»Nich' lang schnacken, Kopp innen Nacken«, denkt sich Ubisoft und wirft uns beim Anspielen von Assassin's Creed 4: Black Flag gleich ins kalte Wasser. Dankenswerterweise finden wir unter den Füßen unseren Piraten/Assassinen-Mischlings Edward Kenway immerhin die soliden Planken eines ein schlagkräftigen Schiffs.

Auf Drängen eines seiner Crewmitglieder entscheidet sich unser Held eine spanische Küstenstadt anzugreifen und zu erobern - und ganz nebenbei dem Gouverneur der Insel ein vorzeitiges Ableben zu bereiten. Doch als sich unser Pott dem Ufer nähert, eröffnen zwei befestigte Küstenbatterien das Feuer auf uns. Um den feindlichen Kanonen ein möglichst kleines Ziel zu bieten, halten wir frontal und mit großer Fahrt auf die Befestigungen zu. Trotzdem schlagen immer wieder schwere Eisenkugeln durch unsere Planken. Deshalb lassen wir unsere Crew in Deckung gehen, wenn wieder eine neue Salve durch die Wolken rauscht, so richten die feindlichen Geschosse weniger Schaden an.

Assassin's Creed 4: Black Flag (PS4)
Auf den Straßen von Nassau geraten wir immer wieder in Säbelgefechte, die serientypisch sehr dynamisch sind.

Der Tod kommt von oben

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Kugelhagel sind wir endlich nah genug an der Batterie um unsere Geheimwaffe einzusetzen: einen großkalibrigen Mörser, der im Bug unseres Schiffs verbaut ist. Das schwere Geschütz ist perfekt, um Gebäude dem Erdboden gleich zu machen und das bekommen unsere Feinde auch gleich zu spüren. Auf Knopfdruck schalten wir in die Zielansicht, in der wir sogar heranzoomen können, und legen den Zielbereich des Mörsers fest. Nur Sekunden später fällt ein Geschosshagel in hohem Bogen auf die Verteidiger herab und beseitigt ein Großteil der »Lebensenergie« der Küstenbatterie. Sofort nehmen wir fahrt aus dem Schiff, drehen bei und geben dem Gebäude mit einer gezielten Breitseite den Rest. Eine Stellung ist damit erledigt und wir nehmen uns die zweite vor.

Doch während wir unser Wendemanöver einleiten, um die zweite Geschützstellung in gleicher Weise auszuschalten, sehen wir aus dem Schatten der Insel zwei Masten auftauchen - Spanische Schiffe eilen der Stadt zu Hilfe. Kurz entschlossen ändern wir unseren Kurs erneut und steuern auf die neue Gefahr zu. Als wir näherkommen erkennen wir auch, dass es sich bei der Verstärkung lediglich um zwei kleinere Kähne handelt, die keine allzu große Gefahr für unser Schiff darstellen. Trotzdem sind wir vorsichtig und nehmen den ersten Feind schon aus der Distanz aufs Korn. Die flinken Angreifer zu treffen ist dabei gar nicht so einfach, denn häufig verschwindet unser Ziel hinter hohen Wellenkämmen. Haben wir eine Breitseite ins Ziel gebracht, können wir durch gut getimte Tastendrücke zusätzliche Schüsse feuern.

Zeit zum Entern?

So haben wir die Mannschaft des ersten Schiffs schnell dezimiert und ein Symbol zeigt an, dass der Kahn reif zum entern ist. Dazu müssten wir lediglich auf ihn zulaufen und auf unseren Befehl hin schwingen wir uns mitsamt unserer Crew auf das feindliche Deck, um die letzten aufmüpfigen Spanier etwas mit dem Entermesser zu kitzeln. Wenn wir es schaffen, den feindlichen Pott zu erobern, können wir ihn mit einer eigenen Crew besetzen und selbstständig auf Kaperfahrt schicken, damit er uns hoffentlich fette Beute einbringt. Da der zweite Spanier sich aber inzwischen hinter uns geschlichen hat, geben wir seinem angeschlagenen Kollegen mit einer weiteren Salve schnell den Rest und drehen ab. Haben wir ein Schiff versenkt, schwimmen Teile seiner Ladung und einige Überlebende in den Trümmern, die wir durch einfaches Drüberfahren einsammeln können. Ladung können wir in Städten verkaufen und gerettete Matrosen füllen die Lücken in unserer Crew wieder auf, die das feindliche Feuer gerissen hat - ob freiwillig oder nicht sei mal dahingestellt.

Assassin's Creed 4: Black Flag : Neben Kämpfen, Klettern und Seeschlachten hat Assassin's Creed 4 auch etwas beschaulichere Momente Neben Kämpfen, Klettern und Seeschlachten hat Assassin's Creed 4 auch etwas beschaulichere Momente

Nachdem wir uns auch des zweiten Verfolgers entledigt haben, können wir uns in verhältnismäßiger Ruhe der verbliebenen Küstenbatterie annehmen, die nun auch kein großes Hindernis mehr für uns darstellt. Ist die Hafenstadt von ihrer lästigen Verteidigung befreit, können wir uns entscheiden, ob wir unsere Schaluppe gesittet am Landesteg vertäuen oder im echten Assassinen-Style von Bord hüpfen und die brennenden Trümmer der Befestigung erklimmen - keine Frage welchen weg wir wählen. Nachdem wir also das Steilufer hochgekraxelt sind und über brennende Holzbalken balanciert sind, stürzen wir uns in die Straßen der Stadt, wo der Kampf zwischen meiner Crew und der Stadtwache schon in vollem Gange ist - unsere Mannschaft legt wohl weniger Wert auf Stil als wir und hat den einfachen Weg über den Pier genommen (solche Langweiler).