Zum Thema Dark Souls 3 ab 10 € bei Amazon.de DARK SOULS™ III für 47,99 € bei GamesPlanet.com From Softwares Dark Souls 3 ist das erste Souls-Spiel, bei dem ich schmunzeln muss. Und ja, ich weiß: Eigentlich gehört sich das nicht. Normalerweise sollte ich fluchen, wüten und verzweifelt im Kreis rennen, während ich die Mutter des Monsters beleidige, das mich gerade zum zehnten Mal abgemurkst hat. Aber genau wegen dieser Gedanken grinse ich: Wir Dark-Souls-Spieler sind schon ein ulkiges Völkchen. Wenn man rein theoretisch durch einen der bisherigen Serienteile bequem am Wochenende durchlaufen könnte, Monster und Bosse schnetzelt und dann entspannt die Credits genießt, wäre der Aufschrei gigantisch.

Viele würden rufen: Was soll denn der Casual-Quatsch?! Ich will keine entspannte Zocker-Session, sondern leiden! Ich will sterben, scheitern, mir die Haare raufen und meinen eigenen Frust runterschlucken! Dark Souls spielt man mit einem Kloß im Bauch. Es geht nicht darum, Dutzende Monster zu bekämpfen - der wahre Endgegner ist das eigene Versagen! Publisher Bandai Namco weiß das und kennt die eigene Zielguppe sehr genau. Unter anderem deshalb wurde mir auf einem Anspiel-Event in Hamburg sogar explizit versichert, dass Dark Souls 3 der schwierigste Teil aller Zeiten werden soll.

Nachdem ich zig Stunden mit der Testversion verbracht habe, bin ich überrascht. Denn das stimmt so nicht. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass der Abschluss der Souls-Trilogie der bisher am wenigsten frustrierende Teil ist. Aber bevor jetzt einer »Casualisierung« in den Raum ruft: Im Test zeige ich, warum Dark Souls 3 trotzdem unheimlich viel Spaß macht - und für welchen Spielertyp es genau das richtige ist.

Achtung - Bug-Warnung: Kurz nach Release beklagen sich einige Spieler über Performance-Probleme und einen besonders nervigen Bug, der beim ersten Leuchtfeuer auftritt. Bandai Namco und From Software arbeiten gegenwärtig an einem Patch und raten Bug-Betroffenen, sich an den offiziellen Support zu wenden. Allerdings muss betont werden, dass die Probleme lange nicht bei allen Spielern auftreten - wir können also nicht von einem allgemeinen technischen Mangel sprechen. Zusätzliche Infos zu einem möglichen Workaround gibt es in dieser News.

Details zur PC-Version: Für den dritten Teil von Dark Souls wechselt From Software auf die selbstprogrammierte Grafikengine von Bloodborne. Dadurch wirken die Texturen etwas plastischer und lassen besonders die Charaktere und Monster besser aussehen, als noch in den Vorgängern. Dazu zählt auch die Verwendung der Havok-Physiksimulation, dank der Stoffe wie Kleidung realistisch auf Bewegungen und Wind reagieren und Animationen flüssiger erscheinen. Die Beleuchtung macht ebenfalls kleine Schritte nach Vorn.

Reflexionen, God-Rays und volumetrisches Licht sorgen in vielen Situationen für ein Plus an Atmosphäre – wirklich eindrucksvoll erscheint Dark Souls 3 aber dennoch nur selten. Daneben fehlt es an PC-exklusiven Möglichkeiten, die Grafik wirklich aufzubohren. Außerdem kommt Dark Souls 3 auf dem PC mit einer 60-fps-Sperre, die sich bislang auch mit ini-tweaks nicht umgehen lässt. Die Begrenzung und die stimmige aber nicht überragende Grafik bringen jedoch auch Vorteile mit sich.

So läuft der Titel auch auf älteren Rechnern in Full HD und hohen Details flüssig. Von Abstürzen, Bugs und gravierenden Fehlern wurden wir beim Test größtenteils verschont und Dark Souls 3 hinterließ technisch einen etwas angestaubten aber sauber portierten und stabilen Eindruck.

