ARMA 3 - Interview mit Projektleiter Joris-Jan van ‘t Land : Wir sprachen mit Bohemia Interactive über ARMA 3, die Alpha, Beta und mehr. Wir sprachen mit Bohemia Interactive über ARMA 3, die Alpha, Beta und mehr. Nach einem schweren Jahr 2012 für das Entwickler-Team bei Bohemia Interactive steht 2013 ganz im Zeichen von ARMA 3 . Am 5. März startet die Alpha-Phase und wir sprachen im Vorfeld mit Projektleiter Joris-Jan van ‘t Land über die kommende Militärsimulation.

GameStar: Welche Elemente der aktuellen ARMA-3-Alpha sind mehr oder weniger final, an welchen werden wir noch viele Veränderungen sehen?

Joris: Die meisten Grafik-Elemente sind fertig und werden nur noch leicht angepasst. Die Stratis-Insel ist eigentlich auch fertig, hier wird es ebenfalls nur noch Detailanpassungen geben. In den kommenden Monaten werden wir das Feedback aus der Alpha auswerten, Fehler beheben und an der Altis-Insel sowie der Kampagne weiterarbeiten. Außerdem sind wir gerade mit der Integration von Steamworks und weiteren Verbesserungen an der Engine beschäftigt.

GameStar: Wird es für die Alpha-Version Updates geben und werden sie neue Inhalte liefern?

Joris: Ja zu beidem. Wir wollen in den kommenden Wochen große Updates veröffentlichen aber vor allem wollen wir sehr schnell kleine Änderungen vornehmen können und sie von den Teilnehmern der Alpha testen lassen. Es könnte täglich kleine Updates geben, die neue Features beinhalten. Es wird außerdem neue Showcase-Missionen im Verlauf der Alpha und Beta geben, die mehr Fahrzeuge und Waffen einbauen.

GameStar: Könnt ihr uns schon etwas zum Umfang und Inhalt der Beta verraten?

Joris: Die Beta wird eine natürliche Weiterentwicklung der Alpha sein, also kein komplett neues Programm.

GameStar: Wie haben sich die Ereignisse von 2012 auf die Entwicklung von ARMA 3 ausgewirkt?

Joris: Davon wurden wir völlig unvorbereitet getroffen. Niemand hat damit gerechnet und irgendwie wirkt das alles noch immer surreal. Das waren vier dunkle Monate der Ungewissheit, während unsere Freunde und Kollegen in einer griechischen Zelle saßen. Jetzt sind wir froh, dass sie zurück sind und sie freuen sich, weiter an ARMA 3 arbeiten zu können. Dank der harten Arbeit unseres Teams in dieser komplizierten Zeit können wir jetzt die Alpha veröffentlichen.

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ARMA 3 - Bilder aus dem Helikopter-DLC

GameStar: KI und Interface sind zwei der größten Probleme der ARMA-Serie. Habt ihr euch für ARMA 3 auch Hilfe von außen geholt, um beispielsweise neue Ideen und Perspektiven für alte Probleme zu bekommen?

Joris: Wir haben ganz klar versucht, das Interface und die Präsentation konsistenter und nutzerfreundlicher zu machen. Dabei konnten wir auf Lektionen aus den Vorgängern und das Input neuer Mitarbeiter setzen. Wir hoffen, dass die Alpha einen Eindruck von unseren Bemühungen hinterlässt.

Die KI ist ein vieldebattiertes Thema. Man kann argumentieren, dass sie Schwächen hat, anderseits kann sie laufen, schießen, fahren, fliegen und vieles mehr. Wir sind den KI-Problemen gegenüber nicht blind, also verbessern wir sie so gut wir können.

Wir haben dafür ein eigenes internes Entwickler-Team gegründet, das sich komplett um die Balance von Waffen, Fahrzeugen, Umgebungen und mehr kümmert. Außerdem bringen die Programmierer der KI neue Fähigkeiten, wie den Unterwasserkampf oder das Minenlegen bei.

GameStar: Wie sehen eure weiteren Pläne für den Editor aus, wird es einen 3D-Editor geben?

