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8-Bit Hordes im Test - Warcraft Superlight

Liegt der Igel tot im Keller, war der Rusher wieder schneller. Im Test zeigt sich, dass 8-Bit Hordes nur drei Taktiken kennt: Rushes, Rushes und Rushes. Wer sich einigelt, hat schon verloren.

Video starten 4:55 8-Bit Hordes - Ein bisschen wie Warcraft, ein ganz kleines bisschen

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Retrospiele sind ein zweischneidiges Schwert: Wenn sie es schaffen, das Flair von damals nicht nur optisch, sondern auch spielerisch hinzukriegen - super. Doch wenn der Rentner spielerisch heute noch rüstiger ist als der Retro-Jüngling - dann wird's peinlich. 8-Bit Hordes bekommt diesen Spagat zwar hin, aber nur ganz schön knapp.

Das Echtzeit-Strategiespiel, das auf den ersten Blick wie ein Mix aus Minecraft und den Lego-Filmumsetzungen aussieht, kuschelt sich spielerisch eng ans den Übergroßvater Warcraft. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn schon beim zweiten stellt sich heraus, dass wir hier weder Story noch Helden erleben, weder taktische Tiefe noch überraschende Wendungen - alles Dinge, die Warcraft (3) so stark gemacht haben. Dafür haben Petroglyphs Horden ganz andere Stärken.

Wer jemals ein Echtzeit-Strategiespiel angefasst hat, kommt mit 8-Bit Hordes sofort klar. Wer noch nie eins gespielt hat, allerdings auch. Denn das bunte Spektakel ist mechanisch simpel gestrickt. Menschen und Orcs (die hier etwas sperrig »Lichtbringer« und »Todesgeschworene« heißen) haben nur je neun Gebäudetypen, Upgrades können wir mit Ausnahme des Hauptbaus gar nicht vornehmen. Gleiches gilt für die je zehn Truppentypen: Die gibt's nur in der Standardausführung, sie gewinnen weder Erfahrung noch Spezialfähigkeiten dazu.

Und weil das Spiel auch nur einen Rohstoff (Gold) kennt, ist eine Basis zackig hochgezogen - und das große Truppenschaufeln beginnt. Einzige Bremse: Alle 20 Einheiten brauchen wir einen weiteren Bauernhof. Das Gaspedal: Wenn wir mehr Kasernen gleichen Typs bauen, können wir umso schneller rekrutieren, sodass billige Einheiten im Sekundentakt aus den Toren purzeln.

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Quirlige Klötzchenkrieger

Selbst Strategiespiel-Einsteiger, die nur mal gucken wollen, was Papa damals eigentlich so getrieben hat und warum er bei den Wörtern »Blizzard« und »Craft« immer so leuchtende Augen kriegt, kommen mit 8-Bit Hordes also sofort klar. Zumindest was besagtes Truppenschaufeln angeht. Aber weil die Fußtruppen, Reiter und Flieger sich ganz schön dusselig anstellen, wenn wir sie unbeaufsichtigt lassen, müssen wir uns wie Helikopter-Eltern dauernd um sie kümmern.

8-Bit Hordes vs. 8-Bit Armies
Erst im April 2016 hat Petroglyph einen ähnlichen Titel herausgebracht: 8-Bit Armies huldigt Echtzeit-Strategiespielen wie Command & Conquer. Das Prinzip ist identisch mit 8-Bit Hordes, nur halt mit anderen Einheiten und Gebäuden. Wer Armies schon hat und jetzt Hordes dazukauft, schaltet übrigens zwei weitere Völker-Skins frei. Beide Spiele gibt's auch im günstigeren Paket - aber das lohnt sich wegen der großen Ähnlichkeit nicht wirklich.

Ein paar Beispiele: Unsere Kasernen schicken neue Truppen auf Wunsch automatisch zu einer Kartenposition unserer Wahl. Prima. Weniger prima ist allerdings, dass sie dem Weg stur folgen - auch wenn sie dabei an Fernkämpfern vorbeitrotteln, von denen sie munter beharkt werden. Das gilt übrigens auch für normale Bewegungsbefehle.

Typisches Nebenziel: vier Hexentürme zerstören. Das geht ja noch, aber wenn man zehn identische Objekte vernichten soll, wird’s öde. Typisches Nebenziel: vier Hexentürme zerstören. Das geht ja noch, aber wenn man zehn identische Objekte vernichten soll, wird’s öde.

Zweites Beispiel: Einheiten beider Seiten bleiben regungslos stehen, solange sie nicht direkt angegriffen werden oder ihnen ein Gegner schon auf die Füße tritt. Sie bleiben selbst dann stoisch auf Posten, wenn neben ihnen schon ein Gebäude brennt. Wir haben sogar mal mit einem Flatter-Phoenix Bogenschützen beschossen, die eigentlich zurückfeuern könnten. Eigentlich. Doch die Fernkämpfer ließen sich lieber zusammenschießen, und selbst ihre wehrlosen Kriegerkumpels sind erst abgehauen, als der Phoenix den letzten Schützen in Asche verwandelt hat.

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Letztes Beispiel: Die Gold-Loren, die zwischen Bergwerken und Basis pendeln, fahren auch dann stur weiter zur Mine und zurück, wenn auf dem Weg Feindtruppen lauern - obwohl es mehrere freie Bergwerke gibt. Also alles in bester Tradition von Command & Conquer. Auch eine Art Retro-Charme, sozusagen.

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