Was würden Sie auf einer einsamen Insel unternehmen? Endlich die wichtigsten Werke der Weltliteratur durchackern? Den Ureinwohnern das Pokern beibringen? Einfach nur aufs Meer starren? Oder doch lieber brutal den Urwald roden, rücksichtslos Bodenschätze ausbeuten und rauchende Schlote errichten? Keine Angst, diese Umweltsünden tun niemandem weh, Anno 1701 ist schließlich nur ein Spiel - aber was für eins! Auch im dritten Teil der Aufbaureihe von Sunflowers geht's darum, mit wirtschaftlichem Geschick und Kanonen ein Inselreich zu erobern. Die ursprünglichen Anno-Erfinder Max Design gibt's nicht mehr, Anno 1701 kommt von Related Designs (Castle Strike). Ein Glücksfall für die Serie! Denn die Mainzer schaffen das Kunststück, alte Tugenden aus Anno 1602 zu erhalten und gleichzeitig überflüssigen Ballast aus Anno 1503 wegzulassen.

Postkarten-Idylle

Anno 1701 : Alle Bedürfnisse sind erfüllt, deshalb stehen Aristokraten-Villen um den Dorfplatz. Auf dem gab’s früher nur einen Brunnen, jetzt sprudelt eine Fontäne. Alle Bedürfnisse sind erfüllt, deshalb stehen Aristokraten-Villen um den Dorfplatz. Auf dem gab’s früher nur einen Brunnen, jetzt sprudelt eine Fontäne. Was nicht nur Anno-Veteranen am neuesten Teil als erstes auffällt: Die Inselwelt sieht dank extrem detaillierter 3D-Grafik besser aus als je zuvor. Palmen wiegen sich im Wind, Wellen branden ans Ufer, und Vulkanausbrüche wirken richtig bedrohlich - was sie in der Nähe einer Stadt auch sind. Doch nicht nur die Landschaft, auch die Siedlungen sehen fantastisch aus. Auf dem Grund der Lehmgrube sieht man Arbeiter schuften, Spielleute ziehen über den Dorfplatz, und aus vor der Küste dümpelnden, von Haien umkreisten Fässern winken Schiffbrüchige. Die Detailfülle ist spielerisch wichtig, denn auf einen Blick erkennen Sie, wo in der Stadt etwas im Argen liegt. Die Kamera lässt sich dabei frei drehen und - wichtig für ein Aufbauspiel - extrem weit herauszoomen. Zwar gehen dann auch starke Rechner etwas in die Knie, dafür haben Sie damit den optimalen Überblick.

Insel? Anno? Hä?

Anno 1701 : Walfänger liefern den Grundstoff für Lampenöl und Parfüm. Walfänger liefern den Grundstoff für Lampenöl und Parfüm. Wer die Vorgänger kennt, kann gleich zum nächsten Absatz springen, hier gibt's jetzt das Anno-Grundprinzip in Kürze: Mit einem Schiff voller Baumaterial erkunden Sie eine Inselwelt und sollen dort eine Kolonie gründen. Sobald ein Eiland mit genügend Rohstoffen (Lehm, Erz, Gold etc.) gefunden ist, bauen Sie ein Kontor, zugleich Basis und Warenlager. Sie errichten Produktionsbetriebe (zum Beispiel Schmieden, Mühlen, Parfümerien) sowie Wohnhäuser und sorgen obendrein für die nötige Infrastruktur mit Straßen, Schulen oder Kirchen. Wenn Sie alles richtig machen, steigen glückliche Bewohner im Rang auf und zahlen mehr Steuern. Das Problem: Auf den teils riesigen Karten siedeln Sie mit Computergegnern um die Wette, ein Rennen um die besten Rohstoffinseln entbrennt.

Treffpunkt Dorfplatz

Das Zentrum einer Anno 1701-Siedlung ist nicht das Kontor, sondern der neue Dorfplatz. Der sieht mit seinen Springbrunnen und Marktständen nicht nur hübsch aus, sondern ist zugleich ein Gradmesser für die Zufriedenheit der Bevölkerung.

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Wenn alles in Butter ist, gleißt die Statue auf dem Platz golden, und die Menschen jubeln Ihnen zu. Sind die Untertanen dagegen unzufrieden, treffen sie sich zu Demonstrationen und fordern Ihre Absetzung. Wer sich nicht nur auf das optische Feedback verlassen will, klickt den Dorfplatz an und bekommt eine Aufstellung der Bewohner und deren Bedürfnisse. Denn die zu befriedigen ist die oberste Aufgabe eines Anno-Fürsten.