Joris: Nein, es wird keinen 3D-Editor geben. Selbst unsere Designer hätten ihn gerne, aber wir haben einfach nicht die Zeit, ihn ordentlich umzusetzen. Die neue Editor-Oberfläche sollte es aber leichter machen, komplexere Arbeiten zu gestalten.

GameStar: ACE ist eine der beliebtesten Mods für ARMA 2 . Habt ihr mit den Mod-Entwickler zusammengearbeitet?

Joris: Nein, nicht direkt. Wir sehen ACE als eine natürliche Erweiterung zu ARMA 2 an. Wir haben unsere Vorstellung von einer guten Balance zwischen Authentizität und Realismus, sie haben ihre. Das ist das Tolle an den Mods für ARMA. Das ACE-Team und andere können das Grundgerüst nehmen und fast alles verändern. Niemandem muss auf ein Verständnis von militärischer Authentizität beschränkt werden.

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GameStar: Bei ARMA 2 war der Vorwurf noch, ihr hättet das Spiel im Beta-Zustand veröffentlicht. ARMA 3 kann man nun tatsächlich schon als Alpha kaufen. Ihr folgt damit einem Trend, den Minecraft etabliert hat.

Joris: Ja, die Leute bekommen das Spiel früher und billiger. Und sie helfen uns, ein besseres Spiel zu machen. Wer gewinnt also nicht? Mit diesem Schritt versuchen wir natürlich auch, eine Situation wie beim Release von ARMA 2 zu vermeiden. Wir hätten ja auch einfach abwarten können, bis das Spiel fertig ist und einen verbuggten Release riskieren können. Jetzt haben wir die Möglichkeit diese Gefahr abzuschwächen und ARMA 3 den besten möglichen Start zu geben.

GameStar: Wie sehen eure DLC-Pläne für ARMA 3 aus?

Joris: Unsere DLC-Pläne hängen immer vom Erfolg des Hauptspiels ab. Wir hoffen auf einen Erfolg, so dass wir ein paar coole DLCs machen können.

GameStar: Mods sind ein wichtiges Thema bei ARMA-Spielen. Trotzdem ist es bislang vergleichsweise kompliziert die Mods ins Spiel zu integrieren. Arbeitet ihr an einer besseren Lösung für ARMA 3?

Joris: Wir hoffen, dass uns Steamworks da weiterhelfen wird. Wir suchen nach neuen Wegen alle Arten von Nutzer-Inhalten besser ins Spiel zu integrieren, ob es nun Mods, Missionen oder andere Addons sind. Wir können aber noch nichts versprechen, aber sobald es funktioniert, werden die Spiele diese neuen Features ausprobieren können.

Trotzdem werden wir die klassischen Einbauwege nicht verschließen. Wer also seine Mods wie gewohnt entwickeln und ins Spiel bringen will, kann das weiterhin tun.

GameStar: Wird es ARMA 3 für PS4 oder Xbox 720 geben?

Joris: Nein, ARMA 3 ist ein PC-exklusives Spiel und daran wird sich nichts ändern.

GameStar: Welche Features musstet ihr während der Entwicklung von ARMA 3 bereits wieder streichen?

Joris: Da wäre der bereits erwähnte 3D-Editor. Und natürlich gab es eine lange Liste von Wünschen aus dem Team und wir können nicht alles umsetzen. Wir haben uns darauf konzentriert ein Infanterie-Spiel zu machen mit vielen Fahrzeugen als Unterstützung.

Man kann natürlich Panzer fahren, Hubschrauber fliegen und mit Unterwasserfahrzeugen gegnerischen Basen infiltrieren. Und ich würde liebend gerne jedem Fahrzeug die Aufmerksamkeit zukommen lassen, wie wir es bei den Hubschraubern in Take on Helicopters machen konnten, aber dafür haben wir einfach nicht die Zeit.

Es ist aber sehr cool, dass einige Features für ARMA 3 übernommen werden konnten, wie funktionierende Flugsticks und animierte Hände an Lenkrädern.