Cities XL - PC

Aufbau-Strategie  |  Release: 08. Oktober 2009  |   Publisher: Monte Cristo
Seite 1   Fazit Wertung

Cities XL im Test

Magerer Städtebau mit fragwürdigem Abo-Konzept.

Das Abo-Aufbauspiel Cities XL ist wie ein mit Steuermitteln finanziertes Bauprojekt: Es wird nie fertig, aber laufend teurer.

Von Martin Deppe |

Datum: 14.10.2009


Gratis-Spiele wie Runes of Magic zeigen, wie man’s richtig macht: Das gute Grundgerüst kostet nichts, und wer etwas extra will, der zahlt für genau das. Monte Cristo zeigt mit dem Aufbauspiel Cities XL hingegen, wie man seine Kunden ganz schnell vergrault: Das gute Grundgerüst kostet gutes Geld, und wer etwas Selbstverständliches will, der zahlt monatlich extra - auch für unnötiges Zeug.

Aber der Reihe nach. Cities XL spielt sich grundsätzlich wie das gute alte Sim City von 1988 oder der Vorgänger City Life von 2006: Wir verlegen Straßen und deklarieren Grundstücke als Wohn-, Industrie- oder Geschäftsviertel. Wenn potenzielle Neubürger unser Werk für gut befinden, ziehen sie von allein Gebäude hoch, unsere Stadt wächst, die Bedürfnisse ihrer Bewohner ebenso. Ruckzuck ist eine solide, nett anzuschauende Stadt errichtet. Ungelernte Arbeiter hausen in soliden, nett anzuschauenden Vierteln und malochen in soliden, nicht ganz so nett anzuschauenden Fabriken. Fachkräfte hingegen zieht’s lieber an Schreibtische, also müssen wir Bürogebäude errichten. Geht auch prima: Wir können per Mausklick gezielt einzelne Bauten ins Grün pflanzen oder mit minimalistisch wenigen Klicks amerikanisch-gigantomanisch ganze Schachbrettviertel wachsen lassen. Individualisten legen im freien Modus Vielecke, wilde Straßenkurven oder gewagte Brückenkonstruktionen an, wobei die etwas Fummelarbeit erfordern.

Wo sind die Animationen?

Schon nach den ersten Sekunden als Bürgermeister erleben wir in Cities XL das quirlige Leben in unserer Stadt: Autos sausen schnell oder schieben sich stockend durch die Straßen, Bewohner flanieren umher.

Cities XL : Die zahlreichen Tutorials sind schwach präsentiert, aber sehr lehrreich. Die zahlreichen Tutorials sind schwach präsentiert, aber sehr lehrreich. Das sieht hübsch aus, doch schon bald werden wir stutzig. Da verschwinden Tanklastzüge plötzlich an Ampeln, und die Bewohner flanieren tatsächlich nur. Ja gehen die denn gar nicht richtig arbeiten? Unser Verdacht erhärtet sich, als wir ein Riesenrad errichten, weil die Bürger sich laut Statistik langweilen. Das Riesenrad ist ein voller Erfolg, ebenso voll ausgelastet, nur ... es dreht sich nicht. Wozu auch, es steigt ja keiner ein!

Einige Minuten und Handbuchseiten später wird uns klar: Dieses Riesenrad wird sich erst in Monaten drehen. Und auch dann nur, wenn wir ein Abo abschließen. Im sogenannten Planetenmodus dürfen wir dann mit anderen Spielern online bis zu 10.000 Städte auf einer erdähnlichen Himmelskugel (sprich: Server) errichten, jeder Spieler bis zu fünf. Und nur mit diesem Abo gibt’s Download-Pakete für Cities XL. Drei sind bereits angekündigt, im zweiten wird das animierte Riesenrad dabei sein. Geht’s noch, Monte Cristo? Verkauft ihr als nächstes Schwarz-Weiß-Spiele und schaltet die Farbe gegen eine Extragebühr frei?

Wo sind die Geräusche?

Die erste Woche Planentenmodus ist gnädigerweise im Spielpreis enthalten, danach kostet der Monat Cities XL zwischen 5,33 und 7,99 Euro (je nachdem, ob man einen, zwei oder drei Monate abonniert).

Cities XL : Der Charaktereditor erinnert frappierend an die Sims. Doch statt zig Sonnenbrillen hätten wir lieber mehr Gebäudetypen gehabt. Der Charaktereditor erinnert frappierend an die Sims. Doch statt zig Sonnenbrillen hätten wir lieber mehr Gebäudetypen gehabt. Wir haben uns den Onlinemodus genau angeschaut: Als erstes fällt ein Chatfenster auf. Als zweites, dass hier ständig Spieler fragen, ob alle anderen auch keine Soundeffekte hören. Wir sind erleichtert -- wir haben keine Ohrenprobleme, nein, es gibt tatsächlich kaum Sounds. Abgesehen von fahrstuhliger Musik und kurzen Konserven-Samples, wenn wir auf ein Gebäude klicken, schweigen die Boxen. Sogar am just gebauten Flughafen, falls denn mal eine Maschine abhebt.

Abgesehen vom gemeinschaftlichen Lästern über die fehlende Geräuschkulisse bietet das gemeinsame, bald kostenpflichtige Massensiedeln wenig Interaktion. Höhepunkt ist der Güteraustausch: Wer zum Beispiel viel Öl produziert oder Führungskräfteüberschüsse hat, der kann beides zum Verkauf feilbieten. Vor unserem geistigen Auge fahren Busse aus fernen Städten in unsere Metropole; müde, aber glückliche Führungskräfte steigen aus, um gleich kräftig zu führen. Tanklaster karren schwarzes Flüssiggold herbei, während wir Müllwagen und Touristenbusse in die Ferne schicken, gefüllt von unseren Deponien und Hotelburgen.
Sie ahnen es: Es bleibt beim geistigen Auge. In der Realität zeigt Cities XL bei einem erfolgreichen Verkauf nur steigende Budgets und sinkende Tokens (die Gütereinheit im Spiel). In Sachen Präsentation hat der Konkurrent Sim City Societies die Nase meilenweit vorn.

» Test-Video zu Cities XL ansehen

Wo sind die Zusatzinhalte?

Immerhin gibt es Megabauwerke, die Unsummen an Ressourcen verschlingen, aber dicke Boni bringen, vergleichbar mit dem Kaiserdom von Anno 1404. Alleine ist so ein Bau nicht zu stemmen, Handeln mit anderen Spielern also Pflicht. Klingt spannend, doch testen konnten wir die Großprojekte nicht. Zum einen, weil ihre Baupläne nur zufällig bei Online-Spielern freigeschaltet werden. Zum anderen, weil es sie noch gar nicht alle gibt. Richtig: Alcatraz, Tokios Kaiserpalast und Co. sollen erst später ins Spiel kommen. Natürlich nur für Abonnenten.

Cities XL : Viele Produktionsstätten sind an Ressourcen gebunden, etwa Bauernhöfe. Was die herstellen, ist letztlich egal -- Fleisch, Obst, Getreide etc. zählen alle als Landwirtschaftsprodukte. Viele Produktionsstätten sind an Ressourcen gebunden, etwa Bauernhöfe. Was die herstellen, ist letztlich egal -- Fleisch, Obst, Getreide etc. zählen alle als Landwirtschaftsprodukte.

Online-Aktivierung

Nach der Installation von Cities XL müssen Sie einen Online-Account erstellen. Bei jedem Start loggt sich das Spiel über dieses Konto ein, auch wenn Sie nur solo spielen. Im Planetenmodus (der kostenpflichtigen Multiplayer-Variante) sind Sie permanent online.

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Avatar Ins4ne
Ins4ne
#1 | 14. Okt 2009, 17:27
schade die beta sah vielversprechend aus ... aber am ende ist es einfach zu teuer
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Avatar Lars-G90
Lars-G90
#2 | 14. Okt 2009, 17:47
Vielleicht warte ich ein paar Monate bis alle Zusatz-Inhalte draußen sind,kaufe es dann und nutze den Gratis-Monat zum downloaden aller Sachen.Denn trotz dieses Testes finde ich das Spiel ganz interessant.Könnte was für Weihnachte sein.
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Avatar JohnDoe2283
JohnDoe2283
#3 | 14. Okt 2009, 17:55
Das Spiel ansich ist richtig gut, habs mir am Release Tag geholt...was soll man sagen, es macht richtig Spass. Allen, die sich überlegen das Spiel zu kaufen würd ich allerdings empfehelen noch mindestens nen Monat zu warten, da das ganze doch noch ziemlich verbuggt ist.
Die fehlenden Geräusche und Animationen fallen mir persönlich nicht auf, außerdem frisst das Spiel auf Grund fehlender Multicore-Unterstützung so schon extrem viel Leistung.
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Avatar Adauli
Adauli
#4 | 14. Okt 2009, 17:57
Ich habe mitlerweile etliche Stunden damit verbracht meine Stadt im Planetenmodus aufzubauen somit ist zumindest für mich der SPielspass gegeben.
Allerdings wüste ich nicht ob ich das Planetenangebot nutzen würde wenn ich nicht einer der wenigen glücklichen währe die eine Livetime Version kaufen konnten.
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Avatar Spendox
Spendox
#5 | 14. Okt 2009, 18:05
Ich wollte mir die Demo anschauen. Beim ersten Start (und auch den darauf folgenden) erschien promt eine Fehlermeldung (fehlender Key), bekam teilweise Zeichensalat statt normaler Buchstaben zu sehen und am Login-Bildschirm, bzw. der Aufforderung zur Keyeingabe war dann technisch gesehen Schluss bei mir. Zwei Sekunden später war's das dann auch mit dem Spiel für mich.
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Avatar Lars-G90
Lars-G90
#6 | 14. Okt 2009, 18:05
Zitat von JohnDoe2283:
Das Spiel ansich ist richtig gut, habs mir am
Die fehlenden Geräusche und Animationen fallen mir persönlich nicht auf, außerdem frisst das Spiel auf Grund fehlender Multicore-Unterstützung so schon extrem viel Leistung.


Keine Multicore-Unterstützung?:O
Ich hab einen Q8200.und wenn das Spiel nur einmal 2,33GHz nutzen kann,dann gute Nacht.
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Avatar Tanatas
Tanatas
#7 | 14. Okt 2009, 18:06
Juhuuu

Der "Alteisen"-Haudegen *fg* ist zurück und haut, in guter alter Redaktions-Manier, mal so richtig auf den Tisch. Super.
Ich geh in die Tanke und kauf mir das Magazin jetzt wieder.... nur für Martin. ;)

Ich bin mit SimCity(und Civilization) groß geworden und hätte mich echt gefreut, allerdings ist das Ding schon vor Monaten für mich gestorben und nun brauch ich mir nicht mals mehr nen schlechtes Gewissen einreden lassen.

Bis dahin
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Avatar Lars-G90
Lars-G90
#8 | 14. Okt 2009, 18:09
Wir brauchen eine Editier-Funktion-.-

Auf jeden Fall hab ich hier die Anforderungen(weiter unten)gefunden.Und wenn ein Dual-Core Pflicht ist,dann hats ja wohl MultiCore-Unterstützung.
Aber eine HD3850 als Minimum?Ich hab(noch) eine HD3650:O.Ich kann Anno mit FullHD noch auf mittlere Einstellungen und darüber spielen.Also ein Spiel,das mein PC garnicht packt,hatte ich in einem Jahr erwartet.Und bis dahin hätts ne neue Graka gegeben.Is das mit der HD 3850 ernst gemeint?
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Avatar Lars-G90
Lars-G90
#9 | 14. Okt 2009, 18:13
http://www.pcgameshardware.de/aid,688635/Citie s-XL-Systemanforderungen-Screenshots-Infos/Str ategiespiel/News/

Der Link.Hatte ich vergessen *schäm*
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Avatar ridiouz
ridiouz
#10 | 14. Okt 2009, 18:18
puhh...beinahe hätte ichs gekauft :)

schade hatte mich echt darauf gefreut...aber wieder mal was halbgares zum überpreis *kopfschüttel*
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PROMOTION

Details zu Cities XL

Plattform: PC
Genre Strategie
Untergenre: Aufbau-Strategie
Release D: 08. Oktober 2009
Publisher: Monte Cristo
Entwickler: Monte Cristo
Webseite: http://www.citiesxl.com
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele-Logo: Download
Leserinteresse:
Platz 636 von 5756 in: PC-Spiele
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