Er ist nicht nur kreativer Kopf, sondern auch Optimist von Beruf. »Fußball ist hier in Newcastle sehr wichtig. Unser Verein war vor ein paar Jahren sogar in der Champions League«, stellt Martin Edmondson die jüngere Vergangenheit von Newcastle United durchweg positiv dar. Dass der Verein im Jahr 2009 abstieg und gerade eine Saison in der zweiten Liga hinter sich hat, verschweigt der Creative Director von Reflections den Journalisten am Tisch. Mit dem gleichen Zweckoptimismus stellt Edmondson während des Studiobesuchs im Norden Englands das neueste Spiel seiner bekannten Reihe vor, das Driver: San Franciscoheißen wird.

Driver: San Francisco
Tanner und Jones jagen den flüchtenden Jericho und kommentieren das actiongeladene Geschehen in Renderportrait-Einspielern.

Denn so wie Newcastle United nach dem Wiederaufstieg in die oberste Spielklasse an glanzvolle Zeiten aus der Vergangenheit anknüpfen möchte, wollen Edmondson und sein Team den Erfolg des ersten Driver aus dem Jahr 1999 wiederholen, das als Klassiker gilt. »Wir kehren zu unseren Wurzeln zurück«, sagt er und meint das im mehrfachen Sinne. So übernimmt wieder Tanner die Hauptrolle, der in Driver: Parallel Linesdurch den wenig populären TK ersetzt worden war. Darüber hinaus liegt der spielerische Fokus zu 100 Prozent hinter dem Steuer der rund 120 Originalfahrzeuge.

Hengst mit Heckantrieb

Als Martin Edmondson erläutert, warum San Francisco der Schauplatz des fünften Driver-Spiels sein wird, klingt er wie ein Reisekaufmann, der seinen Kunden ein Urlaubsziel schmackhaft machen möchte: »Diese Stadt ist der ideale Schauplatz für Verfolgungsjagden.

Das Straßennetz ist mit seiner Mischung aus belebten Hauptstraßen, engen Seitengassen, Hügeln und dem kurvenreichen Hinterland sehr abwechslungsreich.« Als filmische Inspiration dienen dem Entwicklerteam Filme wie »Bullitt«, in dem Steve McQueen 1968 in einem Mustang durch »Frisco« brettert. Wer diesen Klassiker noch nicht gesehen hat, der erinnert sich einfach an »The Rock« - denn auch in diesem Action-Streifen beweist San Francisco seine Tauglichkeit als Schauplatz für wilde Verfolgungsjagden.

Genau eine solche dürfen wir nun ausprobieren: Wir setzen uns ans Steuer eines Mustangs und geben mit der »R2«-Taste des PlayStation 3-Controllers Vollgas. Unser Ziel: Tanners Erzfeind Jericho, der rücksichtslos durch die belebten Straßen Downtowns rast.

Also heften wir uns an seine Rücklichter, die einen roten Schweif hinter sich herziehen, und wuchten den Hengst mit Heckantrieb mit spürbarem Untersteuern um die Kurven. In der Cockpit-Perspektive stellt sich gleich das richtige »Den krieg' ich«-Gefühl ein, auch wenn die Grafik vergleichsweise unspektakulär wirkt - denn auf Spezialeffekte wie künstliches »Verwischen« wollen die Entwickler weitgehend verzichten. »Wir möchten eine möglichst realistische Erfahrung«, sagt Edmondson und nennt eine Effektorgie wie »The Fast and the Furios« als Gegenbeispiel.