Gestatten: Dimitry, Söldner-Lady

Damit man einschätzen kann, was für mich »schwer« oder »leicht« überhaupt heißt, hier ein paar Worte zu meinem Profil: Ich habe Unmengen von Stunden mit den Dark-Souls-Spielen und Bloodborne verbracht, den Erstling sogar mehrfach durchgespielt, mich in PvP-Kämpfe gestürzt und gemeinsam mit meinen Kumpels anderen Spielern im Koop geholfen (ich konnte den Four-Kings-Boss am Ende blind legen). Trotzdem gehöre ich nicht zur »Elite« der Souls-Spieler, habe nie einen »SL1-Run« versucht, also das Spiel ohne Levelaufstieg zu beenden.

Und im PvP von Bloodborne kriege ich noch viel zu oft auf die Mütze. Obwohl meine Kollegen mich für einen Souls-Crack halten und ich kein blutiger Anfänger mehr bin: Wenn ich Dark Souls 3 spiele, kann ich (gemessen an den vielen Toden, die ich letztes Jahr beim Bloodborne-Test gestorben bin) relativ gut die Perspektive eines »durchschnittlichen« Souls-Enthusiasten einnehmen.

Dark Souls 3 - Screenshots

Mit diesem Wissen als Grundlage will ich mich bei Dark Souls 3 trotzdem ein bisschen selbst herausfordern. Also erstelle ich mir anders als bei den meisten ersten Durchläufen keinen gepanzerten Ritter, sondern eine flinke Söldner-Dame namens Eris. Meine Heldenfigur trägt in jeder Hand ein kurzes Schwert, setzt voll auf Geschicklichkeit und muss sich im Gefecht auf schnelles Ausweichen verlassen. Schon zwei Treffer können tödlich sein - mein Build erfordert enormes Fingerspitzengefühl.

Der Charaktereditor ist übrigens angenehm vertraut: Neben den üblichen kosmetischen Spielereien am Gesicht meiner jungen Dame (das ich im Lauf des Spiels dank Helm ohnehin nie wieder sehe) gibt es diverse Klassen, aus denen man wählt. Ein dicker Ritter startet mit ordentlich Stärke und einer dicken Rüstung, der Assassine ist hingegen für gemeine Flüche in Kombination mit einem schnellen Schwert gewappnet. Und wie immer gibt's auch den nackten Bettler für Masochisten, der im Prinzip schon zu Beginn verskillt ist.

Kein Multiplayer? Zum Testzeitpunkt waren die Server von Dark Souls 3 noch nicht online verfügbar. Über den kompletten PvP- und Koop-Multiplayer können wir deshalb noch keine Angaben machen. Sobald der Mehrspieler an den Start geht, sehen wir uns die Sache an und testen unter anderem den neuen 6-Spieler-PvP - sollte das sich extrem auf die Wertung auswirken, werden wir uns eventuelle Anpassungen des Testurteils vorbehalten.

Asche aufs Haupt, und zwar volles Pfund!

Mit Eris betrete ich die neue Welt von Lothric - ein düsteres, apokalyptisches Fantasy-Setting, in dem fast alles Leben gewichen scheint. Ich selbst erwache zu Beginn als Untoter aus der Asche eines Gräberfeldes mit einem einzige diffusen Auftrag: Finde die Aschefürsten. Die sogenannten Lords of Cinder sind nämlich eigentlich die Herren von Lothric, haben das Land aber verlassen - das soll meine Eris rückgängig machen. Das knappe Intro deutet bereits an, dass sich die einstigen Lords nicht kampflos geschlagen geben. Dark Souls 3 erinnert hier an den Erstling, wo in der Einleitung ebenfalls die großen Bosse vorgestellt werden.

Wie gewohnt findet die eigentliche Story größtenteils im Hintergrund statt. Aus den melancholischen Kommentaren der wenigen NPCs und diversen Item-Beschreibungen muss ich mir selbst zusammenreimen, was hier eigentlich passiert ist. Das macht dem interpretationsfreudigen Story-Tüftler in mir nach wie vor Spaß, allerdings erreicht die Welt von Lothric nicht den Charme des ersten Dark Souls oder die Kreativität von Bloodbornes viktorianischem Yharnam.

Dark Souls 3 : Klassische Dark-Souls- Situation: Ein riesiges Monster verspeist mich zum Frühstück. Klassische Dark-Souls- Situation: Ein riesiges Monster verspeist mich zum Frühstück.