Braid - PC

Denk- & Ratespiel  |  Release: 11. April 2009  |   Publisher: Rondomedia
Seite 1   Fazit Wertung

Braid im Test

Kreativer Independent-Knobler

Lassen Sie sich nicht von den Bildern aus Braid im Test abschrecken! Sonst entgeht ihnen ein raffinierter, liebevoll gemachter Independent-Knobler.

Von Daniel Matschijewsky |

Datum: 15.04.2009


Zwei Worte werden Ihnen bei Braid garantiert häufiger über die Lippen kommen: »Ach so!« Denn in dem Jump&Run vom bislang unbekannten Entwickler Number None müssen Sie scheinbar unmögliche Rätsel lösen. Rätsel, die Sie an Ihrer Intelligenz zweifeln lassen. Rätsel aber, deren Lösung stets so verblüffend plausibel ist, dass Sie sich mehrfach auf die Stirn klatschen werden.

Seitdem Braid im August 2008 für die Xbox 360 erschienen ist, wurde der Erfinder Jonathan Blow mit Preisen geradezu überschüttet. Zu Recht, wie wir finden. Denn mit seinem außergewöhnlichen Spielprinzip reiht sich Braid mühelos in die Riege innovativer Knobel-Hits wie Portal und World of Goo ein.

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Braid : In Tims Haus wechseln Sie zwischen den Welten und lösen Puzzles. In Tims Haus wechseln Sie zwischen den Welten und lösen Puzzles. Auf den ersten Blick mutet Braid wie ein zwar hübsch gezeichneter, aber schnöder Super Mario-Klon an. Und tatsächlich meistern Sie in der ersten von sechs stimmungsvollen 2D-Welten hauptsächlich Geschicklichkeitseinlagen, hüpfen über Abgründe und auf niedliche Feinde (miauende Hasen!), sammeln Puzzleteile und bekommen am Levelende zu hören, dass sich die gesuchte Prinzessin in einem anderen Schloss befinde.

Kurz darauf stellt Braid das Genre auf den Kopf. Ähnlich wie der Prince of Persia darf Tim, der Held des Spiels, die Zeit zurückspulen, und zwar beliebig lang. So lassen Sie zum Beispiel Feinde erst in für Tim unerreichbare Gruben hüpfen, den Schlüssel für eine Tür aufklauben und dann durch die Rückspul-Funktion zurück in seine Hände tragen. Grün schimmernde Objekte, Plattformen und Gegner zeigen sich von der Zeitmanipulation jedoch unbeeindruckt, bewegen sich also auch dann normal weiter, wenn Sie die Retour-Taste drücken. Aus diesem Prinzip hat Number None reihenweise kniffliger Rätsel gestrickt, eines kreativer als das vorangegangene. Der Schwierigkeitsgrad nimmt im Verlauf angenehm zu, und obwohl Sie häufig so manch schwere Nuss zu knacken haben, bleibt Braid stets nachvollziehbar und fair. Einsteiger und Ungeduldige sollten Tims Abenteuer dennoch mit Vorsicht genießen.

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Braid - Bilder aus der Testversion

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Braid : Braid sieht wie ein Jump&Run aus, setzt aber selten auf Geschicklichkeit. Wichtiger sind gutes Timing und Kombinationsgabe, um unerreichbar scheinende Puzzle-Teile (oben) einzusammeln. Braid sieht wie ein Jump&Run aus, setzt aber selten auf Geschicklichkeit. Wichtiger sind gutes Timing und Kombinationsgabe, um unerreichbar scheinende Puzzle-Teile (oben) einzusammeln. Bloßes Zurückspulen wäre auf Dauer langweilig, weshalb Number None seinem Helden in jeder Welt eine neue Fertigkeit spendiert. Beispielsweise trennt sich Tim auf Kommando von seinem Schatten, der - während wir die Zeit zurückdrehen - alle zuvor ausgeführten Aktionen vorwärts, also richtig herum erneut durchläuft.

In Welt 6 darf Tim einen Ring auf den Boden legen, der nicht nur die perfekt zum grafischen Stil des Spiels passende Geigenmusik verlangsamt, sondern auch alle beweglichen Objekte in der Umgebung. Das gelungene, wenn auch etwas detailarme Leveldesign stellt Sie dabei regelmäßig vor Herausforderungen, die sowohl Hirnschmalz als auch Fingerfertigkeit verlangen. Beispielsweise bremsen Sie mit Tims Ring schnelle Kanonenkugeln ab, klettern zwischen ihnen eine Leiter hoch, schnappen sich einen Schlüssel, spulen die Zeit zurück und missbrauchen zuvor erledigte Gegner als Trampolin für ansonsten unerreichbare Plattformen.

