Nächstes CS:GO-Pannenturnier : Fans von Counter-Strike: Global Offensive wollen schlicht sehr gutes CS:GO sehen. Das gibts zwar, obendrauf gibt's aber die Farce einer eSport-Veranstaltung. Fans von Counter-Strike: Global Offensive wollen schlicht sehr gutes CS:GO sehen. Das gibts zwar, obendrauf gibt's aber die Farce einer eSport-Veranstaltung.

Kein Desaster wie die Gaming Paradise, dennoch blamiert sich die deutsche eSport-Organisation ESL derzeit mit dem CS:GO-Turnier ESL ESEA Pro League Dubai Invitational.

Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein eSport-Turnier mit acht ausgewählten Teilnehmern, die zur Weltelite gehören. Gespielt wird um 250.000 Dollar Preisgeld - exakt so viel wie bei dem von Valve gesponsorten Turnier ESL One Cologne.

Bereits im Vorfeld hatte man mit der Auswahl der eingeladenen Teams für Kritik gesorgt: Zunächst waren nur sechs Mannschaften eingeladen, das Top-Team SoloMid aus Dänemark war nicht dabei. Nach einigen Beschwerden am Rangsystem der ESL wurden schließlich Team SoloMid und die Franzosen von Titan nach Dubai eingeladen und neben der auf acht erhöhte Teamzahl das Spielformat auf ein Best-Of-Three geändert.

Das Problem: Die Organisation vor Ort ist offensichtlich nicht auf die veränderten Bedingungen eingestellt, alle Spiele vor 19 Uhr lokaler Zeit können nicht in der eigens aufgebauten Arena stattfinden. So müssen die zusätzlichen Partien dank der veränderten Bedingungen hinter verschlossenen Türen in Hotelräumen ausgetragen werden. Eigentlich sollte das Event parallel zur Messe Games15 in einem eigenen Messebereich laufen, dort ist jetzt noch nicht einmal Public Viewing vor 19 Uhr möglich. Am Donnerstag und Freitag betraf das jeweils die Hälfte aller Spiele.

Public Viewing wäre aber auch grundsätzlich nicht möglich, da die Arena als Open-Air-Fläche mit Sitzsäcken geplant ist. Hier nochmal der Hinweis, dass das Open-Air-Event in Dubai im Spätsommer stattfindet und es am Nachmittag Außentemperaturen über 40 Grad gibt. Zum Zeitpunkt des Artikels ist die Uhrzeit in Dubai 23 Uhr, die Temperatur liegt bei 37 Grad. Da die Spieler selbst nicht in klimatisierten Boxen sitzen, werden sie zumindest mit kalter Luft angestrahlt. Laut dem Teamkapitän Taz von Virtus.Pro ist der Mix aus kalter Luft am Rücken und heißer Luft von vorne allerdings weder angenehm noch gesund, weshalb er und andere Spieler die Kühlung hinter ihm abgeschaltet haben. So sieht dank dem Kühlanlagen-Aufbau übrigens die linke Seite der Arena aus.

Die Zuschauer vor Ort kritisieren die nicht vorhandene Möglichkeit, fast die Hälfte aller Spiele weder vor Ort noch im Public Viewing anschauen zu können. Außerdem seien die Preise für den lokalen Markt zu hoch: 60 Euro kostet das Tagesticket, 120 Euro für alle drei Tage, trotz der geringeren Anzahl an tatsächlich schaubaren Spielen.

Auch die Zuschauer vor den Monitoren müssen unter der schwachen Organisation leiden: Die Kommentatoren vor 19 Uhr wurden offensichtlich in letzter Minute gebucht und müssen von ihren Rechnern zu Hause das Spiel kommentieren, teilweise in miserabler Tonqualität und ohne Ingame-Sound. Außerdem übernimmt eine KI die Kameraführung innerhalb der Spiele. Einen so genannten Observer, wie es eigentlich üblich ist, gibt es nicht. Das führte zu grotesken Szenen, bei denen ganze Spielzüge aus der Kameraperspektive einer Rauchgranate gezeigt wurden. Zu allem Überfluss düpierte der Profispieler Spunj des Teams Renegade die ESL, indem er einfach einen eigenen Twitch-Stream mit seinem Kommentar anbot.

Dazu gesellen sich technische Probleme beim In-Engine-Stream GoTV und den Servern, was zu verspäteten Spielen und einigen Unterbrechungen im Live-Betrieb führt. Allein die Matches nach 19 Uhr sind aus technischer Sicht sehenswert. Im Netz sorgt das Turnier in Dubai bereits für köstliche Häme, bekannte eSport-Größen und CS:GO-Profis fordern einen Umdenken bei den Organisatoren.