DayZ Standalone : Die Standalone-Version von DayZ wird wohl gegen Ende 2014 ohne ihren Projektleiter Dean Hall auskommen müssen. Der Game-Designer kündigte nun seinen Abschied von Bohemia Interactive an. Die Standalone-Version von DayZ wird wohl gegen Ende 2014 ohne ihren Projektleiter Dean Hall auskommen müssen. Der Game-Designer kündigte nun seinen Abschied von Bohemia Interactive an.

Update (25. Februar 2014): Mittlerweile hat sich Hall noch einmal über den Social-News-Aggregator reddit.com zu Wort gemeldet und weitere Details zu seiner Entscheidung preisgegeben. Unter anderem stellt er dort noch einmal deutlich klar, Bohemia Interactive keinesfalls zu verlassen, bevor die DayZ-Standalone nicht die Alpha-Phase verlassen hat.

Er sei auch weiterhin Leiter des zuständigen Entwicklerteams und sei sich darüber hinaus sicher, dass das Team fähig genug sei, das Projekt auch ohne ihn fortzuführen, so Hall weiter. Zudem empfinde er die Annahme, dass das Projekt bei einem Abgang seinerseits direkt implodieren würde, als Beleidigung den anderen Mitarbeitern gegenüber.

Zudem bekräftigt Hall noch einmal, dass es vor allem das Heimweh sei, das ihn zu dieser Entscheidung verleitet habe. Nach über einem Jahrzehnt Abwesenheit aus Neuseeland aufgrund seiner Armeezeit und seiner Anstellung bei Bohemia Inetractive sei es nun an der Zeit zurückzukehren. Und er könne kaum von Neuseeland aus ein 50 Mitarbeiter umfassenden Entwicklerteam in Prag leiten.

Allerdings lässt sich Hall auch weiterhin offen, im Anschluss an seine Tätigkeit als Projektleiter für die DayZ-Standalone als kreativer Berater oder in ähnlicher Position weiterhin am Projekt mitzuarbeiten - dann jedoch von Neuseeland aus.

Ursprüngliche Meldung: Er hat es bereits mehrfach angedeutet, nun macht er überraschend ernst: Dean Hall, Erfinder der populären DayZ-Modifikation für Arma 2 und Projektleiter der sich aktuell in einer Alpha-Version befindenden DayZ-Standalone, wird seinem aktuellen Arbeitgeber Bohemia Interactive voraussichtlich gegen Ende 2014 den Rücken kehren - und damit auch gleichzeitig seine Verantwortung als Game-Designer des Zombie-Survival-Titels abgeben. Das hat er am vergangenen Wochenende im Gespräch mit eurogamer.net verraten.

Die Gründe für Halls geplanten Ausstieg aus den Entwicklungsarbeiten sind relativ einfach: Er sehe sich selbst eher als »Handgranate« und diene einem bestimmten Zweck. Er sei wirklich gut darin, Risiken auf sich zu nehmen oder andere Leute dazu zu ermuntern, dies zu tun, so Hall. Im Grunde genommen könne er die Leute dazu bringen, auf einen Felsvorsprung zu klettern und herunterzuspringen. Und das sei es auch, was er mit DayZ getan habe - einmal bei der Modifikation und nun erneut mit der Standalone-Version.

Hall spielt damit wohl sowohl auf sein Entwicklerteam als auch auf Bohemia-CEO Marek Španel an, die er alle dazu brachte, an DayZ und dessen Potential zu glauben. Zwar durchaus gerechtfertigt, wie die Popularität und die Erfolge des Projekts zeigen, aber als Projektleiter eines fast fertigen Spiels sieht sich Hall wohl mit dieser Eigenschaft offensichtlich selbst fehl am Platze:

»Aber letztlich ist diese Art von Person die falsche. Am Ende [der Entwicklungsarbeiten] möchte man den Typen, der einem sagt, dass man es übertreiben soll, nicht mehr haben. Ab einem bestimmten Punkt werde ich für das Projekt also zur Katastrophe - zumindest in einer Führungsrolle.«

Zumal er eigentlich niemals geplant habe, dort zu sein, wo er jetzt stehe, so Hall. Eigentlich sei es lediglich seine Absicht gewesen, einige Monate in Prag zu bleiben, um eine kleine Auszeit von seiner Armeezeit in Neuseeland zu nehmen. Daraus sind nun jedoch mehr als zwei Jahre geworden - zwei Jahre, während derer sich Hall gefühlt hat, als würde er in der Küche eines anderen kochen, wie er weiter ausführt.

»Ich will Bohemia nicht ständig erzählen müssen, dass dies die Art und Weise ist, wie ich etwas tue und dass das der Weg ist, wie wir etwas machen.«

Hall plant deshalb, in Neuseeland ein eigenes Entwicklerstudio zu eröffnen. Überstürzen möchte er dabei allerdings nichts: Das Ganze sei ein Prozess, der sich über Jahre hinziehen werde. Und auch in Sachen Abschied von DayZ und Bohemia Interactive soll laut Hall nichts überstürzt werden.

Zwar stehe sein Plan, das tschechische Entwicklerstudio zu verlassen, fest. Allerdings werde er noch solange als Projektleiter in die DayZ-Standalone involviert bleiben, wie er gebraucht werde, so Hall. Und auch für die Zeit danach hält sich der Game-Designer eine Tür offen: Er werde dem Projekt immer verbunden bleiben, führt er weiter aus. Gut möglich also, dass Hall der DayZ-Entwicklung auch nach seinem Abschied von Bohemia Interactive noch als Berater oder in ähnlicher Position treu bleibt.

Angedeutet hatte Hall die Tatsache, dass er irgendwann seinen Gut als Projektleiter nehmen werde, übrigens bereits im Juli 2013. Damals ließ er, ähnlich wie jetzt auch, wissen, dass er sich nicht als die perfekte Besetzung für sämtliche Projekt-Phasen sehe und dass er sich mehr als »Granate« sehe, ein Projekt jedoch ab einer bestimmten Zeitpunkt eher ein »Skalpell« benötige.

Alleine ist Hall mit dieser Maßnahme übrigens nicht. Vor ihm übergab etwa bereits der Mojang-Gründer und Indie-Entwickler Markus »Notch« Persson die Verantwortung für das von ihm erdachte und schließlich auf den Weg gebrachte Minecraft einige Zeit nach dessen Release an seinen Mitarbeiter Jens Bergensten. Allerdings zog dich der Schwede anschließend komplett aus dem Kreativ-Bereich zurück und stampfte auch sein Nachfolgeprojekt 0x10c ein.

» Vorschau zur DayZ-Standalone: Zwischen Hunger und Sadisten