Was kompliziert klingt, geht dank der eingängigen Steuerung sehr gut von der Hand. Jedoch nur mit einem Gamepad; auf der Tastatur sind die (nicht konfigurierbaren) Tasten etwas unglücklich verteilt. Ebenfalls ein Bedienungs-Manko: Sie benötigen zwingend ein Xbox-360-Gamepad. Geräte anderer Hersteller werden nicht unterstützt. Auch dass Braid nur die von der Konsole bekannte HD-Auflösung (1280x720 Pixel) beherrscht, zeugt von einer unsauberen Portierung.

Nochmal

Braid : Gefährliche Aufgaben überlässt Tim lieber seinem Schatten. Gefährliche Aufgaben überlässt Tim lieber seinem Schatten. Die Präsentation gibt ebenfalls Anlass zur Kritik. Zwar erzählt Braid eine nette Parabel auf die Vergänglichkeit von Zeit und endet in einem tiefphilosophischen Finale (über dessen Interpretation die Fans sogar in Foren und Blogs diskutieren), all das bekommen Sie aber nur in Texttafeln zu lesen. Zwischensequenzen lässt das Programm ebenso vermissen wie sprechende Charaktere.

Das sind jedoch Kleinigkeiten, die den Spielspaß nur in geringem Maße stören. Denn seine Kerndisziplin, die kreativen und fordernden Rätsel, meistert Braid mit Bravour, zumal das Spiel immer wieder mit netten Ideen zu begeistern weiß. So bekommen Sie es beispielsweise mit dickwanstigen Bossgegnern zu tun, denen Sie nur durch den geschickten Einsatz der Rückspulfunktion schaden.

Braid : Rohre und heldenfressende Pflanzen -- nicht die einzigen Parallelen zu Super Mario. Rohre und heldenfressende Pflanzen -- nicht die einzigen Parallelen zu Super Mario. Und der letzte Abschnitt (Welt 1 genannt, aber wie sollte es bei einem Spiel, das es mit der richtigen Reihenfolge nicht ganz ernst nimmt, anders sein?) schickt Sie gar in eine rasante Flucht vor einer Feuerwalze, der Sie nur entkommen, wenn Sie Tims Fähigkeiten klug und im richtigen Moment einsetzen.

Schade nur, dass Sie all das bereits in wenigen Stunden gesehen haben, denn Braid ist (trotz seines günstigen Preises) sehr kurz ausgefallen. Immerhin dürfen sich ehrgeizige Spieler an Mirror’s Edge-ähnlichen Speed-Runs probieren, die durch knappe Zeitlimits eine zusätzliche Herausforderung darstellen. Oder Sie spielen Braid einfach noch mal. Immerhin hat es schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht, »Ach so!« zu rufen.

Online-Vertrieb

Braid wird nicht im Handel, sondern ausschließlich über diverse Download-Plattformen vertrieben. Zur Auswahl stehen die US-Webseiten PlayGreenhouse.com und ImpulseDriven.com sowie Gamersgate.com und Steam. Die Preise unterscheiden sich teils stark. Mit 12,99 Euro war Valves Steam bei Redaktionsschluss der günstigste Anbieter. Bei Gamersgate müssen Sie 14,95 Euro berappen. Das 156 MByte kleine Jump&Run ist an Ihr Benutzerkonto gekoppelt und kann deshalb auf beliebig vielen Rechnern installiert werden. Eine Mac- oder Linux-Variante gibt es (noch) nicht.

» Test-Video zu Braid ansehen

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» Erklärung des Wertungssystems

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Fazit
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Avatar Syrion
Syrion
#1 | 15. Apr 2009, 17:26
Ein netter Test. Es ist schön zu sehen, dass auch mal ein innovatives Indiespiel in der Wertung bei euch mit den "Großen" mithalten kann :)
Und falls das bei der "Angespielt"-News unter ging, bitte ich nochmal darum, dass Aquaria getestet wird. Es ist ebenso wie Braid und World of Goo ein wunderbar stimmiges und einzigartiges Spiel, das die Erwähnung sicher verdient hat :)

Ein paar Anmerkungen:
-Die Auflösung kann in der neuesten Version, die heute erschienen ist, geändert werden. Das geschieht momentan noch automatisch entsprechend der Systemleistung oder manuell per Startparameter. In einer der kommenden Versionen wird die Einstellung aber auch in den Optionen zu finden sein.

-Wer kein Xbox 360 Gamepad hat kann z.B. mit Xpadder (www.xpadder.com) die Tastaturtasten bequem auf die Gamepadtasten legen. So sollte man auch problemlos jedes beliebige Gamepad benutzen können und umgeht die scheinbar ungünstige Tastaturbelegung.

-Braid sollte bei PlayGreenhouse.com und ImpulseDriven.com billiger sein als bei Steam. Bei Impulse wird ein Preis von 11,27€ angegeben, bei Greenhouse sollte es ebenso viel kosten, sofern die Mehrwertsteuer nicht draufgerechnet wird.

-Die PC-Version hat noch einen großen Vorteil gegenüber der Xbox 360-Version: Sie enthält einen Leveleditor. In den kommenden Tagen wird Blow auf http://braid-game.com/news noch genau dokumentieren, wie der funktioniert. Wir dürften also noch einige weitere tolle Levels für Braid erwarten können :)
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turritom
#2 | 15. Apr 2009, 17:44
ja einwandfrei , schon auf der XBOX fast durchgfespielt, habe ich es mir auch noch auf Steam gekauft um es zuhause nochmal komplett durchzuspielen.

für mich eines der innovativsten Spiele seit Katamari Damaci (das PC spieler leider auch nicht kennen dürften, ausser einem Clone)
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Wolfpig
#3 | 15. Apr 2009, 18:00
Zitat von Syrion:

Und falls das bei der "Angespielt"-News unter ging, bitte ich nochmal darum, dass Aquaria getestet wird.


Als ob das noch passieren wird...ist ja nicht so als wäre nicht schon damals auf das Spiel hingewiesen worden......aber wer weiß...selbst die PCA hatte ja vor 1-2 Ausgaben nen Shorttest von Aquaria im Heft gehabt...
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Avatar Syrion
Syrion
#4 | 15. Apr 2009, 18:16
Zitat von Wolfpig:
Als ob das noch passieren wird...ist ja nicht so als wäre nicht schon damals auf das Spiel hingewiesen worden......aber wer weiß...selbst die PCA hatte ja vor 1-2 Ausgaben nen Shorttest von Aquaria im Heft gehabt...

Ich denke schon, dass in der GS-Redaktion ein Umdenken stattgefunden hat, ob bewusst oder nicht. Aquaria wurde zuletzt noch als "Casual Game" abgetan, während jetzt World of Goo, Crayon Physics Deluxe und Braid getestet wurden, auf die diese unpassende Bezeichnung wesentlich besser zutrifft. Auch gibt es ja seit einer Weile die "Quickplay"-Serie, in der hauptsächlich Indiespiele vorgestellt werden. Sogar auf das Independent Games Festival wurde dort schon hingewiesen :)
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Avatar MyOpinion
MyOpinion
#5 | 15. Apr 2009, 18:42
Glaub ich hätte das Game auf der Xbox mal länger zocken sollen...wenn ich das hier so lese :D
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Avatar OnlyToast
OnlyToast
#6 | 15. Apr 2009, 18:50
Was ist denn an Y, Shift und Pfeiltasten so unglücklich? Und es gibt kein Wort über die überraschende Bedeutungsauflösung der Story. "Vergänglichkeit" ist das ja weniger... ;)
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Avatar Corvi
Corvi
#7 | 15. Apr 2009, 19:05
habs grad durchgeschafft und muss sagen, hammer spiel. einige passagen sind wirklich unglaublich kreativ und wirken auf den ersten blick unmöglich, aber super feeling wenn man des rätsels lösung gefunden hat.
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Avatar darthmob
darthmob
#8 | 15. Apr 2009, 19:33
für ~10€ und in verbindung mit paypal kann man kaum nein sagen.
hat leider keinen linux-port, aber läuft problemlos mit wine.
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Avatar NoirDelacroix
NoirDelacroix
#9 | 15. Apr 2009, 19:45
zu schade dass das GS-Wertungssystem dem Spiel keine höhere Wertung ermöglicht. Würde man es im richtigen Verhältnis bewerten bezüglich des Preises und der Länge, dann wäre die Wertung deutlich höher.

Test an und für sich aber klasse ^^
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Avatar AverageCabbage
AverageCabbage
#10 | 15. Apr 2009, 20:04
"all das bekommen Sie aber nur in Texttafeln zu lesen. Zwischensequenzen lässt das Programm ebenso vermissen wie sprechende Charaktere."
Aha? das ist ein Kritikpunkt? Wer die Texttafeln nicht lesen will brauchts auch nicht, is das nicht ein Pluspunkt? und außerdem: wer zu faul ist sich in das Spiel hineinzuversetzen brauchts erst gar nich zu spielen, denn ich denke das jeder spieler in der Lage ist zu lesen, und 7/10 Punkten bei Grafik? Ihc finde die Grafik um einiges schöner als z.B Cod5 oder UT3..naja..shcon komisch 82 % für so ein klasse Spiel, wirklich , hab lange nicht mehr so oft Aha-Momente gehabt.Aber is ja auch egal das der Entwickler nicht auf der Mainstream-das-spiel-liest-dir-alles-vor-du-br auchst-nur-zu-schieße-welle mitschwimmt..82 sind "gerechtfertigt"
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PROMOTION

Details zu Braid

Plattform: PC (XBLA)
Genre Strategie
Untergenre: Denk- & Ratespiel
Release D: 11. April 2009
Publisher: Rondomedia
Entwickler: Number None, Inc.
Webseite: http://braid-game.com
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 2336 von 5752 in: PC-Spiele
Platz 9 von 160 in: PC-Spiele | Strategie | Denk- & Ratespiel
 
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