»Unsere Kampagne hatte nicht das typische Battlefield-Gefühl« sagt DICE selbstkritisch über den Solo-Modus von Battlefield 3. Spektakuläre Zerstörungsszenen sind darin größtenteils durch Skript-Ereignisse fest vorgegeben, in Fahrzeug-Einlagen lenkt das Spiel selbst und die KI-Kameraden tun, was ihnen gerade passt.

In Battlefield 4 soll das alles der Vergangenheit angehören. Auf einem großen Enthüllungs-Event direkt in Stockholm hat uns DICE gezeigt, wie man die großen Tugenden der Shooter-Reihe jetzt auch dem Solo-Modus beibringt.

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Ersaufen zu Bonnie Tyler

Zum Thema » Mein Ersteindruck Video: Fabian über Battlefield 4 » Null Punkte, bitte! Kolumne zu Battlefield 4 » Battlefield 3 Alles zum Vorgänger » Battlefield - Die Serie Galerie: Die Reihe im Überblick Battlefield 4 ab 7,99 € bei Amazon.de Die Kampagne von Battlefield 4 beginnt mit dem Prolog »Fishing in Baku« unter Wasser. Nicht aber in einem U-Boot, sondern in einem auf den Grund des Kaspischen Meeres sinkenden Taxi. Darin liegt die vierköpfige Einheit »Tombstone« und schreit. Weil die Luft demnächst ausgeht. Weil durch den Außendruck immer mehr Risse in den Fenstern entstehen. Weil die US-Soldaten nicht zu den Klängen von »Total Eclipse of the Heart« aus dem Autoradio sterben wollen. Und weil Recker, der Spieler, gerade von seinem schwer verletzten Vorgesetzten Dunn den Auftrag bekommen hat, die Fenster einzuschießen.

Ein Plan, den weder Irish noch sein Kamerad Pac besonders gelungen finden. Die Mischung aus panischem Geschrei, bellendem Befehston, ächzendem Metall und dem Gesang von Bonnie Tyler und Meat Loaf verstummt erst, als Recker den Revolver spannt… und abdrückt.

14 Minuten vorher scheint die Welt noch in Ordnung für das Soldaten-Quartett. Recker schleicht mit einem Sturmgewehr im Anschlag durch eine mit hübschen Licht- und Partikeleffekten dekorierte Schul-Ruine in Baku, der Hauptstadt von Aserbaidschan. Grafisch erinnert die auf einem PC gezeigte Szene stark an Battlefield 3 , wirkt durch realistisch im Wind wehende Vorhänge und extra viel aufgewirbelte Papierfetzen aber noch einen Tick stimmiger.

Battlefield 4 (PS4)
Dank der Frostbite 3-Engine geht in den Levels einiges kaputt und immer mal wieder erhellen fette Explosionen wie hier das Bild.

Kurze Zeit später erreicht Recker den Treffpunkt. Pac ist schon da, Dunn kommt einen Augenblick später nach. Nur von Irish fehlt jede Spur. Wenige Sekunden später klärt sich das Rätsel auf: Der Kamerad ist von feindlichen Truppen aufgespürt worden und braucht auf der anderen Straßenseite Feuerschutz. Das übrige Trio stürmt ans Fenster und deckt den GI mit gezielten Salven.

Wie schon in Medal of Honor: Warfighter darf auch Recker in Battlefield 4 während eines Feuergefechts schnell zwischen zwei Visier-Typen umschalten. So wechselt der Spielcharakter per Tastendruck flink von Kimme und Korn auf die Zoom-Optik, um entfernte Feinde besser aufs Korn nehmen zu können. Nach der gewonnenen Schießerei hieven die Soldaten ihren Kollegen durchs Fenster. Laut DICE hat man dafür nochmals am ANT-Animationssystem gearbeitet, um das Gewicht eines schwer bepackten Kämpfers glaubwürdig vermitteln zu können.

Multiplayer-Zutaten für die Kampagne

Hinter der Schule zieht die Einheit durch ein Waldgebiet weiter und steht kurz danach auf einem offenen Feld. Hier sollen die Männer von einem verbündeten Hubschrauber aus der Gefahrenzone evakuiert werden. In dem - im Vergleich zur BF3-Solo-Kampagne - riesigen Gebiet stehen vereinzelt Frachtcontainer und kaputte Holzzäune, am Horizont wehen große Planen an Wolkenkratzer-Baustellen im Wind.

Schick: Als die Kameraden das Feld erreichen, kreisen unzählige Vögel am Himmel. Allzu lange dürfen die Kämpfer das Naturschauspiel aber nicht bewundern, da eine feindliche Patrouille im MG-Buggy ihre Position geortet hat.

In der jetzt folgenden Schießerei kommen gleich vier Neuerungen von Battlefield 4 gleichzeitig zum Einsatz. Erstens: Der Spieler darf wie im Multiplayer-Modus Feinde »spotten«. Sind die gegnerischen Truppen erstmal markiert, feuern Reckers Mitstreiter bevorzugt auf die zugewiesenen Ziele. Das gilt zudem auch für den befreundeten Hubschrauber. Als der Kampf-Heli mit einem Luftschlag das Feuer auf die Patrouille eröffnet, vergehen die Feinde in einem spektakulären Feuerball. Das sah selbst in Battlefield 3 nicht so gut aus.

Battlefield 4 : Irish (l.) und Pac verschnaufen in einer Schul-Ruine in Baku. Irish (l.) und Pac verschnaufen in einer Schul-Ruine in Baku.

Weil durch den Knall weitere Feinde anrücken, zeigt DICE Neuerung Nr. 2: Der Spieler ist nicht mehr darauf festgelegt nur einem schmalen Pfad zu folgen. So kann sich Recker - genau wie in einer Multiplayer-Karte - auf dem breiten Feld frei bewegen, auf Wunsch mit Sprengstoff eigene Türen in Gebäude sprengen oder dem Ärger großräumig aus dem Weg gehen. Die KI-Gegner sollen dabei genau wie Multiplayer-Spieler reagieren und so auch von Flanken-Angriffen überrascht werden können.

Die dritte Verbesserung: Genau wie im Multiplayer-Modus kann der Spieler jetzt auch solo vollwertige Fahrzeuge steuern. So schwingt sich Recker etwa an einen MG-Buggy, umkurvt eine Gruppe überraschter Feinde, wechselt in die Geschützkanzel und eröffnet das Feuer.

Als der letzte Gegner in den Staub fällt, wird auch die vierte Neuheit eingeblendet. Battlefield 4 verteilt für jede Mission Punkte, was den Wiederspielwert der Einsätze erhöhen soll. Bisher ist jedoch noch unklar, ob die Ergebnisse auf einem gemeinsamen Zähler landen und wofür genau Punkte vergeben werden.

DICE erhofft sich von den Änderungen das gleiche unvorhersehbare Spielgefühl in der Kampage wie im Multiplayer-Teil. Wir werden aber trotzdem den Verdacht nicht los, das noch viel mit Skripts gearbeitet wird. Möglicherweise täuscht der Eindruck - oder aber DICE hatte aus Zeitgründen nur zur Präsentation getrickst.