Zum Thema » Project Cars - Vorschau Wir können alles … außer Kompromisse » rFactor 2 - Vorschau Ein Rennspiel? Das hier ist RennERNST! Geliebte Rennsimulation! Für viele von uns begann dieses aufregende Abenteuer unter zweifelhaften Umständen, denn die Romanze entstand nicht etwa am heimischen Computer, sondern wohl eher beim Besuch eines Kumpels nach der Schule. Im Mai 1998 öffneten sich die Garagentore und du rolltest mit strahlenden Scheinwerfern auf uns zu. Du wunderbares Gran Turismo! Gran Turismo? Moment mal! Überzeugte PC-Raser können doch nicht einfach mit einem Konsolen-Rennspiel fremdgehen. Können wir doch! Wir mussten es sogar, denn zu diesem Zeitpunkt gab es nichts Vergleichbares.

Klar, wir hatten Simulationen in diversen Renndisziplinen und auch Raser à la Need for Speed samt Luxuskarossen. Aber die Kombination aus edlen Seriensportwagen und realistischer Fahrphysik war stets rar. Heute sieht es da schon bedeutend besser aus, denn mit Assetto Corsa, Project Cars sowie rFactor 2 stehen uns gleich drei ambitionierte Rennsimulationen ins Haus, die auch diesem prominenten Gran Turismo Konkurrenz machen wollen. Wir haben uns Assetto Corsa mal genauer angeschaut und sehen vor allem eines: riesiges Potential.

Als Early-Access-Version kaufen
Assetto Corsa wird exklusiv auf Valves Online-Plattform Steam angeboten. Sie können es aktuell als Early-Access-Version für 35 Euro kaufen und erhalten alle künftigen Updates kostenlos. Nach dem Kauf dürfen Sie das Spiel auf beliebig vielen Rechnern installieren und auch offline spielen. Ein Weiterverkauf ist aber nicht möglich.

Gefühlsecht

Endlich raus auf die Strecke! In unserem Ferrari 458 Italia starten wir auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings. Schon auf der ersten Geraden vibriert unser Lenkrad bedrohlich. Dass uns der drängelnde KI-McLaren touchiert, macht es kein Stück besser, und wir haben Mühe, auf dem Asphalt zu bleiben. Ganze 24 Fahrzeuge rasen auf die erste Kurve zu. Wir bremsen später als unsere Rivalen und obwohl uns die tiefstehende Sonne blendet, können wir einige Plätze gutmachen. »Na bitte! So schwer ist das doch gar nicht!«, denken wir uns und bekommen prompt die Quittung: Etwas zu früh Vollgas gegeben, ein Stückchen zu weit nach außen getrieben und schon kreiseln wir ins Kiesbett.

Assetto Corsa
Neben bekannten Seriensportwagen bietet der Fuhrpark auch einige hochgezüchtete Fahrzeuge aus dem Rennsport.

Ein typischer Anfängerfehler in Assetto Corsa, der uns zwar ärgert, aber auch dazu motiviert, weiter an unseren Fahrkünsten zu feilen, damit wir eines Tages unser Traumauto ohne Fahrhilfen beherrschen. Denn darauf liegt der Fokus dieser ambitionierten Simulation: die Kontrolle über leistungsstarke Autos im Grenzbereich. Um diese Erfahrung authentisch zu vermitteln, ist natürlich eine wirklichkeitsnahe Fahrphysik notwendig - und genau hier punktet Assetto Corsa.

Den italienischen Entwicklern von Kunos Simulazioni ist es gelungen, ein beeindruckend glaubwürdiges Fahrgefühl zu erschaffen. Besonders in der Cockpitperspektive und mit einem Force-Feedback-Lenkrad in der Hand erlebt man ein wahnsinnig intensives Spektakel, das viel Schweiß fordert, aber auch für ein wohliges Glücksgefühl sorgt, wenn man sein Gefährt immer eleganter durch die Kurven lenkt. Klingt kompromisslos, aber Menschen, die sich für realistische Rennsimulationen vom Schlage eines Assetto Corsa interessieren, stehen wahrscheinlich eh nicht auf Kompromisse.

Unbekanntes Terrain

Dieser radikale Fokus auf Realismus bedeutet aber keineswegs, dass neugierige Gelegenheitsraser vom Rennen ausgeschlossen werden. Neulinge haben nämlich Zugriff auf insgesamt acht Fahrhilfen wie Bremsassistent oder Traktionskontrolle, die sich vor dem Rennen beliebig zu- und abschalten lassen. Auch eine Ideallinie gibt es - ihre Bremsempfehlungen passen sich aber nicht dynamisch an unsere Geschwindigkeit an.

Assetto Corsa - Cockpitperspektive
Das Maximum an Realismus bietet natürlich die Cockpitperspektive samt detailliertem Armaturenbrett.

So gar nicht einsteigerfreundlich präsentieren sich hingegen die Menüs von Assetto Corsa. Schon jetzt entsteht ein ziemlicher Wirrwarr bei der Suche nach dem gewünschten Spielmodus. Bei all den Drift-Herausforderungen und Spezialevents kommt man schnell durcheinander. Wie soll das erst beim Karrieremodus aussehen?

Apropos: Viele Spieler werden ihre Kaufentscheidung sicherlich von einem zusammenhängenden Solomodus abhängig machen - einem roten Faden also, der uns durch das Spiel führt. Marco Massarutto, Production Director bei Kunos Simulazioni, verriet uns, dass wir in der Karriere langsam an die anspruchsvolle Fahrphysik herangeführt werden und dann stetig mehr gefordert werden sollen. So starten wir etwa in gutmütigen Fronttrieblern, düsen später in klassischen Rennwagen herum und müssen uns am Ende in modernsten Supersportwagen beweisen. Laut Massarutto, wird der Karrieremodus erst zum Release der Vollversion veröffentlicht.

Ebenso angekündigt und noch nicht im Spiel sind das »Komplette Rennwochenende« sowie der Mehrspielermodus. Es existieren derzeit also viele Unbekannte, die über Wohl und Wehe von Assetto Corsa entscheiden werden.