Brink wird fälschlicherweise oft mit Borderlands verglichen. Dabei haben die beiden Ego-Shooter bis auf das farbenfrohe Aussehen nur sehr wenig mit einander gemein. Brink erinnert vielmehr an Wolfenstein: Enemy Territory und Quake Wars, mit einer Prise Team Fortress 2. Die Parallen verwundern kaum, schließlich hat Splash Damage, damals noch als Modder-Team, Quake Fortess erfunden und später die Enenmy Territory-Spiele für id Software entwickelt. Der Fokus des Spiels liegt also auf speziellen Charakter-Klassen, sehr viel Teamplay und schneller Action - aber eben nicht mehr nur im Online-Multiplayer.

Wenn Sie Brink zum ersten Mal starten, können Sie wie in einem Rollenspiel einen Charakter erstellen und individuell anpassen. Dabei bietet das Spiel mehr Einstellungsmöglichkeiten als beispielsweise Fallout 3. Im Verlauf des Spiels verdienen wir uns durch erfolgreiche Missionen Erfahrungspunkte, wodurch wiedrum neue Klamotten oder Tatoos für unser Alter Ego freigeschaltet werden.

Ähnlich wie in Call of Duty: Modern Warfare gibt es auch in Brink Levelränge. In der Quakecon-Demo waren wir bereits Level 15 und hatten dementsprechend bereits 15 Credits für zusätzliche Fähigkeiten freigeschaltet. Pro Levelaufstieg erhalten wir einen weiteren Credit sowie verschiedene Modifikationen für die momentan knapp 20 verfügbaren Waffen.

Vier Klassen-Freunde

Die Klassenauswahl erinnert ebenfalls sehr an Enemy Territory: Es gibt den Medic (Sanitäter; die deutschen Namen stehen noch nicht fest), den Engineer (Pionier), Soldier (Soldat) und Operative (Spion). Die Aufgaben des Sanitäters sind klar: Gefallene Mitspieler wiederbeleben, in dem wir ihnen eine Spritze zuwerfen, die sie sich dann selbst ins Herz rammen dürfen, und die Lebensenergie der Mitspieler "buffen". Dazu laufen wir zum Spieler aus unserem Team hin und drücken den X-Button (in der Demo haben wir nur die PC-Version mit einem Xbox 360-Controller gespielt). Dadurch erhöht sich die Lebensenergie des Spielers. Natürlich kann sich der Sanitäter auch selbst aufputschen.

Brink : In der Kampagne kämpfen Sicherheitskräfte gegen Rebellen - Sie können auf beiden Seiten antreten. In der Kampagne kämpfen Sicherheitskräfte gegen Rebellen - Sie können auf beiden Seiten antreten. Eine ähnliche Buff(Verbesserungs)-Fähigkeit nutzt der Pionier, nur dass er die Waffen der Mitspieler und seine eigenen bis zum nächsten nächsten Ableben verbessert, also den Schaden erhöht. Auch mit ihm laufen wir einfach zu einem Mitspieler und drücken die X-Taste. Für jede hilfreiche Aktion bekommen wir Erfahrungspunkte gut geschrieben. Genauso für Abschüsse und erfüllte Aufgaben während einer Mission.

Als Pionier müssen Sie beispielsweise einen Kran reparieren, damit das Roboterfahrzeug über ein Hinderniss gehoben werden kann. Zudem kann der Pionier wie bei Team Fortress 2 auch einen Geschützturm aufstellen und Fahrzeuge wie den KI-gesteuerten Roboter reparieren.

Der Soldat ist hingegen eher für das Zerstören zuständig. Er kann Munition verteilen, Sprengstoff-Ladungen legen (um zum Beispiel ein Tor zu zerstören) oder Brandbomben werfen. Etwas weniger auffällig geht der Operative vor, er kann die Kleidung von gefallenen Gegnern anziehen und sich so unter das gegnerische Team mischen, um dort ungesehen ahnungslose Opfer auszuschalten oder Kommandoposten zu hacken.

Die Waffen scheinen bisher nicht auf bestimmte Klassen beschränkt zu sein. Wir konnten mit jedem Charakter alle Sturmgewehre oder Maschinenpistolen auswählen. Das besondere an Brink im Vergleich zu ähnlichen Team-Shootern ist jedoch, dass wir auch während der Mission unsere Klasse wechseln können und nicht erst sterben müssen, um zum Beispiel von Soldaten auf den Sanitäter zu wechseln. Jedes Team hat am Anfang einen Kommandoposten an dem wir jederzeit unsere Waffen oder Klasse ändern dürfen.

Spezialfähigkeiten und Talente

Die mit Levelaufstiegen verdienten Credit-Punkte können wir in fünf Fähigkeiten-Bäumen verteilen: Einen allgemeinen, der für alle Klassen gilt, sowie in den vier spezifischen Klassen-Kategorien. Pro Rubrik gibt es derzeit ein gutes Dutzend Fähigkeiten. Eine Begrenzung pro Kategorie gibt es nicht.

Wir haben also die Wahl, ob wir alle unsere Punkte für eine spezielle Klasse ausgeben oder aber gleichmäßig auf alle fünf Bereiche verteilen. In der Demo entscheiden wir uns für letzteres und nehmen beispielsweise für den Sanitäter die Fähigkeit zur Selbst-Wiederbelebung mit und dass sich unsere Energie für die Spezialfähigkeiten schneller wieder auflädt. Denn wie bei den früheren Enemy Territory-Spielen haben wir am linken unteren Bildschirm-Rand ein Energieanzeige, die sich langsam wieder auflädt.

So können wir nicht endlos hintereinder Mitspieler wiederbeleben, sondern müssen nach etwa drei Wiederbelebungen kurz warten, bis wieder genug Energie vorhanden ist. In der allgemeinen Fähigkeiten-Rubrik können wir uns auch für verschiedene Körpergewichte entscheiden. Es gibt schwer, normal und leicht. Schwergewichtige Spieler haben Zugriff auf stärkere Waffen, können aber bestimmte Hindernisse nicht mehr so leicht überwinden. Die Leichtgewichte sind dafür agiler und können auf Dächer klettern, auf die sonst keiner heraufkommt. Dafür haben sie aber eine Begrenzung bei der Waffenauswahl.

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Brink
PC-Screenshots aus der Test-Version

Splash Damage hat sich viele interessante Fähigkeiten ausgedacht, wie etwa eine Anzeige, wenn man von einem Gegenspieler gerade ins Visier genommen wird. Oder aber, dass sich die Ego-Perspektive zu einer Schulter-Ansicht verändert, wenn wir gerade eine Bombe entschärfen oder einen Kommandoposten hacken. Im Talentbaum lassen sich aber auch neue Fähigkeiten lernen, wie etwa den Geschützturm für den Pionier oder die Brandbomben für den Soldaten.

Wie gut das ganze Talentsystem ausbalanciert ist, lässt sich zum jetztigen Punkt noch nicht sagen. Jedoch will Splash Damage einen Betatest durchführen, bei dem dann noch an der Balance gefeilt werden kann.