 2012 zum Phänomen: Die Zombie-Mod DayZ fesselt über eine Million Spieler und kurbelt sogar die Verkaufszahlen des Hauptprogramms Arma 2 an. Im Juni thront die drei Jahre alte Militär-Simulation zwischenzeitlich auf dem Spitzenplatz der Steam-Charts, sogar noch vor aktuellen Hits wie Max Payne 3.

Auch andere Indie-Entwickler leisten famose Arbeit, etwa beim experimentellen Adventure Dear Esther, das der Medienwissenschaftler Dan Pinchbeck und sein Team im Februar veröffentlichen. Weil Dear Esther keine klassischen Spielelemente oder Puzzles bietet, vergeben wir keine Wertung, sind aber umso gefesselter von der Sogkraft des künstlerischen Kleinods.

Überhaupt ist 2012 ein Glanzjahr für Indie-Spiele, vom spritzigen Action-Tower-Defense-Mix Orcs Must Die! 2 über den angenehm altmodischen Dungeon-Crawler Legend of Grimrock bis hin zu Telltales episodischem Zombie-Adventure The Walking Dead, das schlichtweg erzählerische Maßstäbe setzt. Doch auch die großen Hersteller beglücken uns mit grandiosen Werken, darunter Guild Wars 2 und The Secret World, gleich zwei Online-Rollenspiele, die mit überkommenen Genre-Konventionen und Quest-Tretmühlen aufräumen.

Ein weiteres übergreifendes Thema ist spielerische Freiheit: In Darksiders 2 erkundet Tod frei begehbare Welten, Assassin's Creed 3 lässt seinen Connor durch eine ebenso weite Wildnis streifen wie Far Cry 3 seinen Jason, in Dishonored sowie Hitman: Absolution suchen die Attentäter idealerweise immer den heimlichsten aller Wege zum Meuchelziel. Herrje, selbst Black Ops 2, als Call of Duty-Ableger eigentlich der Gralshüter der Schlauchigkeit, stellt seine Spieler gelegentlich vor Entscheidungen, die sich sogar aufs Ende auswirken. Zudem erleben wir 2012 großartige Geschichten und Charaktere, vom irren Vaas über den zynischen Max Payne und den moralisch hin- und hergerissenen Lee Everett bis zum hitzigen Raul Menendez. So darf's 2013 ruhig weitergehen.

Open-World-Spiele im Laufe der Zeit
Egal, ob wir durch den Dschungel Südamerikas schleichen und Rebellen ausschalten, oder in der Großstadt Rennen fahren – in vielen Spielen wartet abseits der Missionen das große Nichts oder sinnlose Staffage. Open-World-Spiele durchbrechen diese Abläufe und versetzen uns in Welten, die uns auch dann offen stehen, wenn wir nicht der Handlung folgen wollen und stattdessen unserem Forscherdrang nachgeben.

Das war 2012 : Jochen Gebauer, Redakteur

450.000 Pfund will Peter Molyneux haben. 450.000 Pfund für ein Populous-Remake. Viel Geld ist das nicht, nicht für Peter Molyneux jedenfalls. Hätte ihm seine Bank bestimmt gerne geliehen. Aber hey, wofür gibt’s Kickstarter? Da kriegt man die Kohle zins- und risikolos – auch wenn man noch keine Ahnung hat, was genau man damit eigentlich anstellen will (Hallo, Jane Jensen). 2012 war das Jahr des Crowdfundings; ein Trend, den ich prinzipiell großartig finde. Eine originelle Idee von jungen und wunderbar idealistischen Leuten, die aus der Eingangstür gelacht würden, wenn sie damit bei einem großen Publisher vorstellig würden? Unterstütze ich gerne! Eine olle Idee von betuchten Leuten, die das Ganze problemlos selbst finanzieren können, aber keine Lust auf Zinsen haben? Sorry, Peter, von mir gibt’s keinen Cent.

Weitergehen werden aber auch die Urheberrechts-Debatten, die 2012 aufflammen. Im Januar führen der amerikanische Stop Online Piracy Act (SOPA) und sein Schwestergesetzt »Protect Intellectual Property Act« (PIPA) zu heftigen Protesten, weil sie die Internet-Freiheit beschneiden und etwa dazu führen könnten, dass Publisher mehr juristische Möglichkeiten hätten, Let's-Play-Videos verbieten zu lassen. Der Kongress legt den unter anderem von Electronic Arts unterstützen Gesetzesentwurf jedoch auf Eis.

In Europa demonstrieren im Februar Hunderttausende Menschen gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), ein internationales Handelsabkommen, das ebenfalls die Meinungsfreiheit im Netz bedroht und komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt worden war. Im Juli lehnt das EU-Parlament eine Ratifizierung des Abkommens schließlich ab. Doch die Debatten um das Urheberrecht gehen weiter, auch die Spielehersteller wollen ihre Ansprüche durchsetzen.

Asiatische Länder verhandeln derzeit über ein Kapitel des Transpazifischen Partnerschaftsabkommens TTP, das noch schärfere Regelungen vorsieht als ACTA. Im Juni 2012 führt Japan außerdem ein neues Gesetz ein, das einen einzigen illegalen Download mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft. Die finnische Polizei wiederum beschlagnahmt im Dezember den Winnie-the-Pooh-Laptop einer Neunjährigen (!), weil sie illegal Musik heruntergeladen haben soll. Das letzte Wort in der unseligen Diskussion um Raubkopien und Urheberrechte ist also noch lange nicht gesprochen.

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Avatar mrkhfloppy
mrkhfloppy
#1 | 12. Jan 2013, 11:09
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.
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Avatar Cd-Labs: Radon Project
Cd-Labs: Radon Project
#2 | 12. Jan 2013, 12:19
Zitat von Jochen Gebauer:
450.000 Pfund will Peter Molyneux haben. 450.000 Pfund für ein Populous-Remake. Viel Geld ist das nicht, nicht für Peter Molyneux jedenfalls. Hätte ihm seine Bank bestimmt gerne geliehen. Aber hey, wofür gibt’s Kickstarter? Da kriegt man die Kohle zins- und risikolos – auch wenn man noch keine Ahnung hat, was genau man damit eigentlich anstellen will (Hallo, Jane Jensen). 2012 war das Jahr des Crowdfundings; ein Trend, den ich prinzipiell großartig finde. Eine originelle Idee von jungen und wunderbar idealistischen Leuten, die aus der Eingangstür gelacht würden, wenn sie damit bei einem großen Publisher vorstellig würden? Unterstütze ich gerne! Eine olle Idee von betuchten Leuten, die das Ganze problemlos selbst finanzieren können, aber keine Lust auf Zinsen haben? Sorry, Peter, von mir gibt’s keinen Cent.


Dieses Fazit zu GODUS, dass auch schon mal in einem Heft abgedruckt wurde, ist nicht mehr ganz zutreffend:
Ihr habt zu dem Thema sogar selbst eine News geschrieben!
http://www.gamestar.de/spiele/godus/news/g odus,48970,3007774.html

Molyneux ist nicht wirklich reich geworden, genausowenig wie andere große Köpfe der Spiele-Industrie.
Eine große Ausnahme ist nur Richard Garriot, aber das der steinreich ist wisst ihr ja am besten...
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Avatar maximiZe
maximiZe
#3 | 12. Jan 2013, 12:22
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.
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Avatar hebelman
hebelman
#4 | 12. Jan 2013, 12:44
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#5 | 12. Jan 2013, 12:45
Zitat von maximiZe:
"Verschwörungstheorie"? Das Beschriebene war ganz offensichtlich Blizzards geplantes Geschäftsmodell, das mittelfristig in die Hose gegangen wäre und dementsprechend entschärft werden musste. Bei der Diablo-Marke kann man solche Experimente schließlich wagen, 90er-Wertungen zu Release und beneidenswerte Verkaufszahlen sind so oder so garantiert.

Und das schon auf Seite 1, traurig, GS. Es wäre schön wenn ihr eure Leserschaft nicht als geifernden, Verschwörungstheorie-affinen Mob behandeln und Papa Activision nicht reflexartig hochschreiben würdet. Aber das ist im heutigen Modell des Spielejournalismus wohl eine Utopie.


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht? Blizzard, F2P und Kickstarter sind die Namen die im Letzten Jahr das PC Gaming am meisten geprägt haben.

Blizzard weil sie gezeigt haben das es am PC genau so gute Gewinnzahlen erreichen lassen. Ich geh jetzt mal nicht auf die dummen Blindkäufe. Der Anhaltende Erfolg von WoW ist genau so beeindruckend auch wenn endlich mal dieses wir wollen alle WoW übertreffen einstellung abflacht.

F2P ist ein trend der nur durch hingabe zum erfolg führt das wissen Valve Riot und Wargaming sehr genau! Selbst EA zeigt flexibilität bei SWtoR was der richtige weg ist.

Kickstarter hat 2012 sehr geprägt auch wenn ich viele mögliche Flops auf uns zukommen sehe selbst einige bei denen ich beteiligt bin ...
Diese Projekte müssen sich auch Langfristig beweisen und dazu fehlt es uns schlicht an Erfahrung es ist momentan neu und toll aber eigentlich war noch kein Echter erfolg dazwischen was früher toll war muss heute nicht zwangsweise auch toll sein.
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Avatar maximiZe
maximiZe
#6 | 12. Jan 2013, 12:50
Zitat von Paksh1:


Es kann aber nicht sein das die Gamestar als PC Magazin ein gewisses Eigeninteresse an dem Hersteller hat der die größte Bewegung am Pc Markt im Bereich Gaming erreicht?


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.
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Avatar Paksh1
Paksh1
#7 | 12. Jan 2013, 12:57
Zitat von maximiZe:


Natürlich, da "Bewegung" in diesem Kontext ein schöneres Wort für Umsatz und Werbekraft ist ist genau dies der Fall. Das aber nicht erst seit Diablo 3.


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.
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Avatar Halleluja
Halleluja
#8 | 12. Jan 2013, 13:32
Zitat von Paksh1:


Genau das ist es was doch der PC bereich braucht. Betrachten wir doch einfach mal wie beschnitten PCler sind wenn es ums Gameplay geht nur weil die Konsolenvariante mehr gewinn abwirft diese aber nicht die Eingabe Möglichkeiten bietet wie ein PC ... da muss ich nicht viel zu sagen oder?

Wir gut hätte Borderlands 2 sein können wenn es sich nicht nur aufs Gameplay mit Konsole fokussiert hätte. Texturen die nicht so nachladen müssen ein besseres Interface das nicht auf Pfeiltasten getrimmt ist und verdammt nochmal nicht nur ein Aktiv skill ...

Die Konsolen beschneiden das Gameplay! Das einzige was die Entwickler/ Puplisher dazu bringen kann PC first zu entwickeln sind gewinne die mehr als Konkurrenz fähig sind.


Nicht die Konsolen beschneiden die Spiele...

...oder waren die Ultima Teile auf dem NES etwa leichter als die PC Versionen?
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Avatar akrisious
akrisious
#9 | 12. Jan 2013, 13:33
Zitat von mrkhfloppy:
Auch wenn wir klar in der Minderheit sind, aber Steam für Linux fehlt mir in allen Rückblicken und stellt für mich einen Jahreshöhepunkt dar.


Wie du schon sagst, es ist eben für eine kleine Minderheit ein Highlight. Sicherlich nett, dass Linux als Betriebssystem nun auch adequat mit Spielen versorgt wird, jedoch keinefalls etwas bahnbrechendes für eine ganze Branche. Linix wird eben ein Nischenprodukt - zumindest was Spiele angeht - bleiben.
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Forsti 13
#10 | 12. Jan 2013, 13:36
So schlecht war 2012 also gar nicht wie es uns der Murks Metacritic weiß machen will. Vor allem die zwei Trends Indie und Kickstarter sind etwas sehr erfreuliches und hoffentlich auch genau das, was die Industrie so dringend braucht.

@hebelman

Zitat von hebelman:
Warum Verschwörungstheorie bei Diablo3?
Sogar euer Redakteur Herr Siegismund hat geschrieben das für Ihn der hohe Schwierigkeitsgrad und die schlechte Itemausbeute zumindest am Anfang, ganz klar die Leute ins EAH locken sollte.


Wohl eher soll es ausdrücken, dass man den "Vorwurf" nicht beweisen kann, auch wenn es offensichtlich war.
Es aber anders zu behaupten wäre, von einem namhaften Magazin, schon fast Verleumdung